
Merkmale & Lebensraum
Noch kleiner und schlanker als der Dreistachlige Stichling, mit sieben bis elf kurzen Rückenstacheln. Das Männchen baut ein frei schwebendes Nest zwischen Wasserpflanzen. Kein Zielfisch.
Lebensraum: Pflanzenreiche Gräben, Moortümpel und Brackwasser der Küste
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 9 cm
- Maximales Gewicht
- bis 3 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Frühjahr
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 2–3 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- feinste Stipprute 2,00–3,00 m (nur bei zufälligem Beifang relevant)
- Rolle
- kleine Stationärrolle Gr. 500–1000
- Hauptschnur
- 0,10 mm monofil
- Vorfach
- 0,08 mm, ca. 10 cm
- Haken
- Gr. 20
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang, Beifang am ehesten im Frühjahr zur Laichzeit
Tipp — Bei Beifang zwischen Wasserpflanzen behutsam abhaken und rasch zurücksetzen.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Neunstachliger Stichling
Verhalten und Standplatz
Der Neunstachlige Stichling bewohnt pflanzenreiche Gräben, Moortümpel und brackige Küstengewässer und hält sich meist in Ufernähe zwischen dichter Vegetation auf. Zur Laichzeit im Frühjahr baut das Männchen ein frei zwischen Pflanzenstängeln schwebendes Nest, ungewöhnlich für einen Fisch, und bewacht es aktiv.
Einordnung als Kleinfisch
Wegen seiner geringen Größe ist der Neunstachlige Stichling kein Zielfisch der Angelfischerei. Er kann als gelegentlicher Beifang beim feinen Angeln in kleinen Gewässern auftauchen und sollte dann schonend zurückgesetzt werden.
Beste Zeit
Im Frühjahr während der Laichzeit ist die Art am aktivsten und durch das Nestverhalten der Männchen am besten zu beobachten.
Sicher bestimmen
Ein sehr kleiner, schlanker Stichling mit acht bis elf – meist neun – kurzen, freistehenden Stacheln vor der Rückenflosse; beim Dreistachligen Stichling sind es drei deutlich längere. Er bleibt kleiner, wirkt zierlicher und hat einen auffallend schmalen Schwanzstiel mit seitlichen Kielen. Knochenplatten auf den Flanken fehlen weitgehend. Zur Laichzeit färben sich die Männchen schwarz statt rot – auch das trennt ihn eindeutig vom bekannteren Verwandten mit seinem roten Laichkleid.
Umgang am Wasser
Der Neunstachlige Stichling wird nicht beangelt und geht allenfalls versehentlich an kleinste Haken. Er ist in mehreren Bundesländern gefährdet und geschont. Wird er gefangen, gehört er unverzüglich und ohne Berührung zurück ins Wasser. Weil er dieselben Gewässer bewohnt wie sein dreistachliger Verwandter, der vielerorts als Massenfisch auftritt, wird er leicht übersehen – ein Blick auf die Zahl der Rückenstacheln unterscheidet beide zuverlässig.
Spezialist für schwierige Gewässer
Der Neunstachlige Stichling besiedelt Lebensräume, die vielen Fischen zu extrem sind: saure Moorgewässer, dicht verkrautete Gräben, sauerstoffarme Tümpel und das Brackwasser der Küste. Wie sein Verwandter baut das Männchen ein Nest, hängt es allerdings frei zwischen Wasserpflanzen auf, und bewacht das Gelege. Sein Rückgang hat weniger mit Wasserqualität zu tun als mit dem Verschwinden solcher Kleinstgewässer durch Entwässerung und Grabenräumung. Wo Moorrenaturierungen stattfinden, gehört er zu den ersten Arten, die zurückkehren.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Neunstachliger Stichling – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bayern | ganzjährig geschützt | – | – |
| Berlin | ganzjährig geschützt | – | – |
| Brandenburg | ganzjährig geschützt | – | – |
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | ganzjährig geschützt | – | – |
| Hessen | ganzjährig geschützt | – | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | ganzjährig geschützt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | keine Regelung hinterlegt | ||
| Saarland | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen | ganzjährig geschützt | – | – |
| Sachsen-Anhalt | keine Regelung hinterlegt | ||
| Schleswig-Holstein | keine Regelung hinterlegt | ||
| Thüringen | ganzjährig geschützt | – | – |
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Neunstachliger Stichling Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.