
Merkmale & Lebensraum
Edelfisch des Bodensees und der Norddeutschen Seenplatte. Lebt in Schwärmen in kalten Tiefen. Beliebter Speisefisch – Trollingangeln mit Spezialausrüstung.
Lebensraum: Große, kalte Seen (Bodensee, Mecklenburgische Seenplatte)
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 80 cm
- Maximales Gewicht
- bis 8 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 5 kg (Bodensee)
- Beste Saison
- Herbst
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 10–12 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Trolling- oder Hegenenrute 3,00–3,60 m, feine Spitze
- Rolle
- Multirolle oder Stationärrolle Gr. 3000, mit Feinjustierung der Bremse
- Hauptschnur
- 0,20–0,25 mm monofil oder Geflecht 0,12 mm
- Vorfach
- 0,16–0,18 mm, ca. 50–100 cm
- Haken
- Gr. 10–14
- Fangzeit
- Herbstliche Morgen- und Abendstunden, Köderführung in der jeweils per Echolot georteten Schwarmtiefe
Tipp — Langsam und gleichmäßig trollen, hektische Köderführung vergrault die vorsichtigen Schwärme.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Große Maräne
Verhalten und Standplatz
Die Große Maräne lebt in dichten Schwärmen in den kalten Tiefen großer Seen wie dem Bodensee und der Mecklenburgischen Seenplatte und ernährt sich vor allem von Plankton. Ihre Tiefenwanderung folgt der Wassertemperatur und dem Nahrungsangebot im Jahresverlauf.
Die richtige Taktik
Trollingangeln mit kleinen Löffeln, Nymphen oder Trollfliegen in wechselnder Tiefe ist die etablierte Methode, meist mit spezialisierter Ausrüstung (Downrigger oder Bleikette) vom Boot aus. Auch die Hegene, eine Kette kleiner Kunstköder, wird traditionell auf Coregonen eingesetzt.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Herbst ist die ergiebigste Zeit. Ein häufiger Fehler ist zu flache Köderführung – Maränen stehen je nach Saison oft deutlich tiefer, als Einsteiger zunächst vermuten.
Sicher bestimmen
Ein silbriger, schlanker Fisch mit Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse – das Merkmal der Lachsartigen – aber mit kleinem, zahnlosem Maul und großen, leicht ablösbaren Schuppen. Der Rücken ist blaugrün, die Flanken hell. Von der Kleinen Maräne unterscheidet sie die Maulstellung: Die Große Maräne frisst mit end- bis unterständigem Maul, die Kleine mit deutlich oberständigem. Von Forellen und Saiblingen trennt sie das Fehlen jeder Fleckung. Regional heißt sie auch Felchen, Renke oder Blaufelchen – dieselbe Artengruppe mit vielen lokalen Formen.
Drill, Landung und Handling
Maränen haben ein außerordentlich weiches Maul; der häufigste Fehler ist ein zu harter Anhieb und zu viel Druck im Drill – der Haken schneidet aus, oft erst kurz vor dem Kescher. Feine Vorfächer, eine weiche Rutenspitze und eine leichtgängige Bremse sind Pflicht. Gefangen werden sie meist beim Hegenenfischen in mittlerer Tiefe oder beim Schleppen. Die Schuppen lösen sich leicht, die Haut ist empfindlich; ein zurückzusetzender Fisch gehört mit nassen Händen und ohne Bodenkontakt behandelt. Aus großer Tiefe geholte Tiere können eine ausgedehnte Schwimmblase haben.
Angewiesen auf kalte Tiefen
Maränen sind Freiwasserfische kalter, sauerstoffreicher Seen und ernähren sich überwiegend von Zooplankton, das sie mit feinen Kiemenreusen aus dem Wasser filtern. Im Sommer halten sie sich unterhalb der Sprungschicht auf, wo es kühl bleibt. Genau diese Schicht wird durch Erwärmung dünner und durch Nährstoffeinträge sauerstoffärmer – die klassische Zangenbewegung, die auch dem Seesaibling zusetzt. Viele Bestände werden durch Besatz gestützt. Als Speisefisch sind Maränen an vielen Seen die wirtschaftliche Grundlage der Berufsfischerei, weshalb Schonzeiten und Mindestmaße dort besonders sorgfältig geregelt sind.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Große Maräne – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 30 cm | 15.10. – 10.01. | – |
| Bayern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Berlin | 30 cm | 01.10. – 31.12. | – |
| Brandenburg | 30 cm | 01.10. – 31.12. | – |
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hessen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Mecklenburg-Vorpommern | – | – | – |
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Rheinland-Pfalz | keine Regelung hinterlegt | ||
| Saarland | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen | 30 cm | 01.10. – 31.12. | – |
| Sachsen-Anhalt | 30 cm | – | – |
| Schleswig-Holstein | 30 cm | – | – |
| Thüringen | keine Regelung hinterlegt | ||
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Große Maräne Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.