
Diagramm: Wikimedia Commons (frei lizenziert)
So wird er gemacht
- 1Schnur doppelt nehmen (ca. 20 cm) und durch die Öse führen.
- 2Mit der Doppelschlinge einen einfachen Überhandknoten bilden – Schlinge offen lassen.
- 3Den Haken oder Köder vollständig durch die untere Schlinge führen.
- 4Knoten anfeuchten und gleichmäßig festziehen.
- 5Überstehendes Ende auf 2–3 mm abschneiden.
Wofür er gebaut ist
Der Palomar ist der Standardknoten für geflochtene Schnur. Der Grund liegt im Aufbau: Die Schnur läuft doppelt durch die Öse, und der eigentliche Knoten ist ein Überhandknoten in der doppelten Schnur – es gibt keine Wicklungen, die auf glattem Geflecht abrutschen könnten. Genau daran scheitern die klassischen Wickelknoten aus der Monofil-Zeit. Er funktioniert mit Haken, Wirbeln, Karabinern und Kunstködern gleichermaßen und ist einer der wenigen Knoten, die man auch mit klammen Fingern und im Dunkeln zuverlässig hinbekommt.
Tragkraft und typische Fehler
Richtig gebunden erreicht der Palomar nahezu die volle Schnurtragkraft. Zwei Fehler kosten sie trotzdem: Erstens ein trocken zugezogener Knoten – die Reibungshitze beim Festziehen schädigt die Schnur dauerhaft, deshalb wird jeder Knoten vorher angefeuchtet. Zweitens eine verdrehte Schlinge: Wird der Köder durch die untere Schlinge geführt, müssen beide Schnurstränge sauber nebeneinander liegen; überkreuzen sie sich, zieht sich der Knoten ungleichmäßig zu und reißt an der Kreuzungsstelle. Beim Anziehen immer an beiden Strängen gleichzeitig ziehen, nicht nur am Ende.
Wann ein anderer Knoten besser passt
Bei sehr großen Ködern oder Wobblern mit voluminösen Drillingen wird das Durchführen durch die Schlinge unpraktisch – dort ist der Uni-Knoten die einfachere Wahl. Wer eine bewegliche Verbindung braucht, damit ein Wobbler frei ausschwingt, nimmt den Rapala Loop statt eines festen Knotens an der Öse. Und für sehr kleine Ösen, durch die die doppelte Schnur nicht passt, bleibt der Trilene oder Pitzen Knoten. Für alles andere mit Geflecht gibt es keinen Grund, vom Palomar abzuweichen.
Material und Schnurart
Der Palomar ist ursprünglich für geflochtene Schnur entwickelt worden, und dort spielt er seine Stärke am deutlichsten aus: Weil die Schnur doppelt durch die Öse läuft und der eigentliche Knoten ein einfacher Überhandknoten in dieser Doppellage ist, gibt es keine Wicklungen, die auf der glatten Geflecht-Oberfläche durchrutschen könnten (Eigenschaften von Geflecht gegenüber Monofil siehe Ratgeber-Artikel zu Angelschnur im Vergleich). Mit Monofil und Fluorocarbon funktioniert derselbe Aufbau ebenso zuverlässig, verliert dort aber seinen entscheidenden Vorteil: Diese Schnurarten bringen von sich aus genug Oberflächenreibung mit, damit auch ein gewöhnlicher Wickelknoten hält, und der Palomar bietet gegenüber einem Improved Clinch dann keinen messbaren Gewinn mehr. Eine echte Grenze setzt dagegen die Ösengröße: Bei dickem Fluorocarbon ab etwa 0,40 Millimetern wird es eng, die doppelte Schnur überhaupt durch eine normal große Hakenöse zu bekommen, und bei sehr kleinen Haken mit entsprechend kleiner Öse ist das Doppelnehmen ebenfalls kaum praktikabel. In beiden Fällen bleibt der Palomar zwar denkbar, wird aber zur Fummelei, während ein einfacher Clinch oder Uni-Knoten ohne diese Einschränkung auskommt. Wer regelmäßig zwischen den drei Schnurarten wechselt, muss sich für den Palomar keine zweite Bindetechnik merken: Anders als beim Umstieg von Geflecht auf Monofil, wo ein reiner Clinch-Nutzer auf einen anderen Knoten ausweichen müsste, bleibt der Bewegungsablauf über alle drei Materialien identisch. Das macht ihn zum praktischen Standardknoten für Angler, die mehrere Rollen mit unterschiedlicher Beschnürung führen, etwa eine geflochtene Spinnrolle neben einer monofil bespulten Ansitzrute, ohne am Wasser zwischen zwei Handgriffen wechseln zu müssen.
Meine Empfehlung
Ich binde am Wasser grundsätzlich zwei Palomar-Knoten hintereinander, sobald ich auf große Raubfische umsteige – der zweite kostet zehn Sekunden und macht aus einem soliden Knoten eine Redundanz, die sich beim ersten kräftigen Anhieb des Tages auszahlt.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App mit Fangbuch und Setup-Verwaltung für Ruten, Rollen und Vorfächer. Mehr über Petri-KI.
Mehr dazu im Ratgeber: Angelmethoden im Überblick
Weitere Hakenknoten
- Improved ClinchKlassischer Hakenknoten für Mono- und Fluorocarbon
- Uni-KnotenVielseitiger Knoten für Haken, Wirbel und zum Verbinden von Schnüren
- Trilene KnotenVerbesserte Clinch-Variante mit doppelter Schnur durch die Öse
- Snell KnotenOptimaler Hookset-Winkel beim Feeder- und Karpfenangeln
- Knotless KnotenHair-Rig für Karpfenangeln – Köder hängt frei am Haar
- Pitzen KnotenSehr tragkraftstarker, kompakter Hakenknoten – beliebte europäische Alternative zum Clinch
- World's Fair KnotenEinfacher, zuverlässiger Hakenknoten – schnell gebunden, auch mit klammen Fingern
- Jansik SpecialBesonders reißfester Hakenknoten für starke Beanspruchung