
Merkmale & Lebensraum
Größter europäischer Süßwasserfisch. Aktiv vor allem nachts bei hohen Wassertemperaturen. Jagt auch an der Oberfläche – Tauben und Vögel inklusive.
Lebensraum: Tiefe Flüsse und Seen, bevorzugt Wärme und Strömungsberuhigung
⚠️ Vorsicht beim Anfassen
Die Bürstenzähne wirken wie grobes Schleifpapier – bei der Handlandung am Unterkiefer ist ein Handschuh Pflicht. Große Welse nicht senkrecht heben, sondern im flachen Wasser liegen lassen.
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 300 cm
- Maximales Gewicht
- bis 150 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 80 kg
- Beste Saison
- Sommer (warme Nächte)
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- bis 30 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Wallerrute 2,70–3,00 m, 200–500 g Wurfgewicht
- Rolle
- Große Multirolle oder Freilaufrolle Gr. 8000+
- Hauptschnur
- 0,35–0,50 mm Geflecht
- Vorfach
- 80–100 cm Stahl- oder starkes Hartfluorocarbon-Vorfach, 100+ kg Tragkraft
- Haken
- Einzel- oder Zwillingshaken Gr. 6/0–10/0
- Fangzeit
- Warme Sommernächte über 18–20 °C Wassertemperatur
Tipp — Bremse vor dem Wurf großzügig einstellen – ein kapitaler Wels prüft Rute und Bremse im Drill sofort aus.
Angeltipps für Wels
Verhalten und Standplatz
Der Wels orientiert sich stark über Barteln und Seitenlinie statt über die Augen und jagt daher auch in völliger Dunkelheit erfolgreich. Tagsüber steht er in tiefen Kolken, unter Baumwurzeln oder in Hafenbecken, nachts zieht er zum Fressen in flachere Bereiche und sogar in die Nähe der Oberfläche, wo er gelegentlich Wasservögel schlägt. Warme Sommernächte mit stabilem Wetter sind die aktivste Zeit.
Die richtige Taktik
Wegen seiner Größe und Kraft braucht der Wels grobes Gerät: starke Ruten, geflochtene Hauptschnur ab 0,35 mm und große Haken. Bewährte Methoden sind das Welsen mit toten Köderfischen oder Fischfetzen am Grund sowie das aktive Vertikalangeln (Wallerklopfen) vom Boot, bei dem Vibrationsreize die Fische anlocken. Nachtangeln an tiefen Rinnen bringt regelmäßig die größten Fische.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Die Hauptsaison liegt im Hochsommer bei Wassertemperaturen über 18–20 °C. Größter Anfängerfehler ist unterdimensioniertes Gerät – ein großer Wels kann Rute und Rolle im Drill zerstören, wenn Bremse und Schnurstärke nicht passen. Wegen der enormen Kraft und Größe sollte der Fisch möglichst schnell und schonend gedrillt und vor der Freilassung nur kurz aus dem Wasser gehoben werden.
Sicher bestimmen
Ein Wels ist mit nichts im deutschen Süßwasser zu verwechseln: schuppenloser, schleimiger Körper, breiter, abgeflachter Kopf, sechs Barteln – zwei sehr lange am Oberkiefer, vier kürzere am Unterkiefer – und eine Afterflosse, die als Saum bis zur Schwanzflosse reicht. Die Rückenflosse ist dagegen winzig. Die Färbung reicht von fast schwarz über marmoriertes Olivbraun bis zu hellen, gescheckten Tieren; sie hängt stark vom Gewässer ab und sagt nichts über die Art aus. Verwechslungen gibt es allenfalls mit den viel kleineren Zwergwelsen, die höchstens Unterarmlänge erreichen und eine ausgeprägte Fettflosse tragen.
Drill, Landung und Handling
Der Wels drillt nicht schnell, sondern schwer: lange, kaum bremsbare Fluchten Richtung Hindernis, dann minutenlanges Stehen am Grund. Gerät und Knoten müssen darauf ausgelegt sein, denn jede Schwachstelle findet dieser Fisch. Gelandet wird nicht mit dem Kescher, sondern per Handlandung am Unterkiefer – ein Handschuh ist Pflicht, die Bürstenzähne wirken wie grobes Schleifpapier. Große Welse gehören nicht an Land gezogen und nicht senkrecht gehoben: Ihr Gewicht wird im Wasser getragen, an der Luft belastet es innere Strukturen. Für Foto und Abhaken bleibt der Fisch im flachen Wasser liegen, unterstützt von zwei Personen.
Ein Bestand im Wandel
Der Wels war in Deutschland lange auf die Donau und wenige östliche Gewässer beschränkt und galt als seltener Ausnahmefang. Seit einigen Jahrzehnten breitet er sich durch Besatz, Gewässerverbund und milde Winter über nahezu alle großen Flusssysteme aus und erreicht dort Größen, die noch in den neunziger Jahren als unwahrscheinlich galten. Für die Angelei heißt das: Ein großes Fließgewässer ohne Welse ist heute die Ausnahme. Für den Naturschutz fällt die Bewertung uneinheitlich aus – als heimische Art gehört er in die Donau, in manchen kleineren Gewässern setzt der Besatz jedoch Bestände unter Druck, die nie einen Großraubfisch dieser Größe kannten.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Mindestmaß 70 cm, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Wels – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | – | – | – |
| Bayern | – | – | – |
| Berlin | 75 cm | – | – |
| Brandenburg | – | – | – |
| Bremen | – | – | – |
| Hamburg(bundesweit) | 70 cm | – | – |
| Hessen(bundesweit) | 70 cm | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | 70 cm | 01.05. – 30.06. | – |
| Niedersachsen | 50 cm | – | – |
| Nordrhein-Westfalen | – | – | – |
| Rheinland-Pfalz | – | – | – |
| Saarland | – | – | – |
| Sachsen | – | – | – |
| Sachsen-Anhalt | – | – | – |
| Schleswig-Holstein | – | – | – |
| Thüringen | 50 cm | – | – |
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Mit „(bundesweit)" markierte Länder führen für Wels keine eigene Regelung; dort steht der bundesweite Richtwert. Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Wels Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.
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