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So wird er gemacht
- 1Mit einer feinen Nadel ca. 1 cm lang durch den Kern der Fliegenschnur stechen.
- 2Das Vorfach durch das Nadelöhr fädeln und durch den Schnurkern ziehen.
- 3Das Vorfach dann 6 Mal um die Außenseite der Fliegenschnur wickeln.
- 4Das Ende zurück unter die Wicklungen führen.
- 5Anfeuchten, festziehen und mit Sekundenkleber sichern.
Wofür er gebaut ist
Der Needle Knoten geht einen Schritt weiter als der Nail Knoten: Das Vorfach wird mit einer Nadel durch die Mitte der Fliegenschnur gestochen und tritt einige Millimeter weiter seitlich wieder aus, bevor der eigentliche Knoten gebunden wird. Der Übergang verläuft dadurch im Inneren der Schnur statt darüber – es entsteht praktisch keine Stufe. Bei scheuen Fischen in klarem, flachem Wasser ist dieser unauffällige Übergang genau der Unterschied, um den es beim Trockenfliegenfischen geht.
Tragkraft und typische Fehler
Die Nadel muss mittig in den Kern und darf die Ummantelung nicht seitlich aufreißen – wird sie zu schräg geführt, ist die Fliegenschnur an dieser Stelle dauerhaft geschwächt. Viele erwärmen die Nadel leicht, damit sie leichter durchgeht. Danach folgt ein Nail Knoten über der Austrittsstelle, dessen Wicklungen eng liegen müssen. Wie beim Nail Knoten zuerst das Vorfach anziehen, dann die Fliegenschnur, und großzügig anfeuchten.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Für alles außer sehr scheuen Fischen in klarem Wasser rechtfertigt der Aufwand sich kaum – Nail Knoten oder Loop-to-Loop sind schneller und beim Vorfachwechsel weniger verlustreich. Bei modernen Schnüren mit eingespleißter Schlaufe wäre es sogar schade um die Schlaufe. Der Needle Knoten ist ein Knoten für die Saisonvorbereitung am Tisch, nicht für den Wechsel am Wasser.
Material und Schnurart
Weil der Needle Knoten mit einer Nadel durch den Kern der Fliegenschnur sticht, setzt er eine Fliegenschnur mit einem tatsächlich durchstechbaren, nicht zu dichten Geflechtkern voraus – ältere oder sehr harte Hochleistungsschnüre mit dichtem Kern lassen sich schwerer sauber durchstechen, ohne die innere Struktur zu beschädigen. Das Vorfachmaterial selbst, meist Fluorocarbon wegen seiner geringen Sichtbarkeit, spielt für den Durchstich keine große Rolle, muss aber steif genug sein, um beim Einfädeln durch den engen Nadelkanal nicht umzuknicken (Sichtbarkeitsvorteile von Fluorocarbon siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich, auch wenn Fliegenvorfach dort nicht eigens geführt wird). Viele Fliegenfischer erwärmen die Nadel vor dem Stechen leicht über einer Flamme, weil warmes Metall die Kunststoffummantelung der Fliegenschnur geschmeidiger macht und der Durchstich dadurch sauberer gelingt, ohne die Ummantelung seitlich aufzureißen – bei kalter Nadel und harter, kälteversprödeter Ummantelung (etwa bei winterlicher Vorbereitung in ungeheiztem Raum) steigt das Risiko einer sichtbaren Beschädigung deutlich. Wegen dieser Empfindlichkeit gegenüber Material und Temperatur wird der Needle Knoten fast ausschließlich zu Hause am Tisch gebunden, nie unter Zeitdruck am Wasser.
Meine Empfehlung
Diesen Knoten setze ich nur bei meinen zwei, drei Lieblingsschnüren für klares, flaches Wasser – für alle anderen Fliegenschnüre lohnt sich der Aufwand aus meiner Sicht nicht, dort binde ich lieber den einfacheren Nail Knoten.
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Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick