
Merkmale & Lebensraum
Leuchtend roter Tiefenfisch mit stacheliger Rückenflosse und großen Augen. Wächst extrem langsam und wird über 60 Jahre alt. Klassischer Fang der Norwegen-Kutter über tiefen Kanten.
Lebensraum: Tiefe, kalte Hänge des Nordatlantiks, meist ab 100 m
⚠️ Vorsicht beim Anfassen
Stachelbewehrte Rückenflosse und Dornen am Kiemendeckel – nicht über den Rücken greifen, sondern von unten fassen oder im Kescher abhaken.
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 100 cm
- Maximales Gewicht
- bis 15 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●●●○○
- Maximales Alter
- über 60 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Schwere Bootsrute 1,80–2,10 m, 300–500 g Wurfgewicht
- Rolle
- Kräftige Multirolle Gr. 30–50
- Hauptschnur
- 0,30 mm Geflecht
- Vorfach
- Fluorocarbon 0,50–0,60 mm, ca. 60 cm, mit Beifänger-System
- Haken
- Gr. 4/0–6/0
- Fangzeit
- Sommer, tagsüber an tiefen Hängen und Kanten ab 100 m
Tipp — Mit dem Echolot gezielt nach Rudeln über den Kanten suchen, freies Absuchen kostet sonst viel Zeit.
Angeltipps für Rotbarsch
Verhalten und Standplatz
Der Rotbarsch steht an tiefen, kalten Hängen des Nordatlantiks meist ab 100 Metern und ist damit praktisch ausschließlich auf spezialisierten Norwegen-Kuttertouren erreichbar. Wegen seines extrem langsamen Wachstums (über 60 Jahre Lebenserwartung) erholen sich überfischte Bestände nur sehr langsam.
Die richtige Taktik
Pilken mit Beifänger-System über tiefen Kanten und Hängen ist die Standardmethode – schwere Pilker und kräftiges Gerät sind wegen der großen Tiefe notwendig. Echolot-Unterstützung erleichtert das Auffinden der Rudel.
Beste Zeit
Sommer, die übliche Reisezeit für Norwegen-Touren, ist am ergiebigsten.
Sicher bestimmen
Ein hochrückiger, kräftig orangeroter Fisch mit sehr großen Augen, stachelbewehrter Rückenflosse und einem vorstehenden Unterkiefer mit knöchernem Höcker an der Spitze. Der Kiemendeckel trägt Dornen. Die auffallend großen Augen und die rote Färbung sind Anpassungen an das Leben in großer Tiefe, wo rotes Licht nicht ankommt und die Farbe wie Schwarz wirkt. In den Fanggebieten treten mehrere Rotbarscharten nebeneinander auf, die sich in Größe und Kopfform unterscheiden und im Handel meist nicht getrennt werden.
Drill, Landung und Handling
Der Drill ist wenig spektakulär – Rotbarsche werden aus großer Tiefe geholt, und ein erheblicher Teil des Widerstands stammt von Montage und Wassersäule. Zwei Punkte sind wichtig: Die Stacheln der Rückenflosse und die Kiemendeckeldornen verursachen schmerzhafte Stiche, die sich leicht entzünden – der Fisch wird von unten getragen oder im Kescher abgehakt. Und ein aus mehreren hundert Metern geholter Rotbarsch hat eine massiv ausgedehnte Schwimmblase; ein Zurücksetzen ist praktisch aussichtslos, weshalb die Entnahmeentscheidung vor dem Wurf fallen sollte.
Ein Fisch, der Jahrzehnte braucht
Rotbarsche gehören zu den langlebigsten Speisefischen des Nordatlantiks: Sie können mehrere Jahrzehnte alt werden, wachsen extrem langsam und werden erst mit rund zehn bis fünfzehn Jahren geschlechtsreif. Zudem gebären sie lebende Junge statt Eier abzulegen. Diese Kombination macht die Bestände außerordentlich empfindlich – einmal überfischt, brauchen sie Jahrzehnte zur Erholung, und mehrere Bestände des Nordatlantiks gelten als stark reduziert. Für deutsche Angler ist die Art auf Hochseetouren vor Norwegen und Island relevant, wo die dortigen Regeln gelten.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Rotbarsch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.