Schleie

Tinca tinca

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 04.08.2026

Schleie

Merkmale & Lebensraum

Goldgrün schimmernder Schleimfisch mit sehr kleinen Schuppen. Sehr wärmeliebend und beißt im Hochsommer am aktivsten.

Lebensraum: Stehende, pflanzenreiche Gewässer, toleriert schlechte Wasserqualität

Steckbrief

Maximale Größe
bis 70 cm
Maximales Gewicht
bis 7 kg
Deutscher Rekord
ca. 5 kg
Beste Saison
Hochsommer
Schwierigkeit
●●●○○
Maximales Alter
10–15 Jahre

Köder & Angelmethode

WurmMadenBrotMais

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
Grund-/Feederrute 3,30–3,60 m, 40–60 g Wurfgewicht
Rolle
Stationärrolle Gr. 2500–3500 mit Freilauf
Hauptschnur
0,20–0,25 mm monofil
Vorfach
0,16–0,18 mm, ca. 15–20 cm
Haken
Gr. 10–14
Fangzeit
Frühe Morgenstunden im Hochsommer bei Wassertemperaturen ab 18–20 °C

Tipp — Anschlag erst setzen, wenn die Pose sicher wegzieht — Schleien betasten den Köder oft lange, bevor sie richtig zupacken.

Angeltipps für Schleie

Verhalten und Standplatz

Die Schleie liebt warmes, pflanzenreiches Flachwasser und ist besonders in den frühen Morgenstunden aktiv, wenn sich beim Fressen aufsteigende Blasenketten am Krautrand zeigen. Sie ist sehr wärmeliebend und wird erst bei Wassertemperaturen ab etwa 18–20 °C richtig aktiv, weshalb der Hochsommer die klar beste Zeit ist.

Die richtige Taktik

Grundangeln mit Wurm oder Mais direkt am Krautrand, kombiniert mit leichtem Anfüttern, ist die bewährte Methode. Da Schleien vorsichtig fressen und den Köder oft lange betasten, bevor sie richtig zupacken, zahlt sich Geduld beim Anschlag aus – zu früh gesetzte Anschläge führen häufig zu Fehlbissen.

Beste Zeit und Einsteigerfehler

Die ergiebigsten Stunden liegen in der Morgendämmerung im Hoch- und Spätsommer. Ein typischer Fehler ist die Wahl zu tiefer, kühler Stellen – Schleien halten sich fast ausschließlich im warmen Flachwasser mit Krautbewuchs auf.

Sicher bestimmen

Die Schleie ist an ihrer Haut zu erkennen: sehr kleine, tief in der Haut sitzende Schuppen unter einer dicken Schleimschicht, die den Fisch fast lederartig wirken lässt. Dazu kommen kräftig abgerundete Flossen ohne Spitzen, zwei kurze Barteln an den Mundwinkeln und auffallend kleine, rot- bis orangefarbene Augen. Die Färbung reicht von olivgrün bis fast schwarz, in Zuchtform auch goldgelb. Verwechslungen sind kaum möglich – keine andere heimische Art vereint runde Flossen, winzige Schuppen und rote Augen. Männchen erkennt man an den auffallend verdickten, löffelförmigen Bauchflossen.

Drill, Landung und Handling

Schleien kämpfen für ihre Größe außergewöhnlich hart: kurze, kraftvolle Stöße, dann das Bemühen, sich in Kraut oder Seerosen zu wickeln. Ein zu feines Vorfach kostet den Fisch im Grün. Der Drill sollte deshalb bestimmt geführt werden, um die Schleie aus der Deckung zu halten. Beim Anfassen ist die dicke Schleimschicht das Wichtigste: Sie ist der eigentliche Infektionsschutz des Fisches, und wer die Schleie mit trockenen Händen greift, nimmt sie streifenweise mit. Nasse Hände, Kescher mit weichen Maschen, kurzer Kontakt – dann geht sie unbeschadet zurück.

Wo Schleien wirklich stehen

Die Schleie ist eine Art der warmen, flachen und pflanzenreichen Zonen. Sie erträgt sauerstoffarme Verhältnisse, unter denen andere Arten längst abwandern, und kann sich bei extremer Trockenheit sogar zeitweise im Schlamm eingraben. Angeltechnisch folgt daraus ein enges Zeitfenster: Sie frisst vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung, dicht am Kraut, oft in weniger als einem Meter Wasser. Blasenspuren über Seerosenfeldern sind das verlässlichste Zeichen. Im Hochsommer verlagert sich die Aktivität in die Nacht; im kalten Wasser stellt die Schleie das Fressen weitgehend ein.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Mindestmaß 25 cm, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Schleie – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland

BundeslandMaßSchonzeitStück/Tag
Baden-Württemberg25 cm15.05. – 30.06.
Bayern26 cm01.05. – 30.06.
Berlin25 cm
Brandenburg25 cm
Bremen(bundesweit)25 cm
Hamburg25–45 cm
Hessen25–45 cm01.05. – 30.06.
Mecklenburg-Vorpommern25 cm
Niedersachsen(bundesweit)25 cm
Nordrhein-Westfalen25 cm
Rheinland-Pfalz25 cm
Saarland25 cm
Sachsen(bundesweit)25 cm
Sachsen-Anhalt25 cm
Schleswig-Holstein25 cm
Thüringen25 cm

Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Mit „(bundesweit)" markierte Länder führen für Schleie keine eigene Regelung; dort steht der bundesweite Richtwert. Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Schleie Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Schleie gezielt fangen

Schleie angeln: die Dämmerungsstunden am Krautrand

Warum die Schleie ein Frühaufsteher ist, welche Köder am Grund über Kraut funktionieren, und weshalb Ruhe am Ufer entscheidet.

Gewicht schätzen

Tinca tinca · K = 1,55 · typisch 2555 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

660 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

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