
Merkmale & Lebensraum
Kleiner Schwarmfisch mit rötlichen Brustflossen. Dem Brassen sehr ähnlich. Häufiger, unvermeidlicher Beifang.
Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, oft mit Brassen
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 35 cm
- Maximales Gewicht
- bis 1 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 0,8 kg
- Beste Saison
- Frühjahr & Sommer
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 10 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Feederrute 3,30–3,60 m, leichtes Wurfgewicht
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 2500–3000
- Hauptschnur
- 0,16–0,20 mm monofil
- Vorfach
- 0,14 mm, ca. 20 cm
- Haken
- Gr. 14–16
- Fangzeit
- Frühjahr und Sommer, meist als Beifang beim Brassenangeln
Tipp — Wer gezielt Brassen sucht, sollte Güster als häufigen Beifang einplanen statt sich über den Fehlfang zu ärgern.
Angeltipps für Güster
Verhalten und Standplatz
Der Güster ist dem Brassen zum Verwechseln ähnlich und zieht ebenfalls in dichten Schwärmen über weichem Grund in Seen und langsam fließenden Gewässern. Er steht häufig gemeinsam mit Brassen an denselben Stellen und wühlt dort nach Kleinlebewesen, ist dabei aber meist etwas näher am Ufer und in geringerer Tiefe zu finden.
Die richtige Taktik
Grundangeln mit Maden, Wurm oder Brot an feiner Montage fängt den Güster praktisch von selbst mit, sobald ein Schwarm gefunden ist – eine gezielte Befischung lohnt sich wegen der geringen Größe kaum. Wer Brassen oder größere Weißfische anfüttert, sollte den Güster als unvermeidlichen, aber unterhaltsamen Beifang einkalkulieren.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Frühjahr und Sommer bringen die meisten Kontakte. Ein typischer Fehler ist die Enttäuschung über den kleineren, leichteren Fisch beim Drill – wer Güster von Brassen unterscheiden will, sollte auf die rötlichen Brustflossen und die geringere Körperhöhe achten.
Sicher bestimmen
Die Güster wird regelmäßig für einen jungen Brassen gehalten. Zwei Merkmale trennen sicher: Bei der Güster sind die Ansätze der Brust- und Bauchflossen rötlich, beim Brassen einheitlich grau. Und ihr Auge ist im Verhältnis zum Kopf deutlich größer – der Augendurchmesser entspricht ungefähr der Schnauzenlänge. Der Körper ist hoch und stark abgeflacht, die Afterflosse lang, die Grundfärbung silbrig mit bläulichem Rücken. Wo beide Arten vorkommen, entstehen zudem Hybriden, die zwischen den Merkmalen liegen und nicht sicher anzusprechen sind.
Drill, Landung und Handling
Güstern bleiben meist unter dreißig Zentimetern und drillen kurz, stellen sich aber wie alle hochrückigen Weißfische quer und fühlen sich schwerer an, als sie sind. Das Maul ist klein und weich, die Haut schleimig – für beides gilt dasselbe wie beim Brassen: feiner Haken, weicher Anhieb, nasse Hände. Als häufiger Beifang beim Feedern und Stippen entscheidet vor allem die Geschwindigkeit über den Zustand des Fisches. Wer den Widerhaken andrückt und den Haken im Kescher löst, setzt eine Güster in wenigen Sekunden unbeschadet zurück.
Unterschätzt, aber wichtig
Die Güster gilt vielen als lästiger Beifang und wird selten gezielt beangelt. Für das Gewässer ist sie trotzdem bedeutsam: Sie besetzt eine Nische zwischen Rotauge und Brassen, frisst Kleinkrebse und Insektenlarven am Boden und ist eine wichtige Beute für mittelgroße Raubfische. Ihr hoher, flacher Körper macht sie ab einer gewissen Größe für Hechte schwer zu bewältigen, sodass ältere Güstern in vielen Gewässern in großer Zahl vorkommen. Ein Mindestmaß führen die wenigsten Bundesländer für sie – umso mehr liegt der Umgang mit ihr im Ermessen des Anglers.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Güster Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.