
Merkmale & Lebensraum
Kleinerer Coregone des Bodensees mit auffällig großen Augen. Laicht später als das Blaufelchen im Uferbereich. Reiner Freiwasserfisch, nur auf Hegene zu fangen. Maße und Schonzeiten regelt die Bodenseefischereiverordnung.
Lebensraum: Freiwasser des Bodensees, flacher stehend als das Blaufelchen
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 30 cm
- Maximales Gewicht
- bis 400 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 6–8 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Hegenenrute 3,00–3,60 m, feinfühlige Spitze
- Rolle
- Stationärrolle Gr. 2500
- Hauptschnur
- 0,16–0,18 mm monofil
- Vorfach
- 0,10 mm, Hegene mit kleinsten Nymphen
- Haken
- Gr. 16–18
- Fangzeit
- Sommer, in etwas flacheren Wasserschichten als das Blaufelchen
Tipp — Vor dem Angeln unbedingt die aktuelle Bodenseefischereiverordnung zu Maß und Schonzeit prüfen, die Regeln ändern sich je nach Bestandslage.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Gangfisch
Verhalten und Standplatz
Der Gangfisch steht als reiner Freiwasserfisch des Bodensees etwas flacher als das eng verwandte Blaufelchen und ernährt sich ebenfalls von Plankton. Er laicht später im Jahr im Uferbereich.
Die richtige Taktik
Wie bei anderen Bodensee-Coregonen ist die Hegene mit kleinsten Nymphen in der jeweils passenden Tiefe die einzig praktikable Methode – naturköderbasiertes Angeln funktioniert wegen der reinen Planktonernährung nicht.
Rechtlicher Hinweis
Maße, Schonzeiten und Fangregeln für Coregonen im Bodensee ändern sich je nach Bestandslage – vor jedem Angelversuch die aktuelle Bodenseefischereiverordnung prüfen, da hier abweichend von den bundesweiten Richtwerten strengere regionale Regeln gelten können.
Sicher bestimmen
Eine Bodensee-Felchenform mit gedrungenerem Körper als das Blaufelchen, auffallend großen Augen und einer geringeren Zahl von Kiemenreusendornen. Die Fettflosse und das kleine, zahnlose Maul kennzeichnen ihn wie alle Coregonen. Die Grundfärbung ist silbrig mit blaugrünem Rücken. In der Praxis ist die Unterscheidung von jungen Blaufelchen schwierig und für die Berufsfischerei am See eine eigene Routine – für Angler entscheidet in der Regel die Fangtiefe: Der Gangfisch steht flacher.
Fang und Handling
Gangfische werden wie Blaufelchen mit feinen Hegenen gefangen, jedoch in geringerer Tiefe und häufig näher am Ufer. Für Anhieb und Drill gilt dasselbe: sehr weiches Maul, feinste Vorfächer, kein harter Zug. Beim Landen mehrerer Fische an einer Hegene lösen sich Schuppen besonders schnell – wer zurücksetzen will, löst den Haken am besten über dem Wasser. Die Fangbestimmungen für den Bodensee werden zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz abgestimmt und weichen von den Werten der Landesverordnungen ab.
Getrennt durch die Laichzeit
Blaufelchen und Gangfisch leben im selben See, kreuzen sich aber kaum – sie laichen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Tiefen. Genau diese zeitliche und räumliche Trennung hält die Formen auseinander, obwohl kein geografisches Hindernis zwischen ihnen steht. Verändert sich der See, kann diese Trennung aufweichen: In mehreren Voralpenseen sind eigenständige Felchenformen während der Nährstoffbelastung der 1960er bis 1980er Jahre verschmolzen und als eigene Formen verschwunden. Der Bodensee gehört zu den wenigen Seen, in denen mehrere Formen erhalten geblieben sind.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Gangfisch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.