
Merkmale & Lebensraum
Invasiver Grundfisch aus dem Schwarzmeerraum, erkennbar am schwarzen Fleck an der ersten Rückenflosse und den zur Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen. Breitet sich rasant aus und darf nicht zurückgesetzt werden.
Lebensraum: Steinschüttungen und Buhnen in Rhein, Donau, Elbe und der Ostsee
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 25 cm
- Maximales Gewicht
- bis 200 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Sommer & Herbst
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 4 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- leichte Grundrute 2,70–3,30 m
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 2000
- Hauptschnur
- 0,18–0,22 mm monofil
- Vorfach
- 0,16 mm, ca. 20 cm
- Haken
- Gr. 8–12
- Fangzeit
- Ganzjährig aktiv, im Sommer und Herbst am freudigsten beißend, tags wie in der Dämmerung
Tipp — Köder direkt an die Steinpackung legen, die Grundel greift fast sofort nach dem Absinken zu.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Schwarzmundgrundel
Verhalten und Standplatz
Die Schwarzmundgrundel hält sich territorial und bodennah an Steinschüttungen, Buhnen und Uferbefestigungen großer Flüsse auf und verteidigt ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen und andere Kleinfische. Sie ist tag- und dämmerungsaktiv und beißt oft schon Sekunden nach dem Auswerfen.
Die richtige Taktik
Feines Grundangeln mit Wurm, Fischfetzen oder kleinem Gummiköder direkt an Steinpackungen bringt fast garantiert schnellen Erfolg – die Art ist wenig scheu und beißt sehr freudig. Weil sie sich massiv ausbreitet und heimische Arten verdrängt, ist gezielter Fang ausdrücklich erwünscht.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Sommer und Herbst bei warmen Wassertemperaturen bringen die höchste Fangrate. Wichtigster Punkt: Als invasive Art darf die Schwarzmundgrundel nicht lebend zurückgesetzt oder in andere Gewässer umgesetzt werden – ein häufiger Anfängerfehler ist genau das aus falsch verstandener Tierliebe zu tun.
Sicher bestimmen
Eine gedrungene Grundel mit dem Familienmerkmal aller Grundeln: Die Bauchflossen sind zu einer trichterförmigen Saugscheibe verwachsen, mit der sich der Fisch an Steinen festhält – ein Blick auf die Bauchseite entscheidet die Familie. Das Artmerkmal der Schwarzmundgrundel ist ein deutlicher schwarzer Fleck am hinteren Rand der ersten Rückenflosse. Laichende Männchen färben sich fast vollständig schwarz und schwellen an Kopf und Lippen an. Von den anderen eingewanderten Grundeln trennt sie dieser Flossenfleck sicher.
Umgang am Wasser
Die Schwarzmundgrundel beißt zuverlässig, tagsüber und in großer Zahl an Steinpackungen und Buhnen – für Einsteiger ein dankbarer Fisch, für alle anderen oft eine Plage. Der Drill entfällt, wichtig ist das Abhaken: Sie schluckt tief, weshalb kleine Haken ohne Widerhaken und eine Zange dazugehören. Fischereirechtlich gilt sie als gebietsfremde Art, und mehrere Bundesländer untersagen das Zurücksetzen ausdrücklich – wie bei Zwergwels und Sonnenbarsch entscheidet die Landesfischereiverordnung, und die Regel widerspricht dem sonst üblichen Umgang.
Über die Kanäle nach Westen
Die Schwarzmundgrundel stammt aus dem Schwarzmeer- und Kaspiraum und gelangte über die Ballastwassertanks der Binnenschifffahrt und die verbundenen Kanalsysteme in Donau, Rhein und Ostsee. Sie betreibt Brutpflege, laicht mehrfach im Jahr und besiedelt Steinschüttungen so dicht, dass heimische Kleinfische und Groppen dort verdrängt werden. Gleichzeitig ist sie inzwischen eine wichtige Nahrungsgrundlage für Zander, Barsch und Wels – Raubfischbestände profitieren teils erheblich. Ihre Ausbreitung ist nicht rückgängig zu machen; die Bewirtschaftung richtet sich darauf ein.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Schwarzmundgrundel Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.