Schleppfischen: große Flächen effizient absuchen

Ein oder mehrere Köder hinter dem fahrenden Boot herziehen, um systematisch große Wasserflächen abzudecken. Tiefensteuerung, Bootsgeschwindigkeit, typische Fehler.

Stand: 2026-096 Abschnitte~3 Min. Lesezeit

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Stand 2026-09

Worum es bei dieser Methode geht

Beim Schleppfischen wird ein Köder – meist ein Wobbler, Gummifisch oder Löffelblinker – hinter einem langsam fahrenden Boot in konstanter Tiefe und Geschwindigkeit gezogen. Die Methode erlaubt es, in kurzer Zeit deutlich mehr Wasserfläche abzudecken, als es zu Fuß oder vom stehenden Boot aus möglich wäre, und eignet sich besonders für große, offene Gewässer, in denen sich Fische weiträumig verteilen können. Die Kontrolle über die Tiefe erfolgt entweder über die Bauweise des Köders selbst – eine große Tauchschaufel taucht tiefer –, über zusätzliches Blei vor der Montage oder über spezielle Tiefenmontagen, die den Köder gezielt auf eine bestimmte Ebene bringen. Die genaue Abstimmung von Köder, Zusatzgewicht und Bootsgeschwindigkeit entscheidet dabei maßgeblich über die tatsächlich erreichte Tiefe. Werden mehrere Ruten gleichzeitig eingesetzt, lassen sich unterschiedliche Tiefen und Köder parallel testen, was bei unbekannten Gewässern hilft, die aktuell erfolgreichste Kombination deutlich schneller zu finden als mit nur einer Rute.

Ausrüstung und Aufbau

Eine konstante, gleichmäßige Bootsgeschwindigkeit ist entscheidender, als es zunächst scheint: Viele Köder entwickeln ihr charakteristisches Laufverhalten nur in einem eng begrenzten Geschwindigkeitsbereich, außerhalb dessen sie entweder gar nicht mehr arbeiten oder unnatürlich flattern.

  1. Wobbler, Gummifisch oder Blinker mit bekanntem, dokumentiertem Tiefenverhalten wählen.
  2. Zusätzliches Blei oder spezielle Tiefenmontage einsetzen, wenn die gewünschte Tiefe sonst nicht erreicht wird.
  3. Bootsgeschwindigkeit konstant und an das Laufverhalten des jeweiligen Köders angepasst halten.
  4. Bei mehreren Ruten unterschiedliche Köder und Tiefen gleichzeitig anbieten.
  5. Echolot zur Kontrolle von Wassertiefe und möglichen Fischansammlungen mitführen.

Anwendung in der Praxis

Nach dem Aussetzen der Köder wird meist in geraden Bahnen oder entlang bekannter Strukturkanten gefahren, wobei gelegentliche, leichte Richtungswechsel dem Köder zusätzliche, unregelmäßige Bewegung verleihen können. Diese Kurven verändern die Geschwindigkeit auf der Innen- und Außenseite unterschiedlich, was einen zusätzlichen Reiz erzeugen kann. Sobald ein Biss erfolgt, sollte die Fahrt sofort gestoppt und die betroffene Rute übernommen werden, während die übrigen Köder – falls möglich – zunächst weiterlaufen, um die aktuelle Position nicht sofort zu verlassen.

Meine Empfehlung

Warum ich lieber mit weniger, aber unterschiedlichen Ködern fahre

Meine Empfehlung: statt vieler ähnlicher Köder lieber wenige, deutlich unterschiedliche Modelle gleichzeitig einsetzen – unterschiedliche Tiefen, Farben und Laufverhalten liefern innerhalb kurzer Zeit mehr Information darüber, worauf die Fische an diesem Tag reagieren, als mehrere fast identische Köder. Bei der Geschwindigkeit taste ich mich in kleinen Schritten heran, statt sofort mit einem festen Tempo zu starten – oft liegt die tatsächlich erfolgreiche Geschwindigkeit in einem schmaleren Bereich, als man zunächst annimmt. Nach einem Biss ohne Fang wiederhole ich zudem bewusst dieselbe Strecke ein zweites Mal, statt sofort weiterzufahren – häufig steht dort noch mehr als ein Fisch, und der erste Kontakt war lediglich der Auftakt.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist eine zu ungleichmäßige Bootsgeschwindigkeit, die das charakteristische Laufverhalten vieler Köder zunichtemacht. Der zweite ist der Einsatz zu ähnlicher Köder an mehreren Ruten gleichzeitig, wodurch wertvolle Information über die tatsächlich erfolgreiche Kombination verloren geht. Ein dritter Fehler ist, nach einem Biss ohne Fang sofort weiterzufahren, statt die Stelle noch einmal gezielt zu befischen. Ein vierter Fehler ist unzureichende Kontrolle der tatsächlich erreichten Tiefe, wodurch der Köder deutlich höher oder tiefer als beabsichtigt läuft.

Wann eine andere Methode besser passt

Beim gezielten, präzisen Absuchen einer einzelnen bekannten Struktur ist Vertikalangeln die kontrolliertere Methode. In flachem, kleinräumigem Gewässer ohne größere offene Flächen bringt Schleppfischen kaum Vorteile gegenüber aktivem Spinnfischen vom Ufer oder stehenden Boot aus. Und für sehr präzises, langsames Anbieten an einer einzelnen Stelle liefert ein Drop-Shot-Rig deutlich mehr Kontrolle als der auf Fläche ausgelegte Schleppköder.

Ob die gefangene Art entnommen werden darf, steht je Bundesland in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.

Petri-KI, die App von Petri-Labs, hilft beim Fangbuch führen und schlägt beim Fotografieren eines Fangs die Art vor. Mehr über Petri-KI.

Weitere Methoden

In anderen Rubriken