
Merkmale & Lebensraum
Winziger, silbriger Schwarmfisch nahe der Wasseroberfläche. Wird oft selbst als Köderfisch für Raubfische verwendet, ist aber auch als Beifang beim Stippen anzutreffen.
Lebensraum: Flache, pflanzenreiche Weiher und Altarme, Schwarmfisch
Steckbrief
- Maximale Größe
- bis 9 cm
- Maximales Gewicht
- bis 10 g
- Deutscher Rekord
- –
- Beste Saison
- Sommer
- Schwierigkeit
- ●○○○○
- Maximales Alter
- 2–3 Jahre
Köder & Angelmethode
Ausrüstung (Richtwerte)
- Rute
- Feinste Stipprute 2,50–3,00 m (meist als Köderfischfang)
- Rolle
- –
- Hauptschnur
- 0,08–0,10 mm monofil
- Vorfach
- 0,08 mm, ca. 10 cm
- Haken
- Gr. 20–22
- Fangzeit
- Sommer, tagsüber nahe der Oberfläche in ruhigen Weihern
Tipp — Meist lohnt sich gezieltes Keschern als Köderfisch mehr als klassisches Angeln auf diese Art.
Angeltipps für Moderlieschen
Verhalten und Standplatz
Das Moderlieschen hält sich in dichten Schwärmen nahe der Oberfläche flacher, pflanzenreicher Weiher und Altarme auf und ist wegen seiner geringen Größe und der silbrigen Färbung leicht mit der Ukelei zu verwechseln. Es meidet stärkere Strömung und findet sich fast ausschließlich in ruhigen, verkrauteten Kleingewässern.
Die richtige Taktik
Feinstes Angeln mit kleinsten Maden direkt unter der Oberfläche ist die einzig sinnvolle Methode für dieses winzige Fischchen. In der Praxis wird das Moderlieschen häufiger gezielt als Köderfisch für Raubfischangler gekeschert oder gefangen als klassisch beangelt.
Beste Zeit und Einsteigerfehler
Der Sommer bringt die beste Aktivität an der Oberfläche. Ein häufiger Fehler ist die Suche in tieferen oder strömungsreicheren Gewässerbereichen – das Moderlieschen ist an flache, ruhige Kleingewässer gebunden und dort kaum zu übersehen.
Sicher bestimmen
Ein sehr kleiner, silbriger Schwarmfisch von selten mehr als sieben Zentimetern mit deutlich oberständigem Maul und – als sicherstes Merkmal – einer unvollständigen Seitenlinie, die nur über die ersten Schuppen hinter dem Kiemendeckel verläuft und dann abbricht. Bei allen Verwechslungsarten, vor allem beim Ukelei und bei jungen Rotfedern, ist sie durchgehend. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht, ein bläulicher Längsstreifen zieht sich über die hintere Körperhälfte. Die Schuppen sitzen etwas fester als beim Ukelei.
Umgang und Bedeutung
Das Moderlieschen ist kein Zielfisch und geht höchstens an sehr kleine Stipphaken. Weil es so klein ist, entscheidet allein die Hakengröße darüber, ob es unbeschadet zurückgeht; ein Haken, der für Rotaugen gedacht ist, verletzt es fast zwangsläufig. Wird es gefangen, gehört es ohne Umweg und möglichst ohne Berührung zurück ins Wasser. In mehreren Bundesländern gilt es als gefährdet. Für das Gewässer ist es eine wichtige Nahrungsgrundlage für Hecht, Barsch und Wasservögel – und einer der wenigen Fische, die selbst in sehr kleinen Tümpeln ganze Bestände bilden.
Brutpflege im Kleinstgewässer
Das Moderlieschen lebt in flachen, pflanzenreichen Weihern, Altarmen und Gräben, oft in Gewässern, die im Sommer stark erwärmen und wenig Sauerstoff führen. Zur Fortpflanzung heftet das Weibchen die Eier in spiralförmigen Bändern an Pflanzenstängel; das Männchen bewacht das Gelege, fächelt ihm Frischwasser zu und verteidigt es. Diese Brutpflege ist unter heimischen Karpfenfischen ungewöhnlich und erklärt, warum die Art auch in Kleinstgewässern ohne Kiesgrund überlebt. Verschwindet sie, liegt es meist am Verlust genau dieser flachen, verkrauteten Kleingewässer.
Schonzeit & Mindestmaß (Richtwert)
Kein Mindestmaß und keine Schonzeit hinterlegt. Diese Angaben sind bundesweite Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die Erlaubniskarte deines Gewässers – siehe Schonzeiten nach Bundesland und amtliche Quellen.
Moderlieschen – Schonzeit & Mindestmaß je Bundesland
| Bundesland | Maß | Schonzeit | Stück/Tag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | keine Regelung hinterlegt | ||
| Bayern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Berlin | ganzjährig geschützt | – | – |
| Brandenburg | ganzjährig geschützt | – | – |
| Bremen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Hamburg | ganzjährig geschützt | – | – |
| Hessen | – | 01.05. – 30.06. | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Regelung hinterlegt | ||
| Niedersachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Nordrhein-Westfalen | ganzjährig geschützt | – | – |
| Rheinland-Pfalz | ganzjährig geschützt | – | – |
| Saarland | ganzjährig geschützt | – | – |
| Sachsen | keine Regelung hinterlegt | ||
| Sachsen-Anhalt | ganzjährig geschützt | – | – |
| Schleswig-Holstein | ganzjährig geschützt | – | – |
| Thüringen | ganzjährig geschützt | – | – |
Stand: August 2026. Richtwerte auf Basis der Landesfischereiverordnungen – keine Rechtsberatung. Regelungen unterscheiden sich teils je Gewässer (Erlaubniskarte!). Maßgeblich ist immer die aktuelle amtliche Verordnung, siehe amtliche Quellen.
Petri-Labs entwickelt außerdem Petri-KI, eine App, die die Art per Foto bestimmt und für Moderlieschen Schon- und Mindestmaß des eigenen Bundeslands abgleicht. Mehr über Petri-KI.