
Merkmale & Lebensraum
Aalähnlicher Bodenfisch mit zehn Barteln, der Darmatmung betreibt und sich bei Trockenheit in den Schlamm eingräbt. Reagiert auf Luftdruckstürze – daher der Name „Wetterfisch". Streng geschützt (FFH-Anhang II).
Lebensraum: Verschlammte Gräben, Altarme und Moorgewässer
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 30 cm
- Maximales Gewicht
- bis 150 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- –
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 5–7 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- kein gezielter Fang
- Rolle
- kein gezielter Fang
- Hauptschnur
- kein gezielter Fang
- Vorfach
- kein gezielter Fang
- Haken
- kein gezielter Fang
- Fangzeit
- Kein gezielter Fang – FFH-Anhang-II-Art
Tipp — Bei seltenem Beifang in Gräben und Altarmen sofort und behutsam zurücksetzen, der Fisch verträgt wenig Stress an Land.
Angeltipps für Schlammpeitzger
Verhalten und Standplatz
Der Schlammpeitzger lebt eingegraben im weichen Schlamm verkrauteter Gräben, Altarme und Moorgewässer und übersteht dank Darmatmung auch sauerstoffarme Phasen, in denen andere Fische nicht überleben würden. Seine Empfindlichkeit gegenüber fallendem Luftdruck vor Wetterumschwüngen brachte ihm den Beinamen „Wetterfisch" ein.
Status und Umgang bei Beifang
Als FFH-Anhang-II-Art ist der Schlammpeitzger streng geschützt, ein gezielter Fang ist untersagt. Sollte er als seltener Beifang an den Haken gehen, gehört er unverzüglich und schonend zurück in seinen Lebensraum.
Bedeutung für das Gewässer
Weil er auf intakte, verlandende Gewässerabschnitte mit weichem Grund angewiesen ist, gilt der Schlammpeitzger als Indikator für naturnahe Feuchtgebiete – Entwässerung und Gewässerverbau zählen zu seinen größten Gefährdungen.
Sicher bestimmen
Ein langgestreckter, aalähnlicher Schmerlenverwandter mit zehn Barteln um das unterständige Maul – mehr als jeder andere heimische Fisch. Der Körper ist gelbbraun mit mehreren dunklen Längsstreifen, die Haut ist glatt, sehr schleimig und praktisch schuppenlos. Er wird bis rund dreißig Zentimeter lang. Vom Steinbeißer trennt ihn die Größe, der runde statt flache Körper und die Zahl der Barteln; vom Aal die deutlich abgesetzten Flossen und der viel kleinere Kopf.
Streng geschützt – niemals Zielfisch
Der Schlammpeitzger steht in Anhang II der FFH-Richtlinie und ist in Deutschland streng geschützt; ein gezielter Fang ist ausgeschlossen. Er tritt allenfalls als sehr seltener Beifang beim Angeln in Altarmen und Gräben auf. Ein gefangenes Tier gehört sofort zurück ins Wasser, mit nassen Händen oder besser ohne Berührung – seine schleimige, unbeschuppte Haut ist gegen trockenen Kontakt außerordentlich empfindlich. Verbindlich ist die jeweilige Landesfischereiverordnung.
Der Wetterfisch
Der Schlammpeitzger trägt den Beinamen Wetterfisch, weil er bei fallendem Luftdruck unruhig wird und häufiger zur Oberfläche steigt – früher hielt man ihn deshalb in Gläsern als lebenden Barometer. Der Grund ist seine Darmatmung: Er schluckt Luft, nimmt über die stark durchblutete Darmwand Sauerstoff auf und gibt den Rest hinten ab. Damit überlebt er in verschlammten Gräben und Altwässern, in denen kein anderer Fisch bestehen kann, und übersteht sogar zeitweiliges Trockenfallen eingegraben im Schlamm. Verloren geht er nicht durch harte Bedingungen, sondern durch die Trockenlegung solcher Gewässer.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Ganzjährig geschützt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Schlammpeitzger Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.