Was dieser Kalender zeigt
Für jeden Tag des Monats stehen die Mondphase, der Beleuchtungsgrad und – sobald ein Ort gewählt ist – Sonnenaufgang, Sonnenuntergang sowie Beginn und Ende der bürgerlichen Dämmerung. Die Phase folgt derselben Rechnung, die die App intern verwendet (synodischer Monat, Bezug Neumond 6. Januar 2000). Die Sonnenzeiten kommen aus dem NOAA-Solarrechner, denselben Formeln, mit denen die App den Nachtmodus vorschlägt. Beides läuft ohne Netz, ohne fremden Kalender und ohne eine zweite Zahlenquelle.
Warum hier kein Beißgesetz steht
Dass Vollmondnächte manchen Raubfisch länger aktiv halten können, ist unter Anglern eine verbreitete Beobachtung – der zusätzliche Lichteinfall verlängert das Fenster, in dem Beute erkennbar bleibt. Wissenschaftlich ist der Zusammenhang uneinheitlich: Studien zur Fangausbeute rund um Mondphasen kommen je nach Art, Gewässer und Methode zu verschiedenen Ergebnissen. Ein Kalender, der aus der Phase allein „gute“ und „schlechte“ Tage färbt, würde genau das Beißgesetz behaupten, das der Ratgeber zu den Umweltfaktoren ausdrücklich nicht aufstellt. Deshalb fehlen hier Solunar-Perioden, Ampelfarben und ein Score. Die Beißprognose der App kombiniert Mond, Luftdruck, Wetter und je nach Gewässer den Pegel; dieser Kalender zeigt nur, was am Himmel steht.
Dämmerung oft wichtiger als die Phase
Viele Raubfische nutzen die wechselnde Lichtgrenze am Morgen und am Abend, unabhängig davon, ob der Mond zu 40 oder zu 90 Prozent beleuchtet ist. Die bürgerliche Dämmerung beginnt, wenn die Sonnenmitte sechs Grad unter dem Horizont steht – früher als der Aufgang, später als der Untergang – und dauert in deutschen Breiten je nach Jahreszeit rund 30 bis 50 Minuten. Im Dezember in Hamburg ist das Fenster kurz, im Juni lang. Wer eine Session an die Dämmerung legt, plant nach der Uhrzeit am gewählten Ort, nicht nach einer Mond-Ikone. Der Kalender liefert genau diese Uhrzeiten in mitteleuropäischer Zeit.
Standort und was der Mondkalender nicht ersetzt
Die Sonnenzeiten hängen am Ort. Voreingestellt ist Hamburg, dazu stehen Küsten- und Binnenstädte von Kiel bis Konstanz. Ein paar Dutzend Kilometer verschieben Auf- und Untergang um Minuten, nicht um Stunden; wer weiter nördlich oder in den Alpen steht, wählt den nächsten Eintrag statt einer erfundenen Genauigkeit auf den Angelplatz. Gezeiten sind eine andere Geschichte: Hoch- und Niedrigwasser an der Nordsee liefert das BSH, nicht der Mondstand allein, und die Ostsee hat keinen nennenswerten Tidenhub. Wer an der Küste plant, nutzt die Gezeitenkarte in der App. Hintergrund zu Phase, Licht und Wetter steht im Ratgeber über die Umweltfaktoren – dieser Kalender ist die tagesgenaue Ablesung, nicht der Artikel dazu.