
Merkmale & Lebensraum
Kleinster europäischer Stör mit gefranstem Bartel und knöchernen Rückenschildern. Wildbestände sind streng geschützt – Kontakt hat man fast nur an Besatzgewässern und Angelteichen.
Lebensraum: Große Ströme mit Kiesgrund, in Deutschland vor allem Donau
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 125 cm
- Maximales Gewicht
- bis 16 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●○○○
- Maximales Alter
- 20–25 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang bei Wildbeständen; an Besatzgewässern kräftige Grundrute 3,00 m
- Rolle
- an Besatzgewässern Stationärrolle Gr. 4000–5000
- Hauptschnur
- an Besatzgewässern 0,30–0,35 mm monofil
- Vorfach
- an Besatzgewässern 0,30 mm, ca. 30 cm
- Haken
- an Besatzgewässern Gr. 4–6
- Fangzeit
- Wildbestand: kein gezielter Fang – streng geschützt. An besetzten Angelteichen ganzjährig möglich
Tipp — Vor jedem Sterlet-Angeln unbedingt prüfen, ob es sich um ein reguläres Besatzgewässer handelt, Wildfänge müssen sofort zurück.
Angeltipps für Sterlet
Verhalten und Standplatz
Der Sterlet ist ein bodenorientierter Störfisch, der mit seinem unterständigen Maul und den gefransten Barteln Kiesgründe großer Ströme wie der Donau nach Kleintieren absucht. Er bevorzugt kühles, sauerstoffreiches, strömendes Wasser und meidet stehende Gewässer.
Status und Umgang bei Beifang
Wildbestände des Sterlets sind in Deutschland streng geschützt, ein gezielter Fang ist nicht erlaubt. Angler begegnen ihm heute fast ausschließlich in speziell besetzten Angelgewässern und Teichanlagen, wo er ganz regulär als Speisefisch befischt werden darf – bei Wildfängen gehört er unverzüglich zurück ins Wasser.
Hintergrund
Historisch war der Sterlet in weiten Teilen des Donausystems verbreitet, ist heute aber durch Querbauwerke und Lebensraumverlust stark zurückgegangen, weshalb Wiederansiedlungsprojekte an einigen Flussabschnitten laufen.
Sicher bestimmen
Der kleinste heimische Stör: langgestreckter Körper mit fünf Längsreihen knöcherner Schilde, spitz ausgezogener, leicht nach oben gebogener Schnauze und einem unterständigen, vorstülpbaren Maul ohne Zähne. Davor sitzen vier Barteln – und die sind das entscheidende Artmerkmal: Beim Sterlet sind sie deutlich gefranst, bei den anderen europäischen Stören glatt. Die Schwanzflosse ist wie bei allen Stören ungleichlappig, der obere Lappen deutlich länger. Verwechslungen betreffen Hybriden und Zuchtformen aus Teichanlagen, die in Gewässer gelangt sind.
Umgang und Schutzstatus
Der Sterlet ist in Deutschland auf die Donau beschränkt und dort Gegenstand von Wiederansiedlungsprogrammen; er ist streng geschützt, ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Ein Beifang beim Grundangeln gehört unverzüglich zurück ins Wasser, ohne den Fisch aus dem Wasser zu nehmen. Die Knochenschilde sind scharfkantig – Handschuhe schützen beide Seiten. Weil in Teichen gehaltene Störe und Störhybriden gelegentlich in freie Gewässer gelangen, ist ein störartiger Fang nicht automatisch ein Sterlet; eine Meldung an die Fischereibehörde ist in jedem Fall sinnvoll.
Ein Relikt aus einer anderen Zeit
Störe gehören zu den ursprünglichsten Knochenfischen überhaupt; ihr Bauplan mit Knochenschilden statt Schuppen und dem knorpeligen Innenskelett ist seit über hundert Millionen Jahren weitgehend unverändert. Der Sterlet ist die einzige Störart, die ihr ganzes Leben im Süßwasser verbringt und nicht ins Meer wandert – das hat ihn die Zeit der großen Flussverbauungen überstehen lassen, während die wandernden Arten verschwanden. Er wächst langsam, wird spät geschlechtsreif und braucht überströmte Kiesbänke zum Laichen, die in der staugeregelten Donau selten geworden sind.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Sterlet Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.