
Merkmale & Lebensraum
Langgestreckter Bodenbarsch mit walzenförmigem Körper und zwei getrennten Rückenflossen. Steht nachts auf Kiesbänken und jagt Kleintiere. Streng geschützte FFH-Art der Donau.
Lebensraum: Kiesige, strömende Sohlen der bayerischen Donau
⚠️ Vorsicht beim Anfassen
Stacheln der ersten Rückenflosse und scharfe Kiemendeckelkanten – der Fisch ist streng geschützt und wird ohnehin im Wasser vom Haken gelöst, nicht herausgehoben.
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 50 cm
- Maximales Gewicht
- bis 1 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●○○○
- Maximales Alter
- 8–10 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – FFH-Anhang-II-Art
Tipp — Bei nächtlichem Beifang in der Donau sofort und schonend zurücksetzen.
Angeltipps für Zingel
Verhalten und Standplatz
Der Zingel ist ein nachtaktiver Bodenbewohner der kiesigen, strömungsreichen Donausohle und verbringt den Tag versteckt zwischen Steinen, bevor er in der Dunkelheit auf Jagd nach Kleintieren geht. Sein walzenförmiger Körperbau ist perfekt an das Leben in starker Strömung angepasst.
Status und Umgang bei Beifang
Als streng geschützte FFH-Art darf der Zingel nicht gezielt befischt werden. Ein Beifang beim nächtlichen Grundangeln in der Donau ist möglich und erfordert sofortiges, schonendes Zurücksetzen.
Bedeutung für das Gewässer
Der Zingel ist auf naturnahe, kiesige Flussabschnitte mit kräftiger Strömung angewiesen; Stauhaltungen und die damit verbundene Verschlammung der Sohle zählen zu seinen größten Gefährdungen.
Sicher bestimmen
Ein langgestreckter, im Querschnitt fast walzenförmiger Barschartiger der Donau mit zwei deutlich getrennten Rückenflossen, spitzem Kopf und unterständigem Maul. Der Körper ist gelbbraun mit vier bis sechs breiten, dunklen Schrägbinden. Vom Streber unterscheidet ihn der kräftigere Körperbau und der kürzere Schwanzstiel; vom Schrätzer die Schrägbinden statt der durchgehenden Längsstreifen und die weiter getrennten Rückenflossen. Alle drei sind Donau-Endemiten und kommen in Deutschland nur in Bayern vor.
Streng geschützt – niemals Zielfisch
Der Zingel ist in Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und in Deutschland streng geschützt; ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Als sehr seltener Beifang kann er beim Grundangeln in der bayerischen Donau auftreten. Ein solches Tier gehört unverzüglich zurück ins Wasser, ohne es aus dem Wasser zu nehmen; die Stacheln der ersten Rückenflosse und die Kiemendeckelkanten sind dabei zu beachten. Weil die drei Donau-Barschartigen leicht verwechselt werden, lohnt bei jedem ungewöhnlichen Grundfisch in der Donau der genaue Blick.
Ein Endemit der freien Fließstrecke
Der Zingel lebt ausschließlich im Donausystem und steht dort auf kiesigen, überströmten Sohlen, wo er nachts nach Insektenlarven und Kleinfischen sucht. Er braucht Strömung und sauberes, grobes Substrat – beides ist in der staugeregelten Donau selten geworden. Die Kette der Staustufen hat seinen Lebensraum in Restabschnitte zerlegt, zwischen denen kein Austausch stattfindet. Wo Renaturierungen Kies wieder in Bewegung bringen und Umgehungsgerinne die Stauhaltungen verbinden, profitiert er unmittelbar; Besatz spielt bei einer Art ohne fischereiliche Bedeutung keine Rolle.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Zingel Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.