Pitzen Knoten

Leicht

Sehr tragkraftstarker, kompakter Hakenknoten – beliebte europäische Alternative zum Clinch

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 30.07.2026

🪢 5 Schritte
MonoFluoroGeflecht
Diagramm: Pitzen Knoten

Grafik: Rick Wallace · Flickr (CC BY 2.0)

So wird er gemacht

  1. 1Schnur durch die Öse führen und das Ende hinter die Hauptschnur zurücklegen – es entsteht eine Schlaufe.
  2. 2Das Ende 3–4 Mal um beide Schnüre innerhalb der Schlaufe wickeln (von der Öse weg).
  3. 3Das Ende durch die Schlaufe nahe der Öse zurückführen.
  4. 4Nur an der Hauptschnur ziehen – der Knoten rutscht zur Öse.
  5. 5Anfeuchten, festziehen und Ende auf 2–3 mm abschneiden.
Tipp — Hält fast die volle Schnurkraft und baut sehr klein – funktioniert mit Mono, Fluorocarbon und Geflecht.

Wofür er gebaut ist

Der Pitzen Knoten, in England als 16-20 Knoten bekannt, ist in Mitteleuropa eine der beliebtesten Alternativen zum Clinch. Er baut sehr klein, hält nahezu die volle Schnurtragkraft und funktioniert – anders als der Clinch – auch mit geflochtener Schnur. Sein Aufbau ist ungewöhnlich: Die Wicklungen laufen rückwärts über den eigenen Schenkel und werden dann durch die entstandene Schlaufe geführt, sodass sich der Knoten unter Zug selbst verriegelt statt sich nur zusammenzuziehen.

Tragkraft und typische Fehler

Der Knoten lebt davon, dass er in der richtigen Reihenfolge zusammengezogen wird: erst die Wicklungen sauber ordnen, dann anfeuchten, dann am Hauptschenkel ziehen, bis sich der Knotenkörper bildet, und zuletzt an die Öse setzen. Wer sofort kräftig zieht, bekommt einen verhedderten Knoten, der nicht mehr zu retten ist. Vier bis fünf Wicklungen genügen; mehr macht ihn nur dicker, ohne ihn stärker zu machen. Das Ende erst nach dem vollständigen Festziehen kürzen.

Wann ein anderer Knoten besser passt

Bei geflochtener Schnur am Haken bleibt der Palomar der einfachere und mindestens ebenso starke Knoten – der Pitzen spielt seine Stärke vor allem bei Monofil und Fluorocarbon aus, wo er den Clinch bei gleichem Aufwand schlägt. Für sehr grobe Schnüre und große Ösen ist er unnötig fummelig. Und wenn ein Köder Bewegungsfreiheit braucht, ist auch hier ein Schlaufenknoten wie der Rapala Loop die bessere Wahl als jeder feste Ösenknoten.

Material und Schnurart

Der Pitzen-Knoten verdankt seine Beliebtheit in Mitteleuropa genau der Eigenschaft, die ihn von vielen amerikanischen Knoten unterscheidet: Er funktioniert mit Monofil und Fluorocarbon nahezu gleich gut, ohne dass die Wicklungszahl angepasst werden müsste, weil sein Verriegelungsprinzip – die Wicklungen laufen rückwärts über den eigenen Schenkel und werden durch eine Schlaufe zurückgeführt – weniger von der reinen Oberflächenreibung abhängt als ein klassischer Clinch (Reibungsunterschiede der Materialien siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich). Das macht ihn zur praktischen Wahl für Angler, die je nach Zielfisch zwischen einem weichen Monofil-Vorfach für Barsch und einem abriebfesteren Fluorocarbon-Vorfach für Zander wechseln, ohne dabei zwei verschiedene Knotentechniken im Kopf behalten zu müssen. Mit Geflecht dagegen bringt der Pitzen keinen Vorteil gegenüber dem einfacheren Palomar: Zwar hält er auch dort, doch der Palomar ist mit seinem Doppeldurchgang durch die Öse schneller gebunden und mindestens genauso tragkraftstark. Bei sehr dickem Fluorocarbon oberhalb von etwa 0,45 Millimetern wird die rückwärtslaufende Wicklung zunehmend schwierig sauber zu formen, weil das steife Material der engen Rückführung durch die Schlaufe Widerstand entgegensetzt – hier lohnt es, die Wicklungszahl bewusst auf drei statt vier zu reduzieren und dafür umso genauer auf einen sauberen, ordentlich verriegelten Sitz zu achten.

Meine Empfehlung

Für mich hat sich der Pitzen als Alltagsknoten durchgesetzt, seit ich zwischen Mono- und Fluorocarbon-Vorfach wechsle, ohne die Bindetechnik zu wechseln – ein Knoten für beide Materialien spart am Wasser mehr Zeit, als er beim Binden kostet.

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Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.

Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick

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