
Merkmale & Lebensraum
Überlebenskünstler unter den Karpfenfischen. Übersteht auch ausgetrocknete Gewässer im Schlamm. Vorfahr des Goldfisches.
Lebensraum: Flache, warme Tümpel und Teiche, auch mit wenig Sauerstoff
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 50 cm
- Maximales Gewicht
- bis 3 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 2 kg
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●●○○○
- Maximales Alter
- 10–15 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Leichte Grund-/Posenrute 3,00–3,60 m
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 2000–2500
- Hauptschnur
- 0,16–0,18 mm monofil
- Vorfach
- 0,12–0,14 mm, ca. 15 cm
- Haken
- Gr. 12–16
- Fangzeit
- Warme Sommertage, tagsüber am Kraut- oder Schilfrand
Tipp — Über mehrere Tage mit kleinen Mengen anfüttern — in kleinen, geschlossenen Gewässern bleibt die Karausche sehr standorttreu.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Karausche
Verhalten und Standplatz
Die Karausche besiedelt flache, oft verkrautete Tümpel und kleine Teiche, die für viele andere Fischarten wegen niedrigen Sauerstoffgehalts kaum bewohnbar sind, und übersteht dort sogar zeitweiliges Austrocknen im feuchten Schlamm. Sie steht meist versteckt zwischen Pflanzen und ist vorsichtig, was das Anlanden größerer Exemplare zu einer kleinen Herausforderung macht.
Die richtige Taktik
Grundangeln mit Wurm, Mais oder einer kleinen Made-Bündelung an feiner Montage direkt am Kraut- oder Schilfrand ist die bewährte Methode. Leichtes Anfüttern über einen längeren Zeitraum lohnt sich besonders in kleinen, in sich geschlossenen Gewässern, da die Karausche dort standorttreu bleibt.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Der Sommer bei warmem Wasser ist am ergiebigsten. Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung mit dem sehr ähnlichen, eingewanderten Giebel – nur die reinrassige Karausche hat eine leicht konkave Rückenflossenkante, was beim Bestimmen hilft.
Sicher bestimmen
Die Karausche ist hochrückig, hat keine Barteln und eine nach außen gewölbte, langgezogene Rückenflosse. Am Schwanzstiel sitzt bei den meisten Tieren ein dunkler Fleck. Die entscheidende Abgrenzung ist der Giebel: Dessen Rückenflosse ist am Rand eingebuchtet statt gewölbt, seine Färbung wirkt silbriger und das Bauchfell ist dunkel. Vom Karpfen trennt beide das vollständige Fehlen der Barteln. Die Bestimmung ist heikel, weil Karausche und Giebel sich kreuzen und Hybriden häufig sind – im Zweifel entscheidet die Zahl der Kiemenreusendornen, was am lebenden Fisch nicht praktikabel ist.
Drill, Landung und Handling
Karauschen drillen zäh und stemmen ihren hohen Körper gegen den Zug, bleiben dabei aber meist in Bodennähe. Sie werden selten größer als 40 Zentimeter, kämpfen aber deutlich über ihrem Gewicht. Das Maul ist klein und derb, ein feiner Haken genügt. Bemerkenswert ist ihre Zähigkeit außerhalb des Wassers – sie überstehen mehr als die meisten Weißfische. Das ist kein Grund, es auszureizen: nasse Hände, kurzer Kontakt, zurück ins Wasser. In sauerstoffarmen Tümpeln ist sie oft der einzige Fisch, und jeder entnommene Fisch fehlt dort spürbar.
Überlebenskünstlerin in Kleinstgewässern
Die Karausche erträgt Bedingungen, an denen fast jeder andere heimische Fisch stirbt: sehr geringen Sauerstoffgehalt, hohe Temperaturen, saures Wasser und im Winter monatelang eisbedeckte Flachtümpel. Sie kann ihren Stoffwechsel dabei zeitweise auf einen sauerstofffreien Weg umstellen. Genau deshalb ist sie in isolierten Weihern, Moorgewässern und alten Lehmgruben zu Hause. Bedroht wird sie weniger von harten Bedingungen als von zwei anderen Entwicklungen: dem Verschwinden solcher Kleinstgewässer und der Konkurrenz durch den eingebürgerten Giebel, mit dem sie sich zudem vermischt. In mehreren Bundesländern gilt sie als gefährdet.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Karausche – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bayern | ganzjährig geschützt | – | – |
| Berlin | ganzjährig geschützt | – | – |
| Brandenburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hessen | ganzjährig geschützt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Rheinland-Pfalz | ganzjährig geschützt | – | – |
| Saarland | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen | 15 cm | 01.02. – 30.06. | – |
| Sachsen-Anhalt | keine Regelung hinterlegt | ||
| Schleswig-Holstein | keine Regelung hinterlegt | ||
| Thüringen | 15 cm | 01.04. – 31.05. | – |
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Karausche Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.