
Merkmale & Lebensraum
Knochiger, augenloser Panzer auf der Oberseite und perfekte Sandtarnung. Einer der begehrtesten und wertvollsten Plattfische, aber selten und anspruchsvoll zu fangen.
Lebensraum: Sandgrund in Ostsee und Nordsee, flachere Küstenbereiche
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 100 cm
- Maximales Gewicht
- bis 25 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 9 kg
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 20–25 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Bootsrute/Spinnrute 2,70–3,00 m, 40–80 g Wurfgewicht
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 4000–5000
- Hauptschnur
- 0,25 mm monofil oder 0,16 mm Geflecht
- Vorfach
- Fluorocarbon 0,35–0,40 mm, ca. 50 cm
- Haken
- Gr. 1–2/0, Einzelhaken oder Jigkopf
- Fangzeit
- Sommer, tagsüber über flachem Sandgrund bei ruhigem Wasser
Tipp — Den Köderfisch sehr langsam und mit Pausen am Grund führen, hektische Führung wird kaum angenommen.
Angeltipps für Steinbutt
Verhalten und Standplatz
Der Steinbutt liegt fast unsichtbar im Sand flacherer Küstenbereiche und lauert dort auf vorbeiziehende Fische und Bodentiere – seine perfekte Tarnung macht ihn zu einem der am schwersten gezielt zu fangenden Küstenfische. Er gilt zugleich als einer der wertvollsten und begehrtesten Plattfische.
Die richtige Taktik
Angeln mit Köderfisch oder Gummifisch am Grund über sandigen Flachwasserzonen sowie Wattwurm-Montagen bringen die besten Chancen, sind aber wegen der geringen Bestandsdichte mit viel Geduld verbunden. Langsame, bodennahe Köderführung erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Sommer ist die aktivste Zeit. Ein häufiger Fehler ist zu schnelle Köderführung – der Steinbutt reagiert eher auf sich langsam nähernde, natürlich wirkende Beute als auf hektische Bewegung.
Sicher bestimmen
Ein linksäugiger Plattfisch mit fast kreisrundem, sehr breitem Körper – legt man ihn mit den Augen nach oben und dem Kopf nach vorn, zeigt der Bauch nach rechts. Schuppen fehlen; stattdessen sitzen auf der Augenseite verstreut große, knöcherne Höcker, die sich deutlich ertasten lassen. Die Färbung passt sich dem Untergrund an und reicht von sandbraun bis fast schwarz. Der Glattbutt ist der nächste Verwandte, aber ovaler statt rund, glatthäutig ohne Höcker und meist kleiner. Beide haben ein großes, weit gespaltenes Maul mit kräftigen Zähnen.
Drill, Landung und Handling
Der Steinbutt ist ein Lauerjäger, der sich eingräbt und Beutefische anfällt; entsprechend hart ist der Biss. Im Drill nutzt er seinen breiten Körper wie ein Segel und wirkt dadurch deutlich schwerer, als er ist – bei großen Exemplaren gehört ein Kescher oder Gaff an Bord, weil ein Herausheben am Vorfach das Maul aufreißt. Anders als die friedlichen Plattfische hat er kräftige Zähne im weit gespaltenen Maul; beim Abhaken ist eine Zange sinnvoll. Die knöchernen Höcker sind stumpf, aber unangenehm, wenn man den Fisch über den Rücken greift.
Selten und entsprechend geschützt
Der Steinbutt gehört zu den wertvollsten Speisefischen Europas und war dadurch lange Ziel intensiver Befischung. Er wächst langsam, wird spät geschlechtsreif und kommt in deutschen Küstengewässern nie in großer Dichte vor – in der Ostsee ist er ein Ausnahmefang für Brandungs- und Bootsangler. Entsprechend hoch fallen die Mindestmaße aus, und mehrere Ostsee-Anrainer führen Schonzeiten während der Laichzeit im Frühsommer. Was konkret gilt, ergibt sich aus der jeweiligen Landesverordnung und den EU-Vorgaben für das Fanggebiet – die Werte stehen in der Tabelle weiter oben.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Steinbutt – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bayern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Berlin | keine Regelung hinterlegt | ||
| Brandenburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hessen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Mecklenburg-Vorpommern | 30 cm | 01.06. – 31.07. | – |
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Rheinland-Pfalz | keine Regelung hinterlegt | ||
| Saarland | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen-Anhalt | keine Regelung hinterlegt | ||
| Schleswig-Holstein | keine Regelung hinterlegt | ||
| Thüringen | keine Regelung hinterlegt | ||
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Steinbutt Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.