
Merkmale & Lebensraum
Kleinere Schwester des Maifischs mit einer Reihe dunkler Flecken hinter dem Kiemendeckel. Laicht in den Übergangszonen der Tideflüsse und ist dort als FFH-Art streng geschützt.
Lebensraum: Brackwasser der Elb- und Wesermündung, laicht im Süßwasser
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 55 cm
- Maximales Gewicht
- bis 2 kg
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●●○○○
- Maximales Alter
- 8–10 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – streng geschützte FFH-Art
Tipp — Bei Beifang im Mündungsbereich sofort und schonend zurücksetzen.
Angeltipps für Finte
Verhalten und Standplatz
Die Finte hält sich als Schwarmfisch überwiegend im Brackwasser der Elb- und Wesermündung auf und wandert zum Laichen nur kurze Strecken in die tidebeeinflussten Übergangszonen zum Süßwasser, anders als ihre weiter wandernde Verwandte, der Maifisch.
Status und Umgang bei Beifang
Als FFH-Art ist die Finte streng geschützt, ein gezielter Fang ist nicht erlaubt. Ein Beifang beim Brandungs- oder Grundangeln im Mündungsbereich ist möglich – das Tier gehört dann sofort schonend zurück ins Wasser.
Bedeutung für das Gewässer
Die Übergangszonen der Tideflüsse, auf die die Finte zum Laichen angewiesen ist, gehören zu den empfindlichsten und am stärksten durch Ausbau und Verschmutzung gefährdeten Lebensräumen der deutschen Flussmündungen.
Sicher bestimmen
Ein heringsartiger Fisch mit silbrigen Flanken, scharfem Bauchkiel und tief gegabelter Schwanzflosse – dem Maifisch sehr ähnlich. Der Unterschied liegt hinter dem Kiemendeckel: Die Finte trägt dort meist eine Reihe von vier bis acht dunklen Flecken, der Maifisch in der Regel nur einen. Zusätzlich hat sie deutlich weniger und gröbere Kiemenreusendornen, weil sie stärker von größerer Beute lebt. Vom Hering trennt beide Arten der hochrückigere Körper und die Fleckenzeichnung.
Umgang und Schutzstatus
Die Finte ist in Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und in Deutschland geschützt; sie wird nicht gezielt beangelt. Als Beifang tritt sie im Brackwasserbereich von Elbe und Weser auf. Wie alle heringsartigen Fische ist sie ausgesprochen empfindlich – Schuppen und Schleim gehen bei jeder trockenen Berührung verloren. Der Haken wird über dem Wasser gelöst, der Fisch nicht aus dem Wasser genommen. Verbindlich sind die jeweilige Landesfischereiverordnung und die Bestimmungen der betroffenen Schutzgebiete.
Kinderstube Ästuar
Die Finte lebt im Küstenwasser und zieht im Frühjahr zum Laichen in den Süßwasserbereich der großen Ästuare – die Elbe zwischen Hamburg und der Mündung ist eines der wichtigsten Laichgebiete Europas. Die Larven wachsen dort in den Flachwasserzonen auf. Genau diese Bereiche stehen unter Druck: Fahrrinnenvertiefungen, Baggerarbeiten und sommerliche Sauerstofflöcher im Hamburger Bereich treffen die Brut unmittelbar. Der Bestand der Finte ist deshalb ein viel beachteter Gradmesser dafür, wie sich Ausbaumaßnahmen an der Tideelbe auswirken.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Finte Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.