Meerneunauge

Petromyzon marinus

Von Volkan Alici, Petri-Labs, Hamburg · Zuletzt geprüft am 20.07.2026

Meerneunauge

Merkmale & Lebensraum

Größtes heimisches Rundmaul, kein echter Fisch. Saugt sich im Meer mit dem Raspelmaul an Fischen fest und wandert zum Laichen weit flussaufwärts. Durch Querbauwerke bedroht, streng geschützt.

Lebensraum: Wandert aus Nord- und Ostsee in die Laichbäche von Rhein, Elbe und Weser

Steckbrief

Maximale Größe
bis 120 cm
Maximales Gewicht
bis 2,5 kg
Deutscher Rekord
Beste Saison
Schwierigkeit
○○○○
Maximales Alter
7–9 Jahre (überwiegend als Larve, kurze Wanderphase als erwachsenes Tier)

Köder & Angelmethode

Kein gezielter Fang (geschützte Art)

Ausrüstung (Richtwerte)

Rute
kein gezielter Fang
Rolle
kein gezielter Fang
Hauptschnur
kein gezielter Fang
Vorfach
kein gezielter Fang
Haken
kein gezielter Fang
Fangzeit
Kein gezielter Fang – streng geschützte FFH-Art

Tipp — Bei Beifang während der Flussaufwanderung sofort und schonend zurücksetzen.

Leicht zu verwechseln mit

Angeltipps für Meerneunauge

Verhalten und Standplatz

Das Meerneunauge lebt als erwachsenes Tier im Meer, wo es sich mit dem kreisrunden Raspelmaul parasitisch an großen Fischen festsaugt, und wandert zur Fortpflanzung weit flussaufwärts in die Laichgründe von Rhein, Elbe und Weser. Die Larven verbringen danach Jahre eingegraben im Sediment.

Status und Umgang bei Beifang

Als streng geschützte Art ist ein gezielter Fang des Meerneunauges nicht gestattet. Kommt es während der Flussaufwanderung als Beifang an den Haken, ist es unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

Gefährdung

Wasserkraftwerke und andere Querbauwerke unterbrechen die für die Art lebensnotwendige Wanderroute zwischen Meer und Laichgründen, weshalb Bestände vielerorts nur durch Fischaufstiegshilfen erhalten werden können.

Sicher bestimmen

Das größte heimische Rundmaul, bis zu einem Meter lang: aalförmig, kieferlos, ohne Schuppen und ohne paarige Flossen, mit rundem Saugmaul voller kräftiger Hornzähne und sieben Kiemenöffnungen hinter dem Auge. Kennzeichnend ist die auffällige schwarz-olivfarbene Marmorierung auf hellem Grund, die es von den einfarbigeren Bach- und Flussneunaugen unterscheidet. Die beiden Rückenflossen sind deutlich getrennt. Verwechslungen mit dem Aal löst ein Blick auf den Kopf: kein Kiefer, keine Brustflossen, sieben Kiemenlöcher statt einer Kiemenspalte.

Streng geschützt – niemals Zielfisch

Das Meerneunauge ist in Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und in Deutschland streng geschützt. Es wird nicht beangelt; Nachweise stammen meist aus Fischaufstiegskontrollen oder von Tieren, die sich an gefangenen Fischen festgesaugt haben. Wird ein solches Tier bemerkt, gehört es unbeschädigt zurück ins Wasser – und der Fund ist meldenswert, weil jeder Nachweis für die Bewertung der Durchgängigkeit eines Flusses zählt. Verbindlich für den Umgang ist die jeweilige Landesfischereiverordnung.

Ein Wanderer, der Flüsse bewertet

Das Meerneunauge verbringt mehrere Jahre als eingegrabene Larve in Feinsedimentbänken der Flüsse, wandert dann ins Meer, lebt dort als Außenparasit an großen Fischen und kehrt nach Jahren zum Laichen in die Oberläufe zurück, wo es Laichgruben im Kies baut und anschließend stirbt. Diese Wanderung über hunderte Kilometer macht es zum strengsten Prüfstein für die Durchgängigkeit eines Flusssystems: Wo Meerneunaugen wieder aufsteigen, funktionieren die Fischwege tatsächlich. In Rhein und Elbe sind einzelne Nachweise deshalb regelmäßig Anlass für Berichte.

Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)

Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.

Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Meerneunauge Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.

Gewicht schätzen

Petromyzon marinus · K = 0,15 · typisch 4090 cm · Steckbrief

Nur Ziffern und ein Komma. Die Einheit steht fest – kein „cm“ ins Feld.

Geschätztes Gewicht

280 g

G = K · L³ / 100 000 (kg, cm). Artdurchschnitt, grob gerundet – keine Wiegung.

Wie die Schätzung gerechnet wird

Weitere Arten im Fischlexikon