
Merkmale & Lebensraum
Kein echter Fisch, sondern ein Rundmaul ohne Kiefer und Schuppen. Die Larven leben jahrelang im Sand, die erwachsenen Tiere fressen nicht mehr und laichen nur ein einziges Mal. Streng geschützt.
Lebensraum: Sandige Feinsedimentbänke sauberer Bäche
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 20 cm
- Maximales Gewicht
- bis 10 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 6–7 Jahre (überwiegend als Larve im Sediment)
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – FFH-Anhang-II-Art
Tipp — Kontakt mit dem Angelhaken ist wegen der verborgenen Lebensweise sehr selten, im Fall der Fälle sofort schonend zurücksetzen.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Bachneunauge
Verhalten und Standplatz
Das Bachneunauge verbringt den Großteil seines Lebens als blinde, im Sand eingegrabene Larve (Querder) und ernährt sich dort über Jahre von organischen Partikeln, bevor es sich zum kurzlebigen, nicht mehr fressenden erwachsenen Tier umwandelt. Es besiedelt saubere, feinsandige Bereiche kleiner Bäche.
Status und Umgang bei Beifang
Als streng geschützte FFH-Art darf das Bachneunauge nicht gezielt gefangen werden. Ein Kontakt beim Angeln ist wegen seiner verborgenen Lebensweise ohnehin selten – gerät es dennoch an den Haken, gehört es sofort und schonend zurück ins Wasser.
Bedeutung für das Gewässer
Weil die Larven jahrelang auf sauberen, unbelasteten Feinsand angewiesen sind, gilt das Bachneunauge als besonders empfindlicher Indikator für den ökologischen Zustand kleiner Fließgewässer.
Sicher bestimmen
Kein Fisch im engeren Sinn, sondern ein Rundmaul: aalförmiger Körper ohne Kiefer, ohne Schuppen und ohne paarige Flossen, mit einem runden Saugmaul und sieben kreisrunden Kiemenöffnungen hinter dem Auge – die zusammen mit dem Auge und der Nasenöffnung namengebenden neun Punkte. Das Bachneunauge bleibt mit etwa fünfzehn Zentimetern das kleinste der heimischen Neunaugen. Vom Flussneunauge unterscheidet es die geringere Größe und die zusammenhängenden Rückenflossen bei ausgewachsenen Tieren; vom Aal die fehlenden Kiefer und Brustflossen.
Streng geschützt – niemals Zielfisch
Das Bachneunauge ist in Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und in Deutschland streng geschützt. Es wird nicht beangelt; ein Kontakt entsteht allenfalls beim Waten oder beim Umgraben von Feinsedimentbänken, in denen die Larven leben. Wer in einem Neunaugengewässer watet, sollte Feinsandbänke meiden – dort steckt die Brut mehrere Jahre lang im Sediment. Ein versehentlich gefangenes Tier gehört unverzüglich und ohne Berührung zurück ins Wasser. Verbindlich ist die jeweilige Landesfischereiverordnung.
Vier Jahre im Sand, dann eine Laichzeit
Der Lebenslauf des Bachneunauges ist ungewöhnlich: Die Larven, Querder genannt, leben mehrere Jahre eingegraben in feinen Sedimentbänken und filtern Kleinstpartikel aus dem Wasser. Nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier nimmt das Bachneunauge überhaupt keine Nahrung mehr auf – der Darm bildet sich zurück. Es laicht im Frühjahr auf Kies und stirbt danach. Damit hängt sein Bestand an zwei ganz unterschiedlichen Strukturen im selben Bach: an sauberem Laichkies und an unverbauten Feinsedimentbänken. Fehlt eines von beiden, verschwindet die Art.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Bachneunauge Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.