
Merkmale & Lebensraum
In Deutschland faktisch ausgestorben und eine der seltensten Fischarten Europas. Jeder Fang ist sofort schonend zurückzusetzen und den Behörden zu melden – die Rückkehr hängt an jedem einzelnen Tier.
Lebensraum: Früher Nordsee und Elbe; heute nur Wiederansiedlungsprojekte
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 350 cm
- Maximales Gewicht
- bis 400 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●●●●
- Maximales Alter
- über 60 Jahre (potenziell)
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – in Deutschland faktisch ausgestorben
Tipp — Jeder Kontakt ist außergewöhnlich, sofort schonend zurücksetzen und umgehend der Fischereibehörde melden.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Europäischer Stör
Verhalten und Standplatz
Der Europäische Stör war einst in Nordsee und Elbe heimisch, wanderte dort zum Laichen weit flussaufwärts und ernährte sich bodennah von Kleintieren. Durch Überfischung, Wasserverschmutzung und den Verlust durchgängiger Flussläufe ist die Art in Deutschland heute faktisch ausgestorben.
Status und Umgang bei Beifang
Jeder Kontakt mit einem Europäischen Stör ist außergewöhnlich selten und betrifft praktisch nur Tiere aus Wiederansiedlungsprojekten. Ein solcher Fang ist unverzüglich, unversehrt und mit größtmöglicher Sorgfalt zurückzusetzen und umgehend den zuständigen Fischereibehörden zu melden.
Hintergrund
Als eine der am stärksten bedrohten Fischarten Europas hängt die Zukunft des Europäischen Störs an internationalen Wiederansiedlungsprogrammen, die auf Nachzucht und schrittweisen Besatz historischer Gewässer setzen.
Sicher bestimmen
Ein großer Stör mit fünf Längsreihen kräftiger Knochenschilde, spitzer Schnauze und vier glatten – nicht gefransten – Barteln vor dem unterständigen, vorstülpbaren Maul. Die Schwanzflosse ist ungleichlappig, der obere Lappen deutlich länger. Vom Sterlet trennen ihn die glatten Barteln und die Größe, vom Atlantischen Stör die Zahl und Anordnung der Schilde sowie Details der Schnauzenform – eine Unterscheidung, die im Feld schwierig ist und für den Umgang keine Rolle spielt, weil beide streng geschützt sind.
Streng geschützt – jeder Fang ist meldepflichtig
Der Europäische Stör gilt in Deutschland als ausgestorben; die einzigen Tiere in freien Gewässern stammen aus Wiederansiedlungsprogrammen. Er ist streng geschützt, ein gezielter Fang ist ausgeschlossen, und ein Beifang gehört unverzüglich und unversehrt zurück ins Wasser. Wichtiger noch: Jeder Fang sollte der zuständigen Fischereibehörde beziehungsweise dem betreuenden Projekt gemeldet werden – mit Ort, Länge und möglichst einem Foto. Viele Besatztiere tragen Marken; diese Meldungen sind die wichtigste Datenquelle des gesamten Programms.
Ein Programm über Generationen
Störe werden erst mit zwölf bis zwanzig Jahren geschlechtsreif und wandern zum Laichen aus dem Meer weit in die Flüsse hinauf. Beide Eigenschaften machten sie zu den ersten Verlierern des Flussausbaus: Als die Wehre standen, war der Bestand innerhalb weniger Jahrzehnte erloschen. Die Wiederansiedlung an der Elbe arbeitet mit Nachzucht aus den letzten europäischen Restbeständen und setzt seit den 2000er Jahren Jungfische aus. Ob sie gelingt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Tiere zum Laichen zurückkehren – ein Zeitmaßstab, der Jahrzehnte umfasst.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Europäischer Stör Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.