Hering angeln: Heringspaternoster, Schwarmsuche und der Frühjahrszug

Saisonaler Küstenzug im Frühjahr, Paternostermontage mit mehreren Haken, Schwarmsuche im Hafenbereich und schnelles Nachlegen bei aktivem Schwarm.

Stand: 2026-099 Abschnitte~4 Min. Lesezeit

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Stand 2026-09

Bestimmungsmerkmale und Verwechslungsarten: Heringim Fischlexikon nachschlagen →

Ein Schwarmfisch, der im Frühjahr in Küstennähe zieht

Heringe ziehen im Frühjahr in großen Schwärmen zum Laichen in Küstennähe und in Hafenbecken der Ostsee, wo sie dann besonders leicht vom Ufer oder von Stegen aus erreichbar sind — außerhalb dieser Zugzeit sind sie deutlich schwerer gezielt zu befischen. Innerhalb eines Schwarms stehen sie oft in bestimmten Wassertiefen, die sich im Tagesverlauf verschieben können, weshalb das systematische Absuchen der Wassersäule wichtiger ist als die genaue horizontale Position.

Das Heringspaternoster: mehrere Haken, ein Wurf, viele Chancen

Die klassische Methode ist das Paternoster — eine Montage mit mehreren kleinen, oft bunten Haken oder kleinen Kunstködern übereinander an einer Hauptschnur, ergänzt durch ein Blei am Ende. Ausgeworfen und mit ruhigen, kurzen Hüpfern durch die Wassersäule geführt, kann eine solche Montage mehrere Fische gleichzeitig fangen, wenn ein aktiver Schwarm getroffen wird. Weil Heringe in unterschiedlicher Tiefe stehen können, wird die Montage probeweise in verschiedenen Tiefen geführt, bis Bisse einsetzen.

Meine Empfehlung

Warum ich beim Hering die gefundene Tiefe sofort notiere

Meine Empfehlung: Sobald eine Fangtiefe gefunden ist, diese möglichst konstant halten und den nächsten Wurf gezielt wieder dorthin führen, statt erneut die ganze Wassersäule abzusuchen — ein Heringsschwarm steht oft über längere Zeit in ähnlicher Tiefe, und wer die einmal gefundene Zone verlässt, verliert unnötig Zeit. Zweiter Punkt: Ich reagiere schnell, sobald ein aktiver Schwarm gefunden ist, und wechsle nicht unnötig die Montage — in einem gut laufenden Schwarm zählt die Zahl der Würfe pro Zeiteinheit oft mehr als jede Feinjustierung.

Gerät für das Paternoster im Detail

Eine unkomplizierte, mittelschwere Rute reicht für das Heringsangeln völlig aus, weil weder besonders weite Würfe noch ein anspruchsvoller Drill nötig sind — wichtiger ist eine Rolle, die sich beim Absenken und Einholen der Montage zügig bedienen lässt. Das Paternoster selbst sollte in mindestens zwei unterschiedlichen Hakengrößen im Gepäck sein, weil Heringsschwärme je nach Saison unterschiedlich große Fische führen. Beim Blei am Ende der Montage genügt ein einfaches Wurfblei, dessen Gewicht sich an der Wassertiefe des Hafenbeckens oder der Küstenstelle orientiert. Wer häufiger an derselben Stelle fischt, kann sich die erfolgreiche Tiefe merken und beim nächsten Besuch sofort gezielt dort ansetzen, statt erneut bei null anzufangen.

Saisonzeitpunkt im Detail

Der Frühjahrszug in Küstennähe ist die zuverlässigste Zeit für das gezielte Heringsangeln — dann sammeln sich die Schwärme zum Laichen in Hafenbecken und flachen Küstengewässern und sind dort besonders gut vom Ufer aus erreichbar. Außerhalb dieser Zeit hält sich der Hering überwiegend weiter draußen im offenen Meer auf und ist für den Ufer- oder Stegangler deutlich schwerer zu erreichen. Ruhiges, mildes Frühjahrswetter ohne starken Wellengang erleichtert sowohl das Erkennen aktiver Schwärme als auch das präzise Anbieten der Montage in der richtigen Tiefe.

Häfen und offene Küste im Vergleich

Hafenbecken bieten während des Frühjahrszuges oft die verlässlichste Gelegenheit, weil Heringsschwärme dort geschützt vor stärkerem Wellengang stehen und sich über längere Zeit an derselben Stelle aufhalten — die begrenzte Fläche eines Hafenbeckens macht es zudem leichter, die aktive Tiefe schnell zu finden und beizubehalten. An der offenen Küste sind Schwärme dagegen beweglicher und schwerer vorherzusagen, dafür oft größer und mit weniger Publikumsverkehr am Ufer verbunden, was bei stark frequentierten Hafenbecken während der Hauptsaison durchaus ins Gewicht fällt. Wer beide Situationen kennt, beginnt den Frühjahrszug meist im Hafen, wo sich Erfolg schneller einstellt, und wechselt bei nachlassender Aktivität an offenere Küstenabschnitte, an denen die Schwärme sich zu dieser Zeit oft noch länger aufhalten.

Sicher bestimmen

Der Hering ist an seinem schlanken, seitlich stark abgeflachten, silbrig glänzenden Körper ohne auffällige Musterung und der tief gegabelten Schwanzflosse gut zu erkennen. Bestimmungsmerkmale stehen im Fischlexikon.

Warum vorschnelle Standortwechsel den Schwarm verpassen

Ein Heringsschwarm bleibt oft über längere Zeit in ähnlicher Tiefe an derselben Stelle stehen, verschiebt sich dabei aber innerhalb der Wassersäule — wer nach wenigen erfolglosen Würfen den Standort wechselt, statt zunächst systematisch verschiedene Tiefen an derselben Stelle zu prüfen, gibt oft einen bereits gefundenen Schwarm auf, nur weil die aktuelle Führungstiefe zufällig nicht passte. Umgekehrt kostet zu häufiges Wechseln der Montage in einem gut laufenden Schwarm wertvolle Zeit: Solange Bisse kommen, zählt die Zahl der Würfe pro Minute mehr als jede Feinjustierung, die in diesem Moment ohnehin kaum etwas verbessern würde.

Drill und typische Fehler

Der Drill ist unproblematisch, der Hering leistet kaum Widerstand — die eigentliche Herausforderung liegt im zügigen, vorsichtigen Lösen mehrerer Fische von der Paternostermontage, ohne die feinen Haken zu verbiegen. Der häufigste Anfängerfehler ist, nach den ersten erfolglosen Würfen den Standort zu wechseln, statt zunächst systematisch verschiedene Tiefen an derselben Stelle zu testen — der Schwarm steht oft dort, nur eben in einer anderen Wasserschicht.

Mindestmaß und Schonzeit stehen für Nord- und Ostsee in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.

Petri-KI, die App von Petri-Labs, schlägt beim Fotografieren eines Fangs die Art vor und prüft Schonzeit und Mindestmaß fürs eigene Bundesland. Mehr über Petri-KI.

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