
Grafik: Rick Wallace · Flickr (CC BY 2.0)
So wird er gemacht
- 1Geflechtschnur straff halten (z. B. zwischen den Zähnen), Fluorocarbon hängt seitlich.
- 2Fluorocarbon abwechselnd links und rechts über die Geflechtschnur führen – 20 Durchgänge.
- 3Zwei Halbschläge als erste Sicherung machen.
- 4Geflechtschnur gut festhalten, Fluorocarbon von beiden Seiten festziehen.
- 5Abschließend 2 weitere Half Hitches und alle Enden abschneiden.
Wofür er gebaut ist
Der FG Knoten ist die schlankste und stärkste Verbindung von geflochtener Hauptschnur zu einem Fluorocarbon-Vorfach. Anders als alle Wickelknoten baut er keinen Knotenkörper auf: Das Geflecht wird in wechselnder Richtung um das gestraffte Vorfach geflochten und legt sich unter Zug wie eine Fingerfalle darum. Der Übergang bleibt dadurch fast so dünn wie das Vorfach selbst und läuft geräuschlos durch die Rutenringe – beim weiten Werfen mit langem Vorfach der entscheidende Vorteil.
Tragkraft und typische Fehler
Das Vorfach muss während des Flechtens straff unter Spannung stehen, sonst legen sich die Windungen lose und die Fingerfalle greift nicht – viele arbeiten deshalb mit gespannter Rute oder einem Hilfswerkzeug. Zwanzig Wechsel sind ein üblicher Richtwert. Der zweite kritische Punkt ist die Sicherung am Ende: Ohne mehrere halbe Schläge über beide Stränge löst sich das Geflecht bei Entlastung. Vor dem endgültigen Festziehen anfeuchten und den Knoten langsam auf Spannung bringen.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Bei Wind, im Boot oder mit kalten Fingern ist der FG schwer sauber zu binden – dort ist der Alberto die ehrlichere Wahl, denn ein schlecht gebundener FG ist schwächer als ein guter Alberto. Für sehr dickes Vorfachmaterial greift die Fingerfalle schlechter; dann Slim Beauty. Und wenn die Verbindung ohnehin nie durch die Ringe läuft, etwa bei kurzen Vorfächern im Vertikalangeln, ist der Aufwand nicht gerechtfertigt.
Tragkraft im Vergleich zu Albright, Alberto und Slim Beauty
Unter den vier Geflecht-Fluorocarbon-Verbindungen ist der FG Knoten in Zugtests regelmäßig der stärkste und zugleich der schlankeste, und beide Eigenschaften hängen unmittelbar zusammen: Weil er keinen aufgebauten Knotenkörper hat, sondern die Last über eine geflochtene Fingerfalle direkt auf das Vorfach überträgt, entfällt jede Schwachstelle, die ein klassischer Wickel- oder Verriegelungsknoten zwangsläufig mitbringt. Albright und Alberto liegen beide spürbar darunter, wobei der Alberto durch seine Rückwärtswicklungen näher an den FG heranreicht als der ältere Albright. Der Slim Beauty ist dem FG in der reinen Tragkraft oft ebenbürtig oder sogar leicht überlegen, sobald das Vorfachmaterial sehr dick und steif wird – dort, wo die Fingerfalle des FG nicht mehr sauber greift, hält der Figur-8-Anker des Slim Beauty zuverlässiger. Der entscheidende Unterschied liegt deshalb weniger in der theoretischen Höchstlast als in der Fehleranfälligkeit beim Binden: Ein FG, der unter schlechten Bedingungen hastig gebunden wird, fällt in der Tragkraft schneller unter einen sauber gebundenen Alberto, als die Datenblätter vermuten lassen – die stärkste Verbindung ist am Ende immer die, die unter den gegebenen Umständen am zuverlässigsten korrekt gebunden werden kann.
Meine Empfehlung
Den FG binde ich grundsätzlich zu Hause in Ruhe vor, nie erstmals am Wasser unter Zeitdruck – bei Wind gelingt mir selbst ein geübter FG selten auf Anhieb, und ein missglückter Versuch kostet mehr Vorfach, als er spart.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick