
Merkmale & Lebensraum
Kleiner Gründlingsverwandter mit nach oben gerichteten Augen. Braucht sauberes, kiesiges Fließwasser und gilt als Zeigerart intakter Flüsse – streng geschützt (FFH-Anhang II).
Lebensraum: Kiesige, schnell strömende Donauzuflüsse
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 15 cm
- Maximales Gewicht
- bis 25 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 5–6 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Kein gezielter Fang – geschützte Art
- Rolle
- –
- Hauptschnur
- –
- Vorfach
- –
- Haken
- –
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – geschützte Art
Tipp — Beifang umgehend und vorsichtig zurücksetzen, um die empfindliche Zeigerart nicht zusätzlich zu belasten.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Steingressling
Verhalten und Standplatz
Der Steingressling lebt bodennah in kiesigen, schnell strömenden Donauzuflüssen und ist mit seinen nach oben gerichteten Augen an ein Leben zwischen Steinen im durchströmten Kiesbett angepasst. Er stellt hohe Ansprüche an Wasserqualität und Substrat und gilt daher als Zeigerart für intakte, naturnahe Flussabschnitte.
Status und Umgang bei Beifang
Als streng geschützte FFH-Anhang-II-Art darf der Steingressling nicht gezielt beangelt werden. Ein Beifang sollte umgehend und vorsichtig zurückgesetzt werden, um die empfindliche Art nicht zusätzlich zu belasten.
Bedeutung für das Gewässer
Das Vorkommen des Steingresslings zeigt einen intakten, sauerstoffreichen Kiesgrund an, wie er in vielen begradigten oder verbauten Flüssen kaum noch vorhanden ist. Sein Schutz ist eng mit dem Erhalt naturnaher Donauzuflüsse verbunden.
Sicher bestimmen
Ein gründlingsähnlicher Kleinfisch der Donauzuflüsse mit zwei Barteln, die deutlich länger sind als beim Gründling und bis unter die Augen zurückreichen. Der Kopf ist flacher, die Augen stehen weiter oben und sind fast nach oben gerichtet – ein Merkmal, das der wissenschaftliche Name aufgreift. Der Körper ist schlanker als beim Gründling, die Fleckung entlang der Seitenlinie feiner. Vom Weißflossengründling trennt ihn die deutliche Fleckung der Flossen. Alle drei Arten sicher zu unterscheiden, verlangt einen ruhigen Blick auf Barteln und Flossenzeichnung.
Umgang und Schutzstatus
Der Steingressling wird nicht gezielt beangelt und tritt allenfalls als Beifang an feinem Gerät auf. Er ist in Deutschland selten, auf wenige Donauzuflüsse beschränkt und in der europäischen FFH-Richtlinie als schutzwürdige Art geführt; regional gilt ein ganzjähriges Fangverbot. Ein versehentlich gefangenes Tier gehört unverzüglich und ohne Berührung zurück ins Wasser. Wer im bayerischen Donauraum mit kleinen Haken auf Grund angelt, sollte die Art kennen, um sie nicht für einen gewöhnlichen Gründling zu halten.
Angewiesen auf schnelle Kiesstrecken
Der Steingressling lebt über sauberem, grobem Kies in rasch überströmten Abschnitten und meidet feines Sediment. Genau diese Habitate sind in den bayerischen Donauzuflüssen durch Aufstau, Geschiebemangel und Feinsedimenteintrag selten geworden: Wo kein Geschiebe nachrückt, verfestigt und verschlammt die Sohle. Er gilt deshalb als Anzeigerart für eine funktionierende Geschiebedynamik. Renaturierungen, die Kies wieder in Bewegung bringen, wirken bei ihm unmittelbar – anders als Besatzmaßnahmen, die bei einer Art ohne fischereiliche Bedeutung ohnehin nicht stattfinden.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Steingressling Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.