Paternostermontage: mehrere Haken über dem Grundblei

Ein Blei am Schnurende, darüber ein oder mehrere Seitenarme mit Haken – die klassische Mehrfachmontage fürs Grundangeln in der Brandung und am Fluss.

Stand: 2026-096 Abschnitte~4 Min. Lesezeit

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Stand 2026-09

Aufbau im Überblick

RuteHauptwirbelHaken 1EndbleiHaken 2 (Seitenarm)

Schematische Skizze, kein Foto — die Reihenfolge von der Rute zum Köder samt Seitenarm.

Aufbau: das Blei sitzt ganz am Ende, die Haken darüber

Bei der Paternostermontage sitzt das Blei nicht zwischen Hauptschnur und Vorfach, sondern ganz am Ende der Montage. Ein oder mehrere kurze Seitenarme mit Haken zweigen darüber von der Hauptschnur ab, meist über kleine Wirbel oder Dreifachwirbel im Abstand von einigen Handbreiten. Der Köder schwebt dadurch leicht über dem Grund, statt direkt darauf zu liegen. Diese Bauweise erlaubt mehrere Haken an einer Montage, was besonders in der Brandungsangelei und beim Grundangeln auf mehrere mögliche Zielarten gleichzeitig genutzt wird – jeder Seitenarm kann einen anderen Köder tragen. Ihren Namen verdankt die Montage der Ähnlichkeit mit einem Rosenkranz: mehrere kurze, senkrecht abstehende Glieder an einer durchgehenden Hauptleine. In der einfachsten Form trägt sie nur einen Seitenarm, in aufwendigeren Varianten – etwa beim Brandungsangeln – bis zu drei, wobei mit steigender Zahl auch die Verhedderungsgefahr beim Wurf zunimmt. Für den Abzweigpunkt selbst gibt es unterschiedliche Bauweisen: eine einfache Schlaufe direkt in der Hauptschnur, ein fertiger Dreifachwirbel oder ein kleiner Seitenarm-Clip, der sich austauschen lässt, ohne die gesamte Montage neu binden zu müssen. Für häufigen Wechsel der Seitenarm-Länge hat sich der Clip in der Praxis als der bequemste Weg erwiesen.

Wofür sie sich eignet

Die Paternostermontage passt überall dort, wo der Köder nicht im Bodenschlamm oder Kraut liegen, sondern leicht angehoben präsentiert werden soll – etwa über Muschelbänken oder unebenem Grund – und überall, wo mehrere Haken an einer Montage sinnvoll sind, etwa in der Brandung auf wechselnde Meeresfischarten. Auf glattem, sauberem Grund ohne Bewuchs bringt der zusätzliche Aufwand wenig gegenüber einer einfacheren Durchlaufmontage; dort liegt der Köder ohnehin frei. Besonders bewährt hat sie sich außerdem dort, wo Krebse oder kleinere Grundfische den Köder schnell finden, wenn er direkt am Boden liegt – ein leicht angehobener Köder entgeht diesem Fressdruck oft länger, weil er außerhalb der unmittelbaren Reichweite bodennaher Nahrungssucher schwebt.

Aufbau in Schritten

Die Reihenfolge von oben nach unten ist Hauptschnur – erster Seitenarm – zweiter Seitenarm – Endblei; ein vertauschter Aufbau lässt die Arme beim Wurf ineinander verheddern. Eine bewährte Kontrolle vor dem eigentlichen Fischen: die fertige Montage kurz im flachen Wasser nahe am Ufer auswerfen und beim langsamen Einholen beobachten, ob beide Arme sauber vom Hauptstrang abstehen. Verheddert sich die Montage schon dort, wird sie es auch bei jedem weiteren Wurf tun.

  1. Hauptschnur mit einem Dreifachwirbel oder einer Schlaufe für den ersten Seitenarm versehen.
  2. Kurzen Seitenarm mit Haken anknoten, Länge nach Zielfisch wählen.
  3. Für einen zweiten Haken denselben Schritt weiter oben an der Hauptschnur wiederholen.
  4. Am unteren Ende der Montage das Blei über einen eigenen Wirbel oder Clip anbringen.
  5. Vor dem Wurf jeden Seitenarm einzeln straff ziehen, damit er nicht um die Hauptschnur gewickelt ist.
  6. Beim Einholen prüfen, ob beide Seitenarme frei hängen oder sich beim Fischen verwickelt haben.

Meine Empfehlung

Warum ich bei den Seitenarmen auf kurz und steif setze

Meine Empfehlung: Seitenarme eher kurz halten und ein etwas steiferes Vorfachmaterial dafür wählen, statt ein weiches, langes. Ein kurzer, steifer Arm steht beim Wurf und im Wasser vom Hauptschnur-Strang ab und verheddert sich seltener um sie – ein langer, weicher Arm schlägt beim Auswerfen wie eine Peitsche um die Hauptschnur und liegt danach als Knäuel am Grund. Bei zwei Seitenarmen achte ich außerdem auf einen deutlichen Höhenunterschied zwischen ihnen, mindestens eine Handbreit – stehen sie zu dicht beieinander, verdrehen sie sich schon beim Werfen ineinander. Beim Wurf selbst reduziere ich die Kraft gegenüber einer einfachen Grundmontage bewusst: Ein übertrieben kraftvoller Wurf lässt die Seitenarme in der Luft flattern und erhöht genau das Risiko, das die kürzere, steifere Bauweise eigentlich verringern soll. Beim Wirbel am Abzweigpunkt greife ich fast immer zu einem robusteren Modell als bei einer einfachen Durchlaufmontage, weil er hier zusätzlich die seitliche Zugbelastung des Seitenarms abfängt, die bei einer gewöhnlichen Montage gar nicht erst auftritt.

Typische Fehler

Der mit Abstand häufigste Fehler ist ein zu langer, zu weicher Seitenarm, der sich beim Wurf um die Hauptschnur wickelt – am Ende landet die ganze Montage als Knoten im Wasser, ohne dass es beim Werfen auffällt. Der zweite ist ein zu geringer Abstand zwischen zwei Seitenarmen, der zum selben Ergebnis führt. Ein dritter, oft übersehener Fehler ist ein zu leichtes Endblei bei weitem Wurf – die Montage überschlägt sich dann in der Luft, statt gestreckt zu fliegen, und die Verhedderungsgefahr steigt zusätzlich. Ein vierter Fehler ist der Griff zu einfachen Wirbeln an den Abzweigpunkten statt zu Dreifachwirbeln: Ein normaler Zweiwegewirbel kann sich unter Zug verdrehen und den Seitenarm langsam um die Hauptschnur wickeln, während ein Dreifachwirbel jedem Strang eine eigene, feste Öse gibt.

Wann eine andere Montage besser passt

Auf sauberem, freiem Grund ohne Bedarf an mehreren Ködern reicht eine einfache Durchlaufmontage und spart den zusätzlichen Bindeaufwand. Soll der Köder frei in der Strömung treiben statt fixiert über dem Grund zu stehen, ist eine Posenmontage die passendere Wahl. Und für sehr weite Würfe mit nur einem Köder eignet sich eine schlanke Festbleimontage, weil sie weniger Angriffsfläche für Verwirbelungen bietet. Speziell für die Küstenangelei mit weiten Würfen und aerodynamischem Wurfblei ist die Brandungsmontage nach dem Penn-System die konsequentere Weiterentwicklung derselben Grundidee, ausgelegt auf Wind und Wellengang.

Mindestmaß und Schonzeit stehen je Art und Bundesland in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.

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