Quappe

Lota lota

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 04.08.2026

Quappe

Merkmale & Lebensraum

Einziger Süßwasser-Kabeljau Europas. Winteraktiv – beißt am besten bei Kälte, sogar unter Eis. Im Sommer kaum zu fangen.

Lebensraum: Kalte, sauerstoffreiche Seen und Flüsse (Nord- und Süddeutschland)

Steckbrief

Maximale Größe
bis 100 cm
Maximales Gewicht
bis 8 kg
Deutscher Rekord
ca. 4 kg
Beste Saison
Winter (auch unter Eis!)
Schwierigkeit
●●●○○
Maximales Alter
10–15 Jahre

Köder & Angelmethode

WurmFischstückeMuscheln

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
kräftige Grundrute 3,00–3,60 m
Rolle
Stationärrolle Gr. 3000–4000
Hauptschnur
0,25–0,30 mm monofil
Vorfach
0,25 mm, ca. 40 cm
Haken
Gr. 4–8
Fangzeit
Nachts im Winter, besonders in klirrend kalten Frostperioden

Tipp — Köder ruhig direkt auf dem Grund liegen lassen, die Quappe jagt fast ausschließlich in Bodennähe.

Angeltipps für Quappe

Verhalten und Standplatz

Die Quappe ist als einziger heimischer Süßwasser-Kabeljau ein ausgesprochener Winter- und Kälteliebhaber und wird erst bei sinkenden Wassertemperaturen wirklich aktiv – im Sommer verkriecht sie sich tagsüber in Verstecken und ist kaum zu fangen. Sie jagt nachts am Grund kalter, sauerstoffreicher Gewässer.

Die richtige Taktik

Nachtangeln mit Wurm, Fischstücken oder Muscheln am Grund im Winter, notfalls sogar unter Eis, ist die klassische und einzig verlässliche Methode. Tagsüber und im Sommer lohnt sich das gezielte Quappenangeln kaum.

Beste Zeit und Einsteigerfehler

Winter ist mit Abstand die beste Zeit, besonders klirrend kalte Nächte. Ein häufiger Fehler ist der Versuch tagsüber oder im Sommer – die Quappe stellt dann die Nahrungsaufnahme fast vollständig ein.

Sicher bestimmen

Die Quappe ist der einzige dorschartige Fisch im europäischen Süßwasser und daran gut zu erkennen: langgestreckter, hinten seitlich abgeflachter Körper, eine einzelne Bartel am Kinn, zwei Rückenflossen – die zweite sehr lang – und eine ebenfalls lange Afterflosse. Die Färbung ist marmoriert olivbraun mit gelblicher Netzzeichnung. Vom Aal unterscheidet sie die deutlich abgesetzte Schwanzflosse und die vorhandenen Bauchflossen, die bei ihr weit vorn unter dem Kopf sitzen; vom Wels die winzigen Schuppen und die eine statt sechs Barteln.

Drill, Landung und Handling

Quappen beißen bodennah und meist nachts, oft im kalten Wasser des Winters. Der Drill ist schwer und zäh, ohne Fluchten – der Fisch stemmt sich in den Grund. Sie schlucken tief, weshalb Kreishaken oder ein früher Anschlag wichtig sind; sitzt der Haken tief, wird das Vorfach am Maul gekappt. Beim Anfassen gibt es keine Stacheln, dafür eine sehr schleimige Haut, die einen sicheren Griff erschwert. Ein feuchtes Tuch hilft. Da die Art vielerorts geschont ist, gehört das schonende Zurücksetzen zum Standardablauf.

Laichen unter Eis

Die Quappe kehrt den Jahresrhythmus der meisten heimischen Fische um: Sie laicht mitten im Winter, bei Wassertemperaturen um wenige Grad, häufig unter einer Eisdecke – und ist genau dann am aktivsten, wenn alles andere ruht. Sie braucht kaltes, sauerstoffreiches Wasser mit kiesigem oder steinigem Grund. Erwärmung, Aufstau und Verschlammung haben ihre Bestände in weiten Teilen Deutschlands zusammenbrechen lassen; in einigen Bundesländern gilt sie als vom Aussterben bedroht und ist ganzjährig geschont.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Mindestmaß 30 cm, keine Schonzeit. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Quappe – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland

BundeslandMaßSchonzeitStück/Tag
Baden-Württemberg30 cm01.11. – 28.02.
Bayern40 cm
Berlin30 cm
Brandenburg30 cm
Bremen35 cm
Hamburg30–50 cm3
Hessenganzjährig geschützt
Mecklenburg-Vorpommern30 cm01.01. – 15.02.
Niedersachsen35 cm
Nordrhein-Westfalenganzjährig geschützt
Rheinland-Pfalzganzjährig geschützt
Saarlandganzjährig geschützt
Sachsenganzjährig geschützt
Sachsen-Anhalt30 cm
Schleswig-Holstein35 cm01.01. – 28.02.
Thüringen30 cm01.11. – 31.03.

Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Quappe Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Gewicht schätzen

Lota lota · K = 0,60 · typisch 3075 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

550 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

Weitere Arten im Fischlexikon