
Grafik: Rick Wallace · Flickr (CC BY 2.0)
So wird er gemacht
- 1Schnur A und Schnur B ca. 20 cm überlappen lassen.
- 2Mit Schnur A eine Schlinge um Schnur B bilden und 6 Mal durch die Schlinge wickeln.
- 3Festziehen (erster Uni-Knoten fertig).
- 4Dasselbe mit Schnur B um Schnur A wiederholen (6 Wicklungen, entgegengesetzte Richtung).
- 5Beide Knoten anfeuchten und gegeneinander festziehen, bis sie sich berühren.
Wofür er gebaut ist
Der doppelte Uni-Knoten ist die Schnur-zu-Schnur-Verbindung für alle, die den Uni ohnehin können: Jede der beiden Schnüre bekommt einen eigenen Uni-Knoten um den jeweils anderen Strang, dann werden beide gegeneinander gezogen, bis sie aufeinandertreffen. Weil jeder Knoten für sich funktioniert, verzeiht die Verbindung unterschiedliche Materialien – Monofil an Fluorocarbon, Geflecht an Monofil – und lässt sich am Wasser ohne Hilfsmittel binden.
Tragkraft und typische Fehler
Die Wicklungszahl richtet sich nach der Schnur: fünf bis sechs bei der dickeren, sieben bis acht bei der dünneren oder glatteren – ungleiche Schnüre brauchen ungleiche Wicklungen, sonst rutscht die dünnere durch. Beide Knoten erst locker formen, dann anfeuchten und einzeln festziehen, bevor sie zusammengezogen werden; wer beide gleichzeitig anspannt, bekommt einen schiefen Knotenkörper. Die Enden erst ganz zum Schluss kürzen, damit sich unter Last nichts nachzieht.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Für sehr unterschiedliche Stärken – dünnes Geflecht auf schweres Fluorocarbon – wird der doppelte Uni dick und bleibt an den Rutenringen hängen; dort gehören FG, Alberto oder Slim Beauty hin. Für Schnüre gleicher Stärke ist der Blood Knoten kompakter. Und wenn es sehr schnell gehen muss, etwa beim Wechsel eines Vorfachs im Drilltempo, ist der Surgeon's Knoten in zehn Sekunden gebunden, wo der doppelte Uni eine Minute braucht.
Material und Schnurart
Der doppelte Uni-Knoten toleriert Materialunterschiede besser als fast jede andere Schnur-zu-Schnur-Verbindung, weil jede Seite für sich einen vollständigen, in sich funktionierenden Knoten bildet – die eine Hälfte muss also nicht auf die Eigenschaften der anderen Rücksicht nehmen. Bei einer Verbindung von Monofil-Hauptschnur zu Fluorocarbon-Vorfach etwa läuft die Monofil-Seite mit fünf bis sechs Wicklungen, während die etwas glattere Fluorocarbon-Seite von sieben Wicklungen profitiert (Grundeigenschaften beider Materialien siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich). Bei einer Verbindung von Geflecht zu Fluorocarbon, wie sie beim modernen Spinnfischen üblich ist, braucht die Geflechtseite deutlich mehr Wicklungen als die Fluorocarbon-Seite – acht bis zehn gegenüber sechs –, weil ihr die Grundreibung fehlt, die Fluorocarbon von sich aus mitbringt. Genau dieser Ausgleich macht den doppelten Uni zur robusten Wahl beim Übergang zwischen sehr unterschiedlichen Materialeigenschaften, solange der Stärkeunterschied selbst nicht zu groß wird: Ab einem Verhältnis von etwa eins zu drei im Durchmesser wird selbst der angepasste doppelte Uni unzuverlässig, weil die dünnere Schnur beim Zusammenziehen in die dickere einschneidet – dann ist ein Albright oder Alberto Knoten die tragfähigere Lösung.
Meine Empfehlung
Ich ziehe die beiden Einzelknoten beim doppelten Uni erst locker aneinander und kontrolliere dabei, ob die Verbindung wirklich mittig sitzt, bevor ich richtig festziehe – ein außermittiger Sitz fällt sonst erst beim harten Wurf auf.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick