
Merkmale & Lebensraum
Zungenförmiger Plattfisch mit winzigem Maul, der tagsüber im Sand vergraben liegt. Wird fast nur nachts vom Strand aus mit kleinen Haken und Wattwurm gefangen.
Lebensraum: Sandige Flachwasserzonen der Nordsee, nachts im Uferbereich
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 70 cm
- Maximales Gewicht
- bis 3 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 1,5 kg
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 20 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Leichte Brandungsrute 3,60–3,90 m, 80–100 g Wurfgewicht
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 5000–6000
- Hauptschnur
- 0,25–0,28 mm monofil
- Vorfach
- Kurzes Vorfach ca. 30–40 cm, Haken nah am Blei
- Haken
- Gr. 4–2, klein wegen des winzigen Mauls
- Fangzeit
- Sommernächte, kurz nach Einbruch der Dunkelheit im flachen Uferbereich
Tipp — Nachtangeln mit möglichst wenig Licht am Ufer, die Seezunge ist tagsüber fast nie aktiv.
Angeltipps für Seezunge
Verhalten und Standplatz
Die Seezunge liegt tagsüber fast bewegungslos im Sand vergraben und wird erst in der Dunkelheit aktiv, wenn sie mit ihrem kleinen, unterständigen Maul nach Würmern und Kleintieren sucht. Flache, sandige Uferbereiche der Nordsee sind ihr bevorzugter Lebensraum.
Die richtige Taktik
Nachtangeln vom Strand mit kleinen Haken und Wattwurm, Seeringelwurm oder Garnele am Grund ist praktisch die einzig erfolgversprechende Methode – tagsüber bleibt die Seezunge fast immer inaktiv. Kurze Vorfächer nah am Blei erhöhen die Bissausbeute.
Beste Zeit und rechtlicher Hinweis
Sommernächte sind am ergiebigsten. Für die Seezunge gilt ein EU-weites Mindestmaß, das strenger sein kann als ein bundesweiter Richtwert – das aktuelle Regelwerk für das jeweilige Fanggebiet vor dem Angeln prüfen.
Sicher bestimmen
Ein rechtsäugiger Plattfisch mit auffallend langgestrecktem, zungenförmigem Umriss – deutlich schmaler als Scholle oder Kliesche. Die Schnauze ist abgerundet und ragt über das kleine, seitlich stehende, sichelförmig gebogene Maul hinaus. Die Augenseite ist einheitlich graubraun bis dunkelbraun ohne kräftige Flecken, die Brustflosse trägt an der Spitze einen dunklen Fleck. Verwechslungen gibt es mit der kleineren Zwergzunge und mit jungen Schollen; entscheidend sind die schmale Körperform und die überstehende Schnauze.
Drill, Landung und Handling
Die Seezunge frisst nachts und tastet den Sandgrund nach Würmern und Kleinkrebsen ab – gefangen wird sie deshalb fast ausschließlich in der Dunkelheit, mit kleinen Haken und Wurmködern direkt am Grund. Der Biss ist zaghaft, oft nur ein Zupfen. Der Drill ist unspektakulär. Weil das Maul klein und seitlich sitzt, sind kleine, weit gebogene Haken deutlich erfolgreicher als große. Das Handling ist unproblematisch; ein untermaßiger Fisch gehört flach ins Wasser zurückgelegt und gräbt sich sofort ein.
Nachts im Flachwasser
Seezungen verbringen den Tag eingegraben im Sand und werden erst mit der Dunkelheit aktiv. Im Sommer ziehen sie dabei bis in sehr flaches Wasser direkt vor den Strand, im Winter in tiefere Bereiche. Sie orientieren sich weniger über die Augen als über Geschmacks- und Tastsinne an der Blindseite des Kopfes, mit denen sie Beute im Sediment aufspüren. Wirtschaftlich ist sie einer der wertvollsten Plattfische der Nordsee und entsprechend intensiv befischt; Mindestmaße ergeben sich aus EU-Vorgaben und der jeweiligen Landesverordnung.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Mindestmaß 24 cm, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Seezunge Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.