
Merkmale & Lebensraum
Am schwarzen Fleck über der Seitenlinie – dem "Daumenabdruck des Teufels" – gut vom Dorsch zu unterscheiden. Bevorzugt tieferes, kühleres Wasser.
Lebensraum: Nordsee, tiefere Bereiche, seltener als Dorsch
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 110 cm
- Maximales Gewicht
- bis 16 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 6 kg
- Beste Saison
- Winter
- Schwierigkeit
- ●●●○○
- Maximales Alter
- 15 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Bootsrute 2,10–2,40 m, 150–250 g Wurfgewicht
- Rolle
- Multirolle Gr. 20–30
- Hauptschnur
- 0,20–0,25 mm Geflecht
- Vorfach
- Fluorocarbon 0,45–0,50 mm, ca. 60 cm
- Haken
- Pilker mit Beifänger Gr. 2/0–4/0
- Fangzeit
- Winter, tagsüber über tieferen Rinnen und Sand-/Schlickbänken
Tipp — Tiefere Rinnen gezielt mit dem Echolot absuchen, der Schellfisch steht seltener und lokaler als der Dorsch.
Angeltipps für Schellfisch
Verhalten und Standplatz
Der Schellfisch bevorzugt tieferes, kühleres Wasser als der Dorsch und ist entsprechend seltener in küstennahen Fängen zu finden. Er steht meist über eher glattem Sand- oder Schlickgrund statt an Wracks oder Steinfeldern.
Die richtige Taktik
Pilken mit natürlicher Wattwurm-Beköderung oder reinem Naturköder am Grund in größerer Tiefe bringt die besten Chancen. Da der Schellfisch seltener als der Dorsch auftritt, lohnt sich das gezielte Absuchen tieferer Rinnen und Bänke.
Beste Zeit
Winter mit seinen kühleren Wassertemperaturen ist die klassische Hauptsaison für den Schellfisch in der Nordsee.
Sicher bestimmen
Ein Dorschartiger mit drei Rückenflossen und zwei Afterflossen, aber zwei sehr auffälligen Erkennungsmerkmalen: einer schwarzen statt hellen Seitenlinie und einem dunklen, ovalen Fleck über der Brustflosse, dem sogenannten Petrusdaumen. Die Kinnbartel ist vorhanden, aber deutlich kleiner als beim Dorsch, die erste Rückenflosse ist hoch und spitz ausgezogen. Der Rücken ist graubraun bis violett schimmernd, die Flanken silbrig. Mit dieser Kombination ist der Schellfisch von Dorsch und Wittling sicher zu trennen, auch wenn alle drei nebeneinander gefangen werden.
Drill, Landung und Handling
Der Schellfisch drillt weniger schwer als ein gleich großer Dorsch, dafür lebhafter. Er steht meist in größerer Tiefe, sodass das Zurücksetzen aus praktischen Gründen selten infrage kommt: Wie bei allen Dorschartigen dehnt sich die Schwimmblase beim Aufstieg aus und der Fisch kann nicht mehr abtauchen. Das Maul ist kleiner als beim Dorsch, weshalb kleinere Haken und Beifänger besser fassen. Das Fleisch ist feiner und weicher als das des Dorschs und verlangt eine zügige Versorgung – ausnehmen, kühlen, nicht stundenlang an Deck liegen lassen.
Ein Bodenfisch mit engem Lebensraum
Der Schellfisch lebt am Boden über Sand- und Schlickgründen, meist tiefer als der Dorsch, und ernährt sich von Würmern, Muscheln, Schlangensternen und Kleinkrebsen. In der deutschen Bucht ist er deutlich seltener als in der nördlichen Nordsee und vor Norwegen, weshalb er hier eher Beifang als Zielfisch ist. Sein Bestand gilt in einigen Gebieten als vergleichsweise stabil, unterliegt aber wie alle wirtschaftlich genutzten Nordseearten jährlich angepassten EU-Quoten. Für die Angelfischerei ergeben sich Mindestmaße und Mengen daraus und nicht aus einer Landesverordnung.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Schellfisch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.