
Merkmale & Lebensraum
Kugelig-plumper Körper mit Saugnapf aus umgebildeten Bauchflossen. Weibchen kommen im Frühjahr zum Laichen ins Flachwasser und sind dann leicht vom Ufer zu fangen.
Lebensraum: Ostsee, im Frühjahr im flachen Küstenwasser, sonst im offenen Meer
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 60 cm
- Maximales Gewicht
- bis 9,5 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 4 kg
- Beste Saison
- Frühjahr (Laichzeit im Flachwasser)
- Schwierigkeit
- ●●○○○
- Maximales Alter
- 10 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Leichte Ufer-/Grundrute 3,00–3,60 m, 60–100 g Wurfgewicht
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 4000–5000
- Hauptschnur
- 0,25 mm monofil
- Vorfach
- Einfaches Grundvorfach ca. 40–50 cm
- Haken
- Gr. 2–1
- Fangzeit
- Frühjahr, tagsüber im flachen Küstenwasser während der Laichwanderung
Tipp — Nur zur Laichzeit im Frühjahr gezielt ufernah fischen, außerhalb dieser Zeit ist der Seehase praktisch unerreichbar.
Angeltipps für Seehase
Verhalten und Standplatz
Der Seehase verbringt den Großteil des Jahres im offenen Meer, wandert aber im Frühjahr zum Laichen ins flache Küstenwasser der Ostsee. Mit dem zum Saugnapf umgebildeten Bauchflossenpaar heftet er sich dabei fest an Steine und Grund, um der Strömung zu widerstehen.
Die richtige Taktik
Während der Laichwanderung im Frühjahr lässt sich der Seehase vergleichsweise einfach vom Ufer mit Wattwurm oder auch Käseköder am Grund fangen, da die Weibchen dann in unmittelbarer Ufernähe stehen. Außerhalb dieser Zeit ist er für Angler praktisch unerreichbar.
Beste Zeit
Das Frühjahr während der Laichzeit im Flachwasser ist die einzig praktikable Fangzeit für diese Art.
Sicher bestimmen
Ein plumper, hochrückiger Fisch mit dicker, knorpeliger Haut, auf der mehrere Reihen kegelförmiger Höcker sitzen. Schuppen fehlen. Das eindeutigste Merkmal liegt am Bauch: Die Bauchflossen sind zu einer runden Saugscheibe verwachsen, mit der sich der Fisch an Steinen festhält. Weibchen sind graublau bis grünlich, Männchen färben sich zur Laichzeit auffällig rot bis orange. Mit keiner anderen heimischen Art zu verwechseln – die Kombination aus Höckerreihen, plumper Gestalt und Saugscheibe ist einmalig.
Umgang am Wasser
Der Seehase ist kein Zielfisch der Angelfischerei und wird im Frühjahr gelegentlich als Beifang von Küstenanglern gefangen, wenn die Tiere zum Laichen ins flache Wasser kommen. Ein Drill findet kaum statt. Beim Anfassen sind die Höcker unangenehm, aber ungefährlich. Wichtiger ist der Zusammenhang: Ein im Frühjahr gefangener Fisch ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein laichbereites Tier oder ein Männchen, das ein Gelege bewacht. Zurücksetzen ist hier keine Formsache, sondern entscheidet über eine ganze Brut – die geltenden Schonbestimmungen stehen in der Landesverordnung.
Das Männchen bewacht das Gelege
Seehasen leben den größten Teil des Jahres im offenen Meer und kommen im Frühjahr zum Laichen in flache, steinige Küstenbereiche. Das Weibchen legt große, klebrige Eiballen zwischen Steinen ab und zieht sich zurück; das Männchen bleibt, heftet sich mit der Saugscheibe fest, bewacht das Gelege wochenlang und fächelt ihm frisches Wasser zu. Verschwindet es, stirbt die Brut. Der Rogen der Weibchen wird als Ersatzkaviar vermarktet, was die Bestände unter Druck gesetzt hat; die Art gilt heute international als gefährdet.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Seehase Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.