Diagramm: Wikimedia Commons (frei lizenziert)
So wird er gemacht
- 1Ca. 1,5 m Doppelschlinge bilden und 20 Drehungen (Twists) in die Schlinge eindrehen.
- 2Schlinge über ein Knie oder einen Finger spannen, um Spannung zu halten.
- 3Die gedrehte Sektion durch gleichmäßigen Druck von oben spiralförmig aufwickeln lassen.
- 4Drei Halbschläge um eine der auslaufenden Schnüre als Sicherung machen.
- 5Festziehen – es entsteht eine doppelte Schnur mit maximaler Reißfestigkeit.
Wofür er gebaut ist
Der Bimini Twist erzeugt aus einer Schnur eine doppelte – eine lange Schlaufe, in der beide Stränge gemeinsam die Last tragen. Das ist der Standard im Meeres- und Big-Game-Angeln: An dieser Doppelschnur wird der Wirbel angeknotet oder ein Vorfach angeschlauft, sodass der eigentliche Verbindungsknoten nie mehr die volle Belastung allein aushalten muss. Zusätzlich wirkt die verdrillte Zone wie ein Puffer, der plötzliche Stöße abfedert.
Tragkraft und typische Fehler
Der Bimini ist der anspruchsvollste Knoten dieser Sammlung und braucht Übung – meist werden Knie oder ein zweites Paar Hände gebraucht, um die Spannung zu halten. Die zwanzig Verdrillungen müssen unter gleichmäßigem Zug entstehen und dürfen sich beim Rückwickeln nicht überlappen; jede Unregelmäßigkeit wird zur Sollbruchstelle. Richtig gebunden hält er praktisch hundert Prozent der Schnurtragkraft. Wer ihn zum ersten Mal bindet, sollte das zu Hause tun, nicht auf einem schwankenden Boot.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Für Süßwasser und leichtes Meeresangeln ist der Aufwand selten gerechtfertigt – dort leistet der Spider Hitch dasselbe in einem Bruchteil der Zeit. Wo keine Doppelschnur gebraucht wird, sondern eine schlanke Verbindung Geflecht zu Fluorocarbon, sind FG oder Slim Beauty die richtigen Knoten. Der Bimini ist ein Werkzeug für schwere Ruten, große Fische und Situationen, in denen ein Riss die ganze Ausfahrt kostet.
Material und Schnurart
Der Bimini Twist wird praktisch ausschließlich in Monofil gebunden, und das ist kein Zufall: Nur ein Material mit ausreichender Dehnung und Griffigkeit lässt sich zu zwanzig gleichmäßigen Verdrillungen formen, die sich anschließend kontrolliert spiralförmig aufwickeln – Fluorocarbon ist dafür zu steif und Geflecht hat schlicht nicht die nötige Reibung, um beim Verdrillen überhaupt eine stabile Struktur zu bilden (Dehnungs- und Griffigkeitsunterschiede siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich). Im Big-Game-Angeln, wo der Bimini seine klassische Heimat hat, entsteht so eine doppelte Monofilschnur, an die anschließend über eine weitere Verbindung ein Fluorocarbon- oder Stahlvorfach angeschlossen wird – der Bimini selbst bleibt dabei immer eine reine Monofil-Konstruktion, nie eine gemischte. Die Schnurstärke beeinflusst vor allem den Kraftaufwand beim Verdrillen: Bei sehr dünner Monofilschnur unter 0,20 Millimetern lassen sich die zwanzig Windungen mit den Fingern noch gut kontrollieren, bei kräftigem Monofil über 0,50 Millimetern für wirklich große Fische wird händisches Verdrillen anstrengend, und viele erfahrene Big-Game-Angler behelfen sich dort mit einem zweiten Paar Hände oder einer Fußschlaufe, um die nötige gleichmäßige Spannung überhaupt aufbauen zu können.
Meine Empfehlung
Diesen Knoten übe ich zu Hause am Tisch, das Doppelschnur-Ende zwischen zwei Stuhlbeinen eingeklemmt als Ersatz fürs Knie – auf dem schwankenden Boot beim ersten Versuch zu üben, kostet mehr Nerven als die Übungsstunde vorher.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick
Weitere Schlaufenknoten
- Perfection LoopSaubere, gerade Schlinge am Vorfachende für Loop-to-Loop
- Rapala Loop (Non-Slip Loop)Schlinge für Wobbler & Jigs – gibt dem Köder mehr Bewegungsfreiheit
- Spider HitchSchnellere Alternative zum Bimini Twist – erzeugt ebenfalls eine Doppelschnur
- Dropper LoopSchlaufe mitten in der Schnur für ein zweites oder drittes Hakenpaar – Standard beim Mehrhaken-Grundrig