Wofür ein Setzkescher gedacht ist — und wo seine Grenzen liegen
Ein Setzkescher hält gefangene Fische lebend im Wasser, meist bis zum Ende des Angeltags oder bis zu einem Wiegen oder Fotografieren am Stück. Im Vergleich zu einer trockenen Aufbewahrung an Land bietet er den Fischen weiterhin Zugang zu Wasser und damit zu Sauerstoff, was grundsätzlich schonender ist. Ein zu kleiner, zu eng gewählter Setzkescher engt Fische jedoch stark ein, verhindert normale Schwimmbewegungen und kann bei mehreren gleichzeitig gehälterten Fischen zu gegenseitigen Verletzungen durch Flossen oder Schuppenverlust führen. Die Größe des Setzkeschers sollte deshalb großzügig gewählt werden, nicht am Minimum orientiert. Auch die Standortwahl beeinflusst die Wirkung erheblich: Ein Setzkescher in stehendem, flachem und möglicherweise wärmerem Wasser bietet deutlich schlechtere Sauerstoffbedingungen als einer in tieferem, gut durchströmtem Wasser.
Wie sich ein Setzkescher richtig einsetzt
Ein kurzer Blick in den Setzkescher in regelmäßigen Abständen zeigt frühzeitig, ob Fische Anzeichen von Stress oder Sauerstoffmangel zeigen, etwa auffällig ruhiges Verharren am Kescherrand statt normaler Bewegung – ein Zeichen, den Standort zu wechseln oder die Fische früher als geplant freizulassen.
- Ausreichend großen Setzkescher wählen, der den erwarteten Fischen genug Bewegungsfreiheit lässt.
- Standort mit ausreichender Wassertiefe und, wenn möglich, spürbarer Strömung bevorzugen.
- Nicht zu viele Fische gleichzeitig im selben Setzkescher hältern.
- Setzkescher regelmäßig kontrollieren, statt ihn über Stunden unbeaufsichtigt zu lassen.
- Fische beim Herausnehmen aus dem Setzkescher genauso schonend behandeln wie beim ersten Abhaken.
Meine Empfehlung
Warum ich lieber weniger Fische länger hältere als viele auf engem Raum
Meine Empfehlung: die Anzahl gleichzeitig gehälterter Fische bewusst begrenzen und dafür einen großzügigeren, tieferen Standort wählen, statt möglichst viele Fische in einem kleinen Setzkescher zu sammeln. Weniger Fische auf mehr Raum bedeuten für jeden Einzelnen spürbar weniger Stress. Bei längeren Angeltagen kontrolliere ich den Setzkescher in regelmäßigen, festen Abständen, statt ihn erst am Ende des Tages wieder anzusehen – frühzeitig erkannte Probleme lassen sich meist noch beheben, spät erkannte oft nicht mehr. An warmen Tagen wähle ich zudem konsequent den tiefsten, am besten durchströmten verfügbaren Standort für den Setzkescher, auch wenn er etwas weiter vom eigentlichen Angelplatz entfernt liegt.
Typische Fehler bei der Nutzung eines Setzkeschers
Der häufigste Fehler ist ein zu kleiner Setzkescher für die Anzahl und Größe der gehälterten Fische. Der zweite ist ein ungünstiger Standort in flachem, stehendem und womöglich warmem Wasser, obwohl ein tieferer, durchströmter Platz nur wenige Schritte entfernt läge. Ein dritter Fehler ist, den Setzkescher über Stunden unbeaufsichtigt zu lassen, ohne den Zustand der Fische zu kontrollieren. Ein vierter Fehler ist unsachgemäßes Herausnehmen der Fische am Ende, bei dem dieselbe Sorgfalt wie beim ursprünglichen Abhaken vernachlässigt wird.
Wann ein anderes Vorgehen wichtiger wird
Bei einem sofort zurückgesetzten Fisch entfällt die Frage des Setzkeschers vollständig. Bei einem zur direkten Entnahme vorgesehenen Fisch ist eine Hälterung im Setzkescher ebenfalls unnötig, dort zählt die zügige, weidgerechte Tötung mehr. Bei sehr kurzen Ansitzen ohne Bedarf an längerer Aufbewahrung lohnt sich der Aufwand eines sorgfältig gewählten Setzkescher-Standorts ebenfalls weniger als bei einem ganztägigen Angeltag.
Ob und wie lange eine gehälterte Art überhaupt entnommen werden darf, steht je Bundesland in der Schonzeiten-Übersicht, mit Fundstelle und Prüfdatum.