
Diagramm: Wikimedia Commons (frei lizenziert)
So wird er gemacht
- 1An der gewünschten Stelle mitten in der Schnur eine große Schlinge bilden.
- 2Ein Stück der Schlinge 6–8 Mal um die daneben liegende Schnur wickeln – die Wicklungen wachsen dabei um einen festen Punkt in der Mitte der Schlinge.
- 3In der Mitte der Wicklungen eine kleine Öffnung offenhalten.
- 4Ein Ende der ursprünglichen Schlinge durch genau diese mittlere Öffnung zurückführen.
- 5Anfeuchten und langsam von beiden Seiten festziehen, bis die stehende Schlaufe senkrecht absteht.
Wofür er gebaut ist
Der Dropper Loop erzeugt eine stehende Schlaufe mitten in der Hauptschnur, ohne dass die Schnur dafür durchtrennt werden muss. An diese Schlaufe wird ein kurzes Seitenvorfach mit Haken angeschlauft – die Grundlage jedes Mehrhaken-Paternosters, wie es beim Grund- und Brandungsangeln auf Plattfisch, Dorsch oder Brassen üblich ist. Weil die Schlaufe aus der durchgehenden Hauptschnur selbst entsteht, bleibt die Konstruktion einfacher und weniger fehleranfällig als eine Rig mit separaten, über Wirbel angeknoteten Seitenarmen.
Tragkraft und typische Fehler
Der Dropper Loop erreicht nicht die volle Schnurtragkraft der ungeknoteten Hauptschnur – ein gewisser Kraftverlust ist bei einer Zwischenschlaufe unvermeidbar, weshalb sie nie als alleinige Verbindungsstelle unter maximaler Last geplant werden sollte. Der häufigste Fehler ist ungleichmäßiges Zuziehen: Wird nur an einem Ende gezogen, wandert die fertige Schlaufe seitlich statt gerade nach oben zu stehen, und der Köder daran verheddert sich leicht an der Hauptschnur. Sechs bis acht Wicklungen sind ein guter Kompromiss aus Festigkeit und Bindbarkeit; deutlich weniger hält schlechter, deutlich mehr lässt sich kaum noch gleichmäßig zuziehen.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Für eine Schlaufe am SCHNURENDE statt mitten in der Schnur ist der Perfection Loop oder Rapala Loop die richtige Wahl – der Dropper Loop ist speziell für Zwischenschlaufen ohne freies Ende konstruiert. Wer stattdessen einen dritten Materialstrang fest anknoten will (etwa ein Stahlvorfach an ein Mono-Seitenarm), kommt mit einem Dreiwege-Wirbel oft schneller und zuverlässiger ans Ziel als mit einer reinen Knotenlösung – bei sehr kapitalen Fischen ist der Wirbel zudem die belastbarere Verbindung.
Material und Schnurart
Der Dropper Loop wird ganz überwiegend in Monofil gebunden: Das Material lässt sich beim Formen der Wicklungen gut kontrollieren und behält die einmal gebundene Form zuverlässig. Mit Fluorocarbon funktioniert er ebenfalls, braucht aber wegen der größeren Steifigkeit etwas mehr Kraft beim finalen Zuziehen, damit sich die Wicklungen vollständig schließen. Auf Geflechtschnur ist er unüblich – Grundmontagen mit Dropper-Loop-Rigs laufen praktisch immer auf Monofil oder Fluorocarbon als Hauptschnur, weil hier ohnehin selten Wurfweite über Dünnheit entscheidet, sondern Abriebfestigkeit am Grund gefragt ist.
Meine Empfehlung
Ich binde die Schlaufen für ein Mehrhaken-Rig grundsätzlich VOR der Fahrt zu Hause am Tisch – am Wasser mit kalten Fingern eine senkrecht stehende Schlaufe hinzubekommen, ohne dass sich die Hauptschnur dabei verdreht, kostet unnötig Zeit, die man besser mit der Rute in der Hand verbringt.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick
Weitere Schlaufenknoten
- Perfection LoopSaubere, gerade Schlinge am Vorfachende für Loop-to-Loop
- Rapala Loop (Non-Slip Loop)Schlinge für Wobbler & Jigs – gibt dem Köder mehr Bewegungsfreiheit
- Bimini TwistErzeugt eine doppelte Schnur – Standard im Meeresangeln und beim Hochseefischen
- Spider HitchSchnellere Alternative zum Bimini Twist – erzeugt ebenfalls eine Doppelschnur