
Merkmale & Lebensraum
Wichtigster Speisefisch des Bodensees und nur dort heimisch. Nach dem Zusammenbruch des Bestands gilt seit dem 01.01.2024 ein dreijähriges absolutes Fangverbot (Beschluss der IBKF) – vor dem Angeln die aktuelle Bodenseefischereiverordnung prüfen.
Lebensraum: Freiwasser des Bodensees, im Sommer in mittleren Tiefen
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 50 cm
- Maximales Gewicht
- bis 1,5 kg
- Deutscher Rekord
- ca. 1 kg
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●●●○
- Maximales Alter
- 10–12 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – absolutes Fangverbot seit 01.01.2024
Tipp — Vor jedem Bodensee-Ausflug die aktuelle Bodenseefischereiverordnung prüfen, da das Fangverbot befristet ist und sich ändern kann.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Blaufelchen
Verhalten und Standplatz
Das Blaufelchen lebt als Schwarmfisch im Freiwasser des Bodensees und ernährt sich von Plankton, wobei es je nach Jahreszeit und Wassertemperatur zwischen unterschiedlichen Tiefen wandert. Als einziger nur dort heimischer Coregone war es lange der wirtschaftlich wichtigste Speisefisch des Sees.
Status und aktuelle Regelung
Nach einem starken Bestandsrückgang hat die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) ein mehrjähriges absolutes Fangverbot beschlossen, das seit dem 01.01.2024 gilt. Ein gezielter Fang ist damit derzeit vollständig untersagt.
Hinweis
Weil sich Fangregeln für Bodensee-Coregonen je nach Bestandslage ändern können, sollte vor jedem Angelversuch am Bodensee zwingend die aktuelle Fassung der Bodenseefischereiverordnung geprüft werden, da hier eigene, von den bundesweiten Richtwerten abweichende Regeln gelten.
Sicher bestimmen
Ein schlanker Coregone des Bodensees mit Fettflosse, silbrigen Flanken und deutlich blaugrünem Rücken, der der Form den Namen gab. Das Maul ist end- bis unterständig und zahnlos, die Schuppen sind groß und lösen sich leicht. Vom Gangfisch, der im selben See lebt, trennt ihn der schlankere Körper, die kleineren Augen und die höhere Zahl der Kiemenreusendornen – ein Merkmal, das man am gefangenen Fisch tatsächlich zählen kann. Beide sind eigenständige Bodensee-Formen und kommen nirgendwo sonst so vor.
Fang und Handling
Blaufelchen werden im Freiwasser mit feinen Hegenen oder beim Schleppen gefangen, im Sommer in mittleren Tiefen. Ihr Maul ist außerordentlich weich – ein harter Anhieb oder zu viel Druck im Drill kostet den Fisch, oft erst kurz vor dem Kescher. Feinste Vorfächer, kleine Haken, weiche Rutenspitze und eine leichtgängige Bremse sind Pflicht. Die Schuppen lösen sich bei jeder trockenen Berührung; ein zurückzusetzender Fisch gehört mit nassen Händen und ohne Bodenkontakt behandelt. Für den Bodensee gelten eigene, länderübergreifend abgestimmte Fangbestimmungen.
Ein See, mehrere Felchenformen
Im Bodensee haben sich mehrere Felchenformen entwickelt, die sich in Laichzeit, Laichtiefe und Ernährung unterscheiden – Blaufelchen, Gangfisch und weitere. Sie gelten als Beispiel dafür, wie aus einer Ausgangsart in einem einzigen See mehrere eigenständige Formen entstehen können. Die Nährstoffarmut des Sees seit den Sanierungsmaßnahmen der 1980er Jahre hat das Wachstum verlangsamt und die Erträge der Berufsfischerei stark zurückgehen lassen. Fangbestimmungen für den Bodensee werden zwischen den Anrainerstaaten abgestimmt und ändern sich unabhängig von den Landesverordnungen.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Blaufelchen – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bayern | 30 cm | 15.10. – 31.12. | – |
| Berlin | keine Regelung hinterlegt | ||
| Brandenburg | – | – | – |
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hessen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Mecklenburg-Vorpommern | – | – | – |
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Rheinland-Pfalz | 25 cm | – | – |
| Saarland | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen-Anhalt | keine Regelung hinterlegt | ||
| Schleswig-Holstein | keine Regelung hinterlegt | ||
| Thüringen | keine Regelung hinterlegt | ||
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Blaufelchen Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.