
Merkmale & Lebensraum
Kleinerer, raunhäutiger Verwandter der Scholle. Häufiger Beifang beim Brandungs- und Bootsangeln auf Sandgrund.
Lebensraum: Sandgrund in Nord- und Ostsee
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 40 cm
- Maximales Gewicht
- bis 500 g
- Deutscher Rekord
- ca. 400 g
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 8–10 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Brandungsrute 3,60–3,90 m, 80–120 g Wurfgewicht
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 5000–6000
- Hauptschnur
- 0,28–0,30 mm monofil oder 0,16 mm Geflecht
- Vorfach
- Brandungsvorfach mit 2 Haken, ca. 50–80 cm
- Haken
- Gr. 2–1
- Fangzeit
- Sommer, tagsüber über flachem Sandgrund
Tipp — Kleine Hakengrößen wählen, das Maul der Kliesche ist deutlich kleiner als das der Scholle.
Angeltipps für Kliesche
Verhalten und Standplatz
Die Kliesche liegt wie die Scholle im Sandgrund und ernährt sich von Kleintieren, ist aber meist etwas kleiner und tritt oft in gemischten Schwärmen mit anderen Plattfischen auf. Sie kommt an denselben Rinnen und Sandbänken wie die Scholle vor.
Die richtige Taktik
Dieselbe Brandungs- oder Grundmontage mit Wattwurm oder Seeringelwurm wie beim Scholle-Angeln fängt zuverlässig auch Kliesche mit – eine gezielt andere Taktik ist selten nötig, da beide Arten dieselben Köder und Stellen bevorzugen.
Beste Zeit
Sommer, parallel zur Hauptsaison der Scholle, bringt die meisten Fänge.
Sicher bestimmen
Ein kleiner, rechtsäugiger Plattfisch mit durchgehend rauer Haut auf der Augenseite – fährt man von hinten nach vorn darüber, fühlt es sich an wie feines Schleifpapier. Das entscheidende Merkmal ist die Seitenlinie: Sie schwingt über der Brustflosse in einem deutlichen, hohen Bogen nach oben, während sie bei der Scholle nahezu gerade verläuft. Die Färbung ist graubraun mit undeutlichen, verwaschenen Flecken, nie mit den kräftig orangeroten Punkten der Scholle. Von der Flunder trennt sie die gleichmäßig raue Haut statt der punktuellen Rauheit entlang der Seitenlinie.
Drill, Landung und Handling
Klieschen bleiben meist unter dreißig Zentimetern; der Drill besteht im Wesentlichen darin, den flachen Körper gegen die Strömung heraufzupumpen. Sie beißen entschlossen auf Wurmköder und nehmen ihn tief, weshalb Kreishaken oder weit gebogene Haken die schonendere Wahl sind. Beim Brandungsangeln fallen sie oft in Serie an. Das Handling ist unkompliziert – keine Stacheln, keine Zähne. Ein untermaßiges Tier gehört flach zurück ins Wasser gelegt; es orientiert sich an der Strömung und gräbt sich innerhalb von Sekunden ein.
Der häufigste Plattfisch der Nordsee
Die Kliesche ist in der Nordsee einer der häufigsten Bodenfische überhaupt und wird deshalb in der Fischereiforschung regelmäßig als Indikatorart genutzt: An ihr werden Krankheitsraten, Schadstoffbelastungen und Veränderungen der Bodenlebensgemeinschaft gemessen. Kulinarisch steht sie im Schatten der Scholle, weil sie kleiner bleibt und weniger Filet gibt. Für Brandungsangler ist sie dennoch ein verlässlicher Fang, gerade in Zeiten, in denen Dorsch und Scholle strengen Beschränkungen unterliegen – die jeweils geltenden Mindestmaße und Fangmengen ergeben sich aus EU- und Landesvorgaben.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Kliesche Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.