
Merkmale & Lebensraum
Der historische Ostsee-Stör. Seit 2007 werden Jungfische in die Oder besetzt. Fänge sind unverzüglich und unverletzt zurückzusetzen und zu melden; die Tiere tragen häufig Markierungen.
Lebensraum: Ostsee und Oder – Zielart der deutschen Wiederansiedlung
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 460 cm
- Maximales Gewicht
- bis 400 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●●●●
- Maximales Alter
- über 60 Jahre (potenziell)
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – streng geschützte Zielart der Wiederansiedlung
Tipp — Beim Fang sofort schonend zurücksetzen, auf Markierungen achten und den Fang der Fischereibehörde melden.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Atlantischer Stör
Verhalten und Standplatz
Der Atlantische Stör war historisch der prägende Störfisch der Ostsee und wanderte zum Laichen in die Oder und andere Zuflüsse. Seit 2007 laufen gezielte Besatzprogramme mit Jungfischen, um die Art dort wiederanzusiedeln, wo sie einst als ausgestorben galt.
Status und Umgang bei Beifang
Der Atlantische Stör ist streng geschützt, jeder gezielte Fang untersagt. Gerät ein Tier – häufig mit Markierung aus dem Wiederansiedlungsprogramm versehen – an den Haken, ist es sofort schonend zurückzusetzen und der Fang den Behörden zu melden.
Hintergrund
Die Markierungen der besetzten Jungfische liefern Forschern wichtige Daten zu Wachstum und Wanderverhalten – jede gemeldete Wiederfangbeobachtung trägt direkt zum Erfolg des Wiederansiedlungsprojekts bei.
Sicher bestimmen
Ein großer Stör mit fünf Längsreihen knöcherner Schilde, langer, spitzer Schnauze und vier glatten Barteln vor dem unterständigen, vorstülpbaren Maul. Zwischen den Schildreihen sitzen zusätzliche kleine Knochenplättchen, was die Haut rauer wirken lässt als beim Europäischen Stör – das ist eines der wenigen im Feld nutzbaren Merkmale, um beide zu trennen. Für den Umgang ist die Unterscheidung ohne Bedeutung: Beide Arten sind streng geschützt, und für beide gilt dasselbe Vorgehen.
Streng geschützt – jeder Fang ist meldepflichtig
Der Atlantische Stör ist die Zielart der deutschen Wiederansiedlung im Ostseeraum; alle Tiere in Oder und Ostsee stammen aus Besatz. Er ist streng geschützt, ein gezielter Fang ist ausgeschlossen, und ein Beifang gehört unverzüglich und unversehrt zurück ins Wasser – die Knochenschilde sind scharfkantig, Handschuhe schützen Fisch und Hand. Entscheidend ist die Meldung: Ort, Länge, Markierungsnummer und ein Foto an die zuständige Behörde oder das Projekt. Diese Rückmeldungen sind die wichtigste Erfolgskontrolle des Programms.
Warum diese Art und nicht die alte
Lange galt der Europäische Stör als der historische Ostseestör. Genetische Untersuchungen an archäologischen Funden zeigten jedoch, dass im Ostseeraum bis in die Neuzeit überwiegend der Atlantische Stör lebte – eine Art, die heute nur noch in Nordamerika natürliche Bestände hat. Die deutsche Wiederansiedlung an der Oder arbeitet deshalb mit Tieren kanadischer Herkunft, während an der Elbe der Europäische Stör ausgesetzt wird. Zwei Programme, zwei Arten, dieselbe Bedingung: Die Fische müssen zum Laichen die Flüsse hinaufkommen.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Atlantischer Stör Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.