
Merkmale & Lebensraum
Europäischer Hundsfisch, ein lebendes Fossil aus verlandenden Donau-Altarmen. Übersteht Sauerstoffmangel durch Luftschlucken. Vom Aussterben bedroht und streng geschützt.
Lebensraum: Verkrautete Altwässer und Sumpfgräben des Donausystems
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 13 cm
- Maximales Gewicht
- bis 30 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 4–5 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – streng geschützt und vom Aussterben bedroht
Tipp — Ein zufälliger Kontakt in Donau-Altarmen erfordert sofortiges, äußerst behutsames Zurücksetzen.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Hundsfisch
Verhalten und Standplatz
Der Hundsfisch bewohnt verkrautete, oft sauerstoffarme Altwässer und Sumpfgräben des Donausystems und übersteht dank der Fähigkeit, Luft zu schlucken, Bedingungen, die für die meisten anderen Fische tödlich wären. Er bewegt sich meist träge und ruckartig zwischen dichter Vegetation.
Status und Umgang bei Beifang
Der Hundsfisch gilt als vom Aussterben bedroht und ist streng geschützt, ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Ein zufälliger Kontakt beim Angeln in seinen sehr speziellen Lebensräumen erfordert sofortiges, äußerst schonendes Zurücksetzen.
Hintergrund
Als eines der wenigen verbliebenen Vorkommen eines evolutionär sehr alten, isolierten Verwandtschaftskreises hängt der Fortbestand des Hundsfischs unmittelbar am Erhalt naturnaher, verlandender Donau-Altarme.
Sicher bestimmen
Ein kleiner, gedrungener Fisch von selten mehr als zehn Zentimetern mit abgerundeten Flossen, weit hinten sitzender Rückenflosse und großem, oberständigem Maul. Die Färbung ist braun mit kupfrigem Schimmer und hellen Längsstreifen; die Schwanzflosse ist abgerundet, nicht gegabelt. Vom Amerikanischen Hundsfisch, der in Nordwestdeutschland vorkommt, trennt ihn die Verbreitung – der Europäische Hundsfisch lebt ausschließlich im Donausystem – sowie Details der Streifenzeichnung. Verwechslungen mit jungen Schleien löst der Blick auf das oberständige Maul.
Streng geschützt – niemals Zielfisch
Der Europäische Hundsfisch gehört zu den seltensten Fischen Mitteleuropas, ist in Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und in Deutschland streng geschützt. In Bayern gilt er als praktisch verschwunden; Nachweise stammen aus wenigen Altwässern. Ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Sollte ein Tier versehentlich gefangen werden, gehört es sofort und unversehrt zurück ins Wasser, und der Fund ist meldenswert – bei dieser Bestandsgröße ist jeder Nachweis fachlich bedeutsam. Verbindlich bleibt die Landesfischereiverordnung.
Der Verlust der Altwässer
Der Hundsfisch lebt in verkrauteten Altarmen, Sumpfgräben und temporären Gewässern der Donauaue – Lebensräume mit wenig Sauerstoff, in denen er dank zusätzlicher Luftatmung über die Schwimmblase bestehen kann. Genau diese Gewässer sind mit der Eindeichung und Entwässerung der Auen fast vollständig verschwunden: Wo der Fluss seine Aue nicht mehr überflutet, entstehen keine neuen Altwässer, und die alten verlanden. Sein Rückgang ist damit kein fischereiliches, sondern ein wasserbauliches Thema – Auenrenaturierung ist die einzige wirksame Maßnahme.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Hundsfisch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.