Wasserbedingungen und Fischverhalten in diesem Monat
Bei vielen Arten ist die Hauptlaichzeit im Mai bereits abgeschlossen oder befindet sich in der Schlussphase. Nach dem energetisch aufwendigen Fortpflanzungsgeschäft folgt bei zahlreichen Fischarten eine Phase gesteigerten Nahrungsbedarfs, um die verbrauchten Reserven wieder aufzufüllen. Die Wassertemperaturen liegen im Mai meist bereits in einem für die meisten Arten angenehmen, aktivitätsfördernden Bereich, ohne die teils belastende Hitze der Hochsommermonate. Diese Kombination aus Erholungsbedarf und günstiger Temperatur macht den Mai für viele Angler zu einem der ergiebigsten Monate des Jahres. Auch die allgemeine Nahrungsverfügbarkeit im Gewässer steigt in dieser Zeit deutlich, weil sich kleinere Organismen und Jungfische in großer Zahl entwickeln – zusätzliche Nahrung, die größere Fische entsprechend anzieht.
Welche Methoden sich in diesem Monat anbieten
Aktive, abwechslungsreiche Methoden funktionieren im Mai meist zuverlässig, weil die allgemeine Fressbereitschaft hoch ist. Sowohl Kunstköder mit lebhafter Führung als auch klassische Naturköder-Methoden bringen in dieser Zeit oft überdurchschnittliche Ergebnisse. Da sich viele Fische nach dem Laichgeschäft wieder in ihren gewohnten Standplätzen verteilen, lohnt sich ein systematisches Absuchen unterschiedlicher Gewässerbereiche, statt sich auf die zuvor beobachteten Laichzonen zu konzentrieren. Insekten- und Jungfischaktivität an der Wasseroberfläche nimmt im Mai oft deutlich zu, was gezieltes Fischen mit Oberflächenködern oder leichten Kunstködern begünstigt.
Meine Empfehlung
Warum ich den Mai für einen meiner ergiebigsten Monate halte
Meine Empfehlung: den Mai gezielt für intensivere Angeltage nutzen, weil die Kombination aus angenehmer Wassertemperatur und hohem Nahrungsbedarf vieler Arten in meiner Erfahrung besonders verlässliche Ergebnisse liefert – deutlich planbarer als die eher launische Übergangszeit im März. Bei der Platzwahl setze ich verstärkt auf die klassischen, ganzjährig bewährten Standplätze statt der temporären Laichzonen des Vormonats – die Fische verteilen sich in diesem Monat wieder breiter über das gesamte Gewässer. An warmen, sonnigen Tagen beobachte ich zudem verstärkt die Wasseroberfläche auf sichtbare Aktivität – springende oder rollende Fische verraten oft genau die Bereiche, in denen sich gerade besonders viel Nahrung konzentriert.
Typische Fehler in diesem Monat
Der häufigste Fehler ist, weiterhin ausschließlich die im April beobachteten Laichzonen zu befischen, obwohl sich die Fische im Mai bereits wieder breiter im Gewässer verteilt haben. Der zweite ist, die hohe allgemeine Fressbereitschaft zu unterschätzen und weiterhin mit übermäßig vorsichtiger, passiver Taktik zu fischen. Ein dritter Fehler ist, Oberflächenaktivität von Fischen zu übersehen, obwohl sie im Mai oft deutlich sichtbar zunimmt und wertvolle Hinweise auf aktive Standplätze liefert. Ein vierter Fehler ist, die insgesamt günstigen Bedingungen als selbstverständlich zu betrachten und dadurch weniger sorgfältig bei Köderwahl und Präsentation vorzugehen, als es die Chance eigentlich verdient hätte.
Was im nächsten Monat wichtig wird
Der Juni bringt in vielen Regionen den Übergang zu sommerlichen Temperaturen, mit teils sehr hoher Fischaktivität in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Die im Mai beobachteten ganzjährigen Standplätze bleiben dabei oft weiterhin verlässliche Ausgangspunkte.
Welche Art in welchem Bundesland zu dieser Jahreszeit geschützt ist oder ein Mindestmaß trägt, steht in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.