Sonnenbarsch

Lepomis gibbosus

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 20.07.2026

Sonnenbarsch

Merkmale & Lebensraum

Bunt gefärbter Neozoon aus Nordamerika mit rotem Fleck am Kiemendeckel. Steht auf der EU-Liste invasiver Arten – nicht zurücksetzen und nicht in andere Gewässer umsetzen.

Lebensraum: Flache, warme Uferzonen von Seen, Weihern und Altarmen

⚠️ Vorsicht beim Anfassen

Die vordere Rückenflosse trägt spitze Stachelstrahlen – den Fisch von oben umfassen und die Flosse dabei anlegen, nicht gegen den Strich greifen.

Steckbrief

Maximale Größe
bis 25 cm
Maximales Gewicht
bis 300 g
Deutscher Rekord
ca. 250 g
Beste Saison
Sommer
Schwierigkeit
○○○○
Maximales Alter
bis 8 Jahre

Köder & Angelmethode

MadeWurmKleinster Spinner

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
Ultra-Light-Rute 1,80–2,10 m, 2–8 g Wurfgewicht
Rolle
Stationärrolle Gr. 1000
Hauptschnur
0,08–0,12 mm mono oder Geflecht
Vorfach
keins nötig, direkt kleinen Haken anknoten
Haken
Einzelhaken Gr. 10–14
Fangzeit
Warme Sommertage, besonders in Laichplatznähe

Tipp — Nur dort gezielt befischen, wo die Art bereits vorkommt – nie in ein neues Gewässer umsetzen.

Angeltipps für Sonnenbarsch

Verhalten und Standplatz

Der Sonnenbarsch bewohnt flache, warme Uferzonen von Seen, Weihern und Altarmen und hält sich meist in kleinen Gruppen zwischen Pflanzen und Totholz auf. Zur Laichzeit im Frühsommer legt das Männchen eine Sandmulde an und verteidigt sie auffällig territorial gegen Eindringlinge.

Die richtige Taktik

Leichtes Angeln mit Made, Wurm oder kleinstem Spinner in Ufernähe fängt den wenig scheuen Sonnenbarsch fast garantiert und eignet sich gut für Einsteiger. Da die Art auf der EU-Liste invasiver Arten steht, ist gezieltes Befischen dort, wo sie vorkommt, ausdrücklich sinnvoll.

Beste Zeit und Einsteigerfehler

Sommer bei warmem Wasser ist am ergiebigsten, besonders in Laichplatznähe. Wichtigster Punkt: Als gebietsfremde, invasive Art darf der Sonnenbarsch keinesfalls zurückgesetzt oder in andere Gewässer umgesetzt werden – ein verbreiteter, aber verbotener Fehler.

Sicher bestimmen

Ein kleiner, sehr hochrückiger und stark seitlich abgeflachter Barschartiger mit auffälliger Färbung: blaugrüne bis türkise Wellenlinien am Kopf, orangefarbene Flecken auf den Flanken und ein dunkler Ohrfleck am Ende des Kiemendeckels, der bei ausgewachsenen Tieren hell gesäumt ist. Die Rückenflosse ist durchgehend, vorn stachelig, hinten weichstrahlig. Mit dem Flussbarsch ist er wegen der fehlenden Querbinden und der leuchtenden Farben nicht zu verwechseln; unsicher wird es eher bei jungen Tieren, die blasser sind und dann an Karauschen erinnern können – bis man die Stacheln sieht.

Drill, Landung und Handling

Bei selten mehr als zwanzig Zentimetern Länge ist der Drill kurz, der Fisch stellt sich aber quer und wehrt sich für seine Größe kräftig. Praktisch relevanter ist das Abhaken: Sonnenbarsche nehmen kleine Köder tief, und ihr Maul ist eng. Kleine Einzelhaken ohne Widerhaken und eine feine Lösezange ersparen dem Fisch und dem Angler viel. Die Stacheln der Rückenflosse sind spitz, aber ungiftig; der Fisch wird von oben umfasst, die Flosse dabei angelegt. Für Kinder und Einsteiger ist der Sonnenbarsch ein dankbarer Fisch – er beißt zuverlässig, tagsüber und in Ufernähe.

Gebietsfremd – und was daraus folgt

Der Sonnenbarsch kommt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und gelangte über Aquarienhaltung und Gartenteiche in europäische Gewässer. In warmen, flachen Stillgewässern bildet er sehr dichte Bestände, betreibt Brutpflege und frisst Laich und Kleintiere; in Verbindung mit der Verzwergung entsteht ein Gewässer mit vielen kleinen Fischen und wenig Nahrung für alle. Wie beim Zwergwels gilt er in Deutschland als gebietsfremde Art, und mehrere Bundesländer untersagen das Zurücksetzen. Die verbindliche Regelung steht in der Landesfischereiverordnung – wer sie nicht kennt, verstößt hier ausgerechnet mit der schonend gemeinten Handlung gegen geltendes Recht.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Sonnenbarsch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Gewicht schätzen

Lepomis gibbosus · K = 2,00 · typisch 718 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

25 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

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