
Diagramm: Wikimedia Commons (frei lizenziert)
So wird er gemacht
- 1Beide Schnüre ca. 10 cm überlappen lassen.
- 2Schnur A fünfmal um Schnur B wickeln, Ende in der Mitte festhalten.
- 3Schnur B fünfmal um Schnur A wickeln (entgegengesetzt), Ende in der Mitte.
- 4Beide Enden durch die mittlere Öffnung führen – in entgegengesetzte Richtungen.
- 5Anfeuchten und gleichmäßig festziehen.
Wofür er gebaut ist
Der Blood Knoten verbindet zwei Schnüre ähnlicher Stärke zu einem sehr schlanken, geraden Übergang. Beide Enden wickeln sich um den jeweils anderen Strang und werden gegenläufig durch die Mitte geführt; unter Zug ziehen sich die Wicklungen ineinander und der Knoten wird zylindrisch. Genau diese Form ist sein Vorteil: Er gleitet praktisch widerstandsfrei durch die Rutenringe und ist deshalb die klassische Verbindung für abgestufte Vorfächer beim Fliegenfischen.
Tragkraft und typische Fehler
Beide Seiten brauchen dieselbe Zahl von Wicklungen – üblich sind fünf bis sechs –, sonst zieht sich der Knoten einseitig zu und reißt an der schwächeren Seite. Der zweite Fehler ist die Richtung der Enden: Sie müssen gegenläufig durch die Mittelöffnung, also eines von oben und eines von unten; laufen beide in dieselbe Richtung, hält die Verbindung überhaupt nicht. Vor dem Festziehen großzügig anfeuchten, da sich hier viele Wicklungen gleichzeitig bewegen.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Bei deutlich unterschiedlichen Durchmessern versagt der Blood Knoten – die dünnere Schnur schneidet sich in die dickere. Als Faustregel gilt ein Unterschied von höchstens etwa dreißig Prozent; darüber gehört der doppelte Uni oder ein Albright hin. Mit geflochtener Schnur funktioniert er ebenfalls schlecht, weil das Geflecht in den Wicklungen rutscht. Für schnelle Verbindungen unter Zeitdruck ist der Surgeon's Knoten die einfachere, wenn auch dickere Lösung.
Material und Schnurart
Der Blood Knoten ist historisch ein Fliegenfischer-Knoten und dort für die Verbindung abgestufter Monofil- oder Fluorocarbon-Vorfachabschnitte gedacht – Materialien, die genug Eigenreibung mitbringen, damit sich die gegenläufigen Wicklungen beim Zusammenziehen sauber ineinander verzahnen (Reibungseigenschaften siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich). Zwischen zwei Monofil-Abschnitten ähnlicher Stärke funktioniert er nahezu perfekt und bleibt dabei auffällig schlank, was ihm den Vorzug vor dem breiteren Surgeon's Knoten gibt, sobald die Verbindung häufig durch die Rutenringe laufen muss. Bei zwei Fluorocarbon-Abschnitten ist die Bindung etwas heikler, weil das Material steifer ist und die Wicklungen beim Zusammenziehen eher zurückfedern, bevor sie sich vollständig verzahnt haben – hier hilft besonders großzügiges Anfeuchten und ein sehr langsamer, gleichmäßiger Zug. Mit geflochtener Schnur ist der Blood Knoten dagegen grundsätzlich die falsche Wahl: Ohne Oberflächenreibung bilden sich zwar die Wicklungen, sie halten aber nicht, sobald Zug auf die Verbindung kommt, und das Versagen zeigt sich oft erst im Drill, wenn es am wenigsten gelegen kommt. Für eine Verbindung, bei der eine der beiden Seiten Geflecht ist, gehört deshalb immer ein anderer Knoten her, unabhängig davon, wie ähnlich die beiden Durchmesser sind.
Meine Empfehlung
Für abgestufte Fliegenvorfächer binde ich den Blood Knoten grundsätzlich mit den beiden ähnlichsten Durchmessern zuerst – so bleibt am Ende, wo der größte Sprung übrig ist, noch genug Vorfachlänge für einen zweiten Versuch.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick