
Merkmale & Lebensraum
Langgestreckter Dorschverwandter mit einzelnem Kinnbartel, der an Wracks und Steilkanten in großer Tiefe steht. Klassischer Zielfisch der Norwegen- und Wrackangelei.
Lebensraum: Felsige Tiefen und Wracks im Nordatlantik und der nördlichen Nordsee
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 200 cm
- Maximales Gewicht
- bis 45 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Frühjahr & Sommer
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 20–25 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Schwere Bootsrute 1,80–2,10 m, 300–600 g Wurfgewicht
- Rolle
- Kräftige Multirolle Gr. 30–50
- Hauptschnur
- 0,30–0,35 mm Geflecht
- Vorfach
- Fluorocarbon 0,60–0,80 mm, ca. 1 m
- Haken
- Gr. 6/0–10/0
- Fangzeit
- Frühjahr und Sommer, tagsüber an Wracks und Steilkanten in großer Tiefe
Tipp — Direkten Grundkontakt halten und nach dem Biss sofort kraftvoll vom Wrack weg drillen.
Angeltipps für Leng
Verhalten und Standplatz
Der Leng steht wie ein sehr großer Dorschverwandter an Wracks, Steilkanten und felsigen Tiefen im Nordatlantik und der nördlichen Nordsee und jagt dort in Grundnähe. Er ist ein klassisches Ziel spezialisierter Wrack- und Norwegen-Touren, in Küstennähe kaum zu erwarten.
Die richtige Taktik
Pilken oder Angeln mit Gummifisch bzw. Naturköderfisch direkt am Grund über Wracks und Steilkanten bringt die besten Chancen. Wegen der großen Tiefen und der Kraft des Fisches ist robustes Bootsangel-Gerät notwendig.
Beste Zeit
Frühjahr und Sommer gelten als aussichtsreichste Phasen für den Leng.
Sicher bestimmen
Ein sehr langgestreckter Dorschartiger mit schlankem, fast aalartigem Körper, einer einzelnen Bartel am Kinn und zwei Rückenflossen, von denen die zweite außerordentlich lang ist und fast bis zur Schwanzflosse reicht. Die Färbung ist marmoriert bronzebraun bis oliv mit hellerem Bauch; die Flossenränder sind oft weiß gesäumt. Vom Dorsch trennt ihn die Zahl der Rückenflossen – dieser hat drei – und die schlanke Gestalt. Vom Aal unterscheidet ihn die deutlich getrennte Schwanzflosse und die vorhandenen Bauchflossen.
Drill, Landung und Handling
Der Leng steht über felsigem Grund und an Wracks, oft in großer Tiefe. Nach dem Anhieb sucht er sofort die Struktur, in der er sich festsetzt – der erste Zug muss ihn davon wegbringen, sonst ist die Montage verloren. Der weitere Drill ist schwer, aber gleichmäßig. Beim Landen ist Vorsicht geboten: Der Leng hat kräftige, spitze Zähne und schlängelt sich aalartig, was das Abhaken erschwert; Handschuhe und eine lange Zange gehören dazu. Aus großer Tiefe geholte Fische haben eine ausgedehnte Schwimmblase und lassen sich nicht sinnvoll zurücksetzen.
Tiefwasserfisch mit langer Lebensspanne
Lengs leben an felsigen Hängen, Wracks und Riffen des Nordatlantiks und der nördlichen Nordsee, meist deutlich tiefer als Dorsch oder Köhler. Sie wachsen langsam, werden spät geschlechtsreif und können über zwanzig Jahre alt werden – Eigenschaften, die eine Art empfindlich gegenüber Befischung machen. Für deutsche Angler sind sie vor allem auf Norwegen- und Hochseetouren relevant. Fangmengen und Mindestmaße richten sich nach den Regeln des jeweiligen Landes und Fanggebiets, nicht nach deutschem Landesrecht; Norwegen begrenzt zudem die Ausfuhrmenge je Person.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Leng Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.