
Merkmale & Lebensraum
Kleinste der eingewanderten Grundeln, kenntlich an den röhrenförmig verlängerten Nasenöffnungen über der Oberlippe. Ebenfalls invasiv – nicht zurücksetzen und nicht umsetzen.
Lebensraum: Pflanzenreiche Uferzonen von Rhein, Main und Donau
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 12 cm
- Maximales Gewicht
- bis 20 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 2–3 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- feine Stipprute 2,70–3,30 m
- Rolle
- kleine Stationärrolle Gr. 1000–1500
- Hauptschnur
- 0,14 mm monofil
- Vorfach
- 0,10 mm, ca. 15 cm
- Haken
- Gr. 16–18
- Fangzeit
- Sommer, tagsüber in Ufernähe zwischen Wasserpflanzen
Tipp — Wegen der geringen Größe eher als Beifang einplanen und Köder ganz knapp am Kraut anbieten.
Leicht zu verwechseln mit
Angeltipps für Marmorierte Grundel
Verhalten und Standplatz
Die Marmorierte Grundel hält sich in pflanzenreichen, ruhigen Uferzonen großer Ströme auf, wo sie zwischen Wasserpflanzen und Wurzelwerk nach kleinsten Wirbellosen sucht. Wegen ihrer geringen Größe bleibt sie oft unbemerkt und wird häufig erst beim genauen Hinsehen von anderen Grundelarten unterschieden.
Die richtige Taktik
Feinstes Angeln mit kleinstem Haken und Made in Ufernähe bringt gelegentlichen Kontakt, ein gezieltes Befischen lohnt sich wegen der geringen Größe aber kaum. Meist geht sie eher als Beifang beim Angeln auf andere Kleinfische an den Haken.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Sommer ist die aktivste Zeit. Wie bei allen gebietsfremden Grundeln gilt auch hier: gefangene Tiere dürfen nicht zurückgesetzt oder in andere Gewässer versetzt werden, um die weitere Ausbreitung nicht zu begünstigen.
Sicher bestimmen
Die kleinste der eingewanderten Grundeln, meist unter zehn Zentimetern, mit deutlich marmorierter, hell-dunkel gefleckter Zeichnung. Das eindeutige Artmerkmal sind die vorderen Nasenöffnungen: Sie sind zu kurzen Röhrchen verlängert, die über die Oberlippe hinausragen und den Eindruck kleiner Barteln erwecken. An der Basis der Schwanzflosse sitzt oft ein heller, dreieckiger Fleck. Die Bauchflossen sind wie bei allen Grundeln zu einer Saugscheibe verwachsen – daran erkennt man zuerst die Familie, dann erst die Art.
Umgang am Wasser
Die Marmorierte Grundel ist zu klein, um gezielt beangelt zu werden, und geht allenfalls an sehr kleine Stipphaken. Wie bei allen eingewanderten Grundeln gilt sie fischereirechtlich als gebietsfremde Art, und mehrere Bundesländer untersagen das Zurücksetzen – ein Punkt, der bei einem so kleinen Fisch leicht übersehen wird. Was am eigenen Gewässer gilt, regelt die Landesfischereiverordnung. Weil die Bestimmung der Grundelarten fehleranfällig ist, lohnt der Blick auf die Nasenröhrchen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Der leiseste Neuankömmling
Die Marmorierte Grundel stammt aus dem Schwarzmeer- und Kaspiraum und breitete sich über dieselben Kanalwege aus wie ihre größeren Verwandten. Sie besiedelt bevorzugt pflanzenreiche, ruhige Uferzonen statt der Steinschüttungen und fällt deshalb weniger auf – ihre Ausbreitung verlief lange unbemerkt. Ökologisch konkurriert sie mit heimischen Kleinfischen um Nahrung und Verstecke. Für die Bestandserfassung ist sie ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Ausbreitung gebietsfremder Arten nicht mit einem einzelnen Ereignis endet, sondern über Jahrzehnte in Wellen verläuft.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Marmorierte Grundel Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.