Amerikanischer Hundsfisch

Umbra pygmaea

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 20.07.2026

Amerikanischer Hundsfisch

Merkmale & Lebensraum

Nordamerikanischer Neozoon, der sich in sauren Moorgewässern etabliert hat, wo kaum andere Fische leben. Verdrängt dort den heimischen Schlammpeitzger – nicht in andere Gewässer umsetzen.

Lebensraum: Saure Moorgräben und Heidegewässer im Nordwesten Deutschlands

Steckbrief

Maximale Größe
bis 15 cm
Maximales Gewicht
bis 30 g
Deutscher Rekord
Beste Saison
Sommer
Schwierigkeit
○○○○
Maximales Alter
3–4 Jahre

Köder & Angelmethode

MadeKleinster Haken

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
feine Stipprute 2,70–3,30 m
Rolle
kleine Stationärrolle Gr. 1000–1500
Hauptschnur
0,12–0,14 mm monofil
Vorfach
0,10 mm, ca. 15 cm
Haken
Gr. 16–18
Fangzeit
Sommer, tagsüber zwischen dichter Vegetation in Moorgräben

Tipp — Köder ruhig und langsam am Kraut entlangführen, der träge Fisch reagiert kaum auf hektische Bewegung.

Leicht zu verwechseln mit

Angeltipps für Amerikanischer Hundsfisch

Verhalten und Standplatz

Der Amerikanische Hundsfisch besiedelt saure Moorgräben und Heidegewässer, die für die meisten heimischen Fischarten kaum lebensfähig sind, und hat dort dank hoher Toleranz gegenüber niedrigem pH-Wert und wenig Sauerstoff kaum Konkurrenz. Er hält sich meist träge zwischen dichter Vegetation auf.

Die richtige Taktik

Feines Angeln mit Made oder kleinstem Haken in Moorgräben und Heideweihern führt zum Erfolg, ein gezielter Fang lohnt sich vor allem dort, wo die Art den heimischen Schlammpeitzger verdrängt. Kleine Montagen sind wegen des kleinen Mauls sinnvoll.

Beste Zeit und Einsteigerfehler

Sommer bei warmen Wassertemperaturen bringt die meiste Aktivität. Wichtigster Punkt: Als gebietsfremde Art darf der Amerikanische Hundsfisch nicht in andere Gewässer umgesetzt werden, um seine weitere Ausbreitung zulasten heimischer Arten nicht zu fördern.

Sicher bestimmen

Ein kleiner, gedrungener Fisch mit abgerundeten Flossen, weit hinten stehender Rückenflosse und oberständigem Maul – im Bauplan dem Europäischen Hundsfisch sehr ähnlich, aber mit deutlicher ausgeprägten dunklen Längsstreifen auf olivbraunem Grund. Entscheidend für die Zuordnung ist in der Praxis die Verbreitung: Der Amerikanische Hundsfisch lebt in Deutschland in Moor- und Heidegewässern des Nordwestens, der Europäische ausschließlich im Donausystem. Ein Zusammentreffen beider Arten gibt es hierzulande nicht.

Umgang am Wasser

Der Amerikanische Hundsfisch wird nicht beangelt und geht allenfalls an kleinste Haken. Er gilt in Deutschland als gebietsfremde Art, weshalb für ihn – anders als für seinen streng geschützten europäischen Verwandten – in mehreren Bundesländern ein Zurücksetzungsverbot gelten kann. Genau diese gegensätzliche Rechtslage bei zwei sehr ähnlichen Fischen macht die richtige Zuordnung wichtig; sie ergibt sich hier aus der Region. Die verbindliche Regelung steht in der Landesfischereiverordnung.

Aus dem Aquarium in die Moorgräben

Der Amerikanische Hundsfisch stammt aus der Atlantikküstenebene Nordamerikas und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Aquarienfisch nach Europa gebracht. Aus Zierfischhaltung und Gartenteichen gelangte er in norddeutsche Moor- und Heidegewässer, wo er sich etablierte: Er verträgt saures, sauerstoffarmes Wasser, das den meisten heimischen Arten nicht zusagt. Damit besetzt er eine Nische, die hierzulande weitgehend leer war – seine ökologischen Auswirkungen gelten als geringer als bei anderen gebietsfremden Arten, sind aber wenig untersucht.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Amerikanischer Hundsfisch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Gewicht schätzen

Umbra pygmaea · K = 1,00 · typisch 512 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

5 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

Weitere Arten im Fischlexikon