Maifisch

Alosa alosa

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 20.07.2026

Maifisch

Merkmale & Lebensraum

Großer, hochrückiger Hering, der zum Laichen in die Flüsse wandert – im Mai, daher der Name. Im Rhein galt er als ausgestorben und wird seit 2007 wieder angesiedelt. Streng geschützt.

Lebensraum: Zieht im Frühjahr aus dem Atlantik den Rhein hinauf

Steckbrief

Maximale Größe
bis 70 cm
Maximales Gewicht
bis 3 kg
Deutscher Rekord
Beste Saison
Schwierigkeit
●●●○○
Maximales Alter
6–8 Jahre

Köder & Angelmethode

Kein gezielter Fang (geschützte Art)

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
kein gezielter Fang
Rolle
kein gezielter Fang
Hauptschnur
kein gezielter Fang
Vorfach
kein gezielter Fang
Haken
kein gezielter Fang
Fangzeit
Kein gezielter Fang – FFH-Art in Wiederansiedlung

Tipp — Bei Beifang während des Frühjahrszugs sofort zurücksetzen und auffällige Markierungen den Behörden melden.

Angeltipps für Maifisch

Verhalten und Standplatz

Der Maifisch lebt als erwachsenes Tier im Atlantik und zieht im Frühjahr in großen Schwärmen den Rhein hinauf, um in strömungsreichen Abschnitten zu laichen – daher sein Name. Nach dem faktischen Verschwinden aus dem Rhein wird die Art seit 2007 gezielt wiederangesiedelt.

Status und Umgang bei Beifang

Der Maifisch ist als FFH-Art streng geschützt, ein gezielter Fang ist verboten. Kommt er während der Laichwanderung als Beifang an den Haken, ist er unverzüglich und schonend zurückzusetzen, auffällige Markierungen sollten den zuständigen Behörden gemeldet werden.

Hintergrund

Wasserkraftwerke, Verschmutzung und der Ausbau der Flüsse hatten den Maifisch im 20. Jahrhundert im Rhein praktisch ausgerottet; Fischtreppen und gezielte Besatzmaßnahmen sollen ihm die Rückkehr in seine historischen Laichgründe ermöglichen.

Sicher bestimmen

Ein heringsartiger, hochrückiger Fisch mit stark silbrigen Flanken, tief gegabelter Schwanzflosse und einem scharfen Kiel aus Schuppen entlang des Bauches. Das entscheidende Merkmal ist der dunkle Fleck direkt hinter dem Kiemendeckel: Beim Maifisch steht dort in der Regel nur ein einzelner, deutlicher Fleck, bei der nahe verwandten Finte folgt eine Reihe mehrerer Flecken. Zusätzlich hat der Maifisch sehr viele, feine Kiemenreusendornen – er filtert Plankton –, die Finte deutlich weniger und gröbere.

Umgang und Schutzstatus

Der Maifisch ist in Deutschland Gegenstand eines Wiederansiedlungsprogramms am Rhein und streng geschützt; ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Ein Beifang beim Angeln in den großen Flussunterläufen gehört unverzüglich und schonend zurück ins Wasser. Wie alle heringsartigen Fische verliert er bei jeder trockenen Berührung großflächig Schuppen und ist außerordentlich empfindlich – der Haken wird über dem Wasser gelöst. Fänge sollten der Fischereibehörde gemeldet werden, weil sie unmittelbar in die Bewertung des Programms eingehen.

Rückkehr in den Rhein

Der Maifisch war bis ins 19. Jahrhundert im Rhein so häufig, dass er ganze Fischereien trug; sein Laichzug im Mai gab ihm den Namen. Ausbau, Wehre und Wasserverschmutzung ließen ihn bis Mitte des 20. Jahrhunderts verschwinden. Seit 2008 läuft ein internationales Wiederansiedlungsprojekt mit Besatz von Jungfischen aus der Gironde; erste Rückkehrer und natürliche Reproduktion sind seither dokumentiert. Der Erfolg hängt an derselben Bedingung wie bei Lachs und Stör: Die Fische müssen zwischen Meer und Laichplatz in beide Richtungen durchkommen.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Maifisch Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Gewicht schätzen

Alosa alosa · K = 0,95 · typisch 3055 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

520 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

Weitere Arten im Fischlexikon