Rotauge (Plötze)

Rutilus rutilus

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 04.08.2026

Rotauge (Plötze)

Merkmale & Lebensraum

Häufigster Friedfisch in deutschen Gewässern. Erkennbar an roten Augen und orangefarbenen Flossen. Ideal zum Stippen.

Lebensraum: Nahezu alle stehenden und fließenden Gewässer

Steckbrief

Maximale Größe
bis 50 cm
Maximales Gewicht
bis 2 kg
Deutscher Rekord
ca. 1,8 kg
Beste Saison
Frühjahr & Sommer
Schwierigkeit
○○○○
Maximales Alter
8–10 Jahre

Köder & Angelmethode

MadenWurmBrotMais

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
Stipprute oder Matchrute 4–6 m
Rolle
Leichte Stationärrolle Gr. 1000–2000 (bei Matchrute)
Hauptschnur
0,12–0,16 mm monofil
Vorfach
0,10–0,12 mm, ca. 20–30 cm
Haken
Gr. 16–20
Fangzeit
Ganzjährig, besonders ergiebig in den Morgen- und Abendstunden im Frühjahr

Tipp — Regelmäßig in kleinen Portionen anfüttern, um den Schwarm ohne Sättigung am Platz zu halten.

Leicht zu verwechseln mit

Angeltipps für Rotauge (Plötze)

Verhalten und Standplatz

Das Rotauge ist der häufigste Friedfisch in deutschen Gewässern und zieht in großen Schwärmen durch nahezu jedes stehende und fließende Gewässer. Es steht gerne an Kanten zwischen Krautfeldern und freiem Wasser sowie in mittleren Wassertiefen, wo es Kleintiere und Pflanzenreste aufnimmt.

Die richtige Taktik

Stippfischen mit feiner Pose und Maden, Wurm oder Mais ist die klassische, sehr effektive Methode – regelmäßiges leichtes Anfüttern hält den Schwarm am Platz und sorgt für dichte Bissfolge. Wegen des vorsichtigen Zupackens sind feine Vorfächer und kleine Haken vorteilhaft.

Beste Zeit und Einsteigerfehler

Frühjahr und Sommer sind besonders ergiebig. Ein häufiger Anfängerfehler ist zu grobes Gerät – Rotaugen nehmen kleine Köder vorsichtig auf, weshalb feine Montagen deutlich mehr Bisse bringen als grobes Grundangel-Geschirr.

Sicher bestimmen

Rotauge und Rotfeder werden ständig verwechselt, obwohl zwei Merkmale sicher trennen. Erstens die Rückenflosse: Beim Rotauge beginnt sie senkrecht über dem Ansatz der Bauchflossen, bei der Rotfeder deutlich dahinter. Zweitens das Maul: Beim Rotauge ist es endständig bis leicht unterständig und die Oberlippe reicht etwas vor, bei der Rotfeder zeigt es schräg nach oben. Der Name hilft nur bedingt – auch die Rotfeder hat farbige Flossen, und die Iris des Rotauges ist oft nur im oberen Teil rot. Wer beide nebeneinander legt, sieht den Unterschied an der Flossenstellung sofort.

Drill, Landung und Handling

Rotaugen sind selten größer als eine Handspanne und drillen entsprechend kurz, wehren sich aber lebhaft mit schnellen Seitwärtsbewegungen. Die Lippen sind dünn und reißen leicht aus – feine Haken, weiches Vorfach und ein Drill ohne Gewalt. Weil die Art häufig als Beifang beim Stippen anfällt, entscheidet die Hakenwahl über den Zustand des Fisches: kleine Haken mit angedrücktem Widerhaken lassen sich in Sekunden lösen. Zum Zurücksetzen gehören nasse Hände und der kurze Weg zurück ins Wasser; der Fisch soll nicht über trockenes Gras rutschen.

Der häufigste Fisch – und warum das zählt

Das Rotauge ist in Deutschland eine der am weitesten verbreiteten Fischarten und kommt in fast jedem stehenden und langsam fließenden Gewässer vor. Ökologisch ist es der Knotenpunkt der Nahrungskette: Es frisst Plankton, Aufwuchs und Kleintiere und ist gleichzeitig die Hauptbeute von Hecht, Zander und Barsch. Ein Gewässer ohne stabilen Weißfischbestand trägt keinen Raubfischbestand. Für Angler heißt das zweierlei: Der Fangort der Rotaugen ist ein guter Hinweis auf den Standplatz der Räuber, und ein Rückgang bei den Weißfischen kündigt Probleme an, lange bevor die Hechtfänge einbrechen.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Kein Mindestmaß, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Rotauge (Plötze) – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland

BundeslandMaßSchonzeitStück/Tag
Baden-Württemberg(bundesweit)
Bayern(bundesweit)
Berlin
Brandenburg(bundesweit)
Bremen(bundesweit)
Hamburg(bundesweit)
Hessen(bundesweit)
Mecklenburg-Vorpommern(bundesweit)
Niedersachsen(bundesweit)
Nordrhein-Westfalen(bundesweit)
Rheinland-Pfalz15 cm
Saarland(bundesweit)
Sachsen(bundesweit)
Sachsen-Anhalt(bundesweit)
Schleswig-Holstein(bundesweit)
Thüringen

Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Mit „(bundesweit)" markierte Länder führen für Rotauge (Plötze) keine eigene Regelung; dort steht der bundesweite Richtwert. Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Rotauge (Plötze) Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Rotauge (Plötze) gezielt fangen

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Warum das Rotauge der ideale Einstieg ins Friedfischangeln ist, wie feine Posenmontagen funktionieren, und wie man einen Schwarm bei Laune hält.

Gewicht schätzen

Rutilus rutilus · K = 1,10 · typisch 1235 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

90 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

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