Aufbau: zwei kurze Vorfächer an einem Wirbel
Die Zweihakenmontage für Aal baut auf einer gewöhnlichen Durchlaufmontage auf — Laufblei, Stopper, Wirbel — trägt am Wirbel aber zwei statt eines Vorfachs, meist über einen Dreifachwirbel oder zwei nah beieinander sitzende Ösen. Jedes der beiden kurzen Vorfächer trägt einen eigenen Haken und kann mit einem anderen Köder bestückt werden, etwa Tauwurm an dem einen, Fischfetzen an dem anderen. Diese Aufteilung erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit an einem einzigen Ansitzplatz, ohne eine zweite komplette Rute auslegen zu müssen — besonders wertvoll beim Nachtangeln, wenn die Bissaktivität ohnehin unregelmäßig verteilt ist. Bei der Hakengröße wird häufig bewusst variiert: ein etwas kleinerer Haken für feinere Köder wie einzelne Tauwürmer, ein größerer, robusterer für Fischfetzen oder ganze kleine Köderfische. Diese Differenzierung erlaubt es, mit einer einzigen Montage sowohl kleinere als auch größere Aale gleichermaßen sicher zu haken. Die Ansitzzeit selbst spielt bei der Montagewahl eine Rolle: Aal ist überwiegend nachtaktiv, und wer erst in der Dämmerung mit dem Angeln beginnt, sollte die Zweihakenmontage bereits bei Tageslicht fertig aufgebaut haben, statt sich in Dunkelheit mit zwei feinen Vorfächern gleichzeitig abzumühen. Für den Wechsel bei Dunkelheit hat es sich bewährt, bereits am Vorabend zwei oder drei fertige Ersatzvorfächer vorzubereiten und griffbereit zu verstauen – ein gerissenes Vorfach mitten in der Nacht neu zu binden, kostet unnötig Angelzeit und schreckt bei hellem Stirnlampenlicht zusätzlich Fische ab.
Wofür sie sich eignet
Die Zweihakenmontage ist die klassische Wahl beim Ansitzangeln auf Aal in der Dämmerung und Nacht, wenn zwei verschiedene Köder gleichzeitig getestet werden sollen, um herauszufinden, worauf die Fische an diesem Abend reagieren. Sie funktioniert sowohl in Stillgewässern als auch in ruhigeren Flussabschnitten. Bei sehr starker Strömung, die zwei frei hängende Vorfächer leicht ineinander verwickelt, ist eine einfache Durchlaufmontage mit nur einem Haken die zuverlässigere Wahl. Auch bei unbekannten Gewässern, an denen die bevorzugten Köder der örtlichen Aalbestände noch nicht erprobt sind, zahlt sich die doppelte Testmöglichkeit aus: Statt über mehrere Angeltage hinweg systematisch verschiedene Köder durchzuprobieren, liefert schon der erste Ansitz mit beiden Ködern gleichzeitig einen ersten Hinweis auf die Vorliebe der Fische.
Aufbau in Schritten
Die leicht unterschiedliche Länge der beiden Vorfächer ist kein Zufall: Gleich lange Vorfächer verdrehen sich beim Auswerfen deutlich häufiger umeinander als ungleich lange. Beim Nachtangeln erleichtert eine kleine Chemolight-Markierung an der Rutenspitze die Kontrolle der Bissanzeige erheblich, gerade weil bei zwei aktiven Ködern gleichzeitig häufiger etwas an der Montage passiert als bei einem einzelnen Haken.
- Durchlaufmontage mit Laufblei und Stopper wie gewohnt aufbauen.
- Dreifachwirbel oder zwei eng benachbarte Ösen als Basis für die zwei Vorfächer wählen.
- Erstes kurzes Vorfach mit Haken einbinden, ersten Köder anbringen.
- Zweites Vorfach mit anderem Köder ergänzen, leicht unterschiedliche Länge zur Vermeidung von Verhedderungen.
- Vor dem Wurf beide Vorfächer straff ausrichten.
- Nach jedem Biss sofort beide Haken kontrollieren, bevor neu geködert wird.
Meine Empfehlung
Warum ich abends mit zwei verschiedenen Ködern starte
Meine Empfehlung: von Anfang an zwei unterschiedliche Köder anbieten, statt erst nachträglich zu wechseln, wenn nichts passiert. Aal reagiert von Gewässer zu Gewässer und von Abend zu Abend unterschiedlich auf Wurm, Fischfetzen oder andere Naturköder, und die zwei Haken dieser Montage liefern diese Information sofort, ohne dass man dafür die ganze Montage neu binden muss. Bei der Vorfachlänge bleibe ich eher kurz — ein zu langes zweites Vorfach erhöht das Risiko, dass sich beide Köder beim nächtlichen Anlanden oder beim Wurf ineinander verheddern, gerade bei schlechter Sicht ein unnötiges Ärgernis. Beim Fischfetzen als Köder schneide ich das Stück bewusst nicht zu groß – ein kleinerer, frisch geschnittener Fetzen gibt mehr Geruchsstoffe frei als ein großes, zusammenhängendes Stück, und Aal orientiert sich in der Dunkelheit stark über den Geruchssinn.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler sind zwei gleich lange Vorfächer, die sich beim Wurf regelmäßig umeinander wickeln. Der zweite ist eine zu geringe Distanz zwischen den beiden Ansatzpunkten am Wirbel, was denselben Effekt verstärkt. Ein dritter Fehler ist, nach einem Biss auf einen Haken den zweiten nicht sofort zu kontrollieren — bei zwei aktiven Ködern ist es nicht selten, dass sich der zweite Fisch bereits ebenfalls gehakt hat, während der erste noch gedrillt wird. Ein vierter Fehler ist zu spätes Anschlagen bei einem typisch zögerlichen Aalbiss: Anders als bei vielen anderen Fischen zupft ein Aal oft lange am Köder, bevor er ihn richtig aufnimmt – ein zu früher Anhieb reißt den Köder heraus, bevor der Fisch überhaupt richtig gefasst hat.
Wann eine andere Montage besser passt
Bei starker Strömung mit hoher Verhedderungsgefahr ist eine einfache Durchlaufmontage mit nur einem Haken die robustere Wahl. Für sehr großen, aktiv präsentierten Köderfisch auf größere Raubfische ist eine Unterlaufmontage die passendere Bauweise. Und beim gezielten Fischen mit Futterteig übernimmt eine Method-Feeder-Montage die punktgenaue Präsentation. Soll gleichzeitig mit einer Freilaufrolle gefischt werden, um dem oft vorsichtig nehmenden Aal Zeit für die Köderaufnahme zu lassen, lässt sich die Zweihakenmontage problemlos mit einer Freilaufmontage kombinieren, ohne dass sich beide Techniken gegenseitig ausschließen.
Mindestmaß und Schonzeit für Aal stehen je Bundesland in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.